Ein genaueres Bild der Erde – als digitales Modell AN EINEM SCHNEEHANG der Dolomiten, in rund 3000 Meter Höhe, stapfen Tommaso Santagata und seine Begleiter auf einen Ort zu, den es eigentlich gar nicht geben dürfte: Er ist auf keiner Karte markiert.
Selbst die genauesten topografischen Zeichnungen, die sonst jeden See, jeden Wanderweg, jeden Gipfel in der italienischen Fanesgruppe erfassen, nennen ihn nicht, obwohl er doch groß genug dafür wäre. Auch in den Satellitenbildern von Google Earth, auf denen sogar die Sonnenschirme der Berghütten noch erscheinen, ist er nicht zu erkennen.
Es ist ein Ort, wie ihn frühere Kartografen mit hic sunt dracones, „Hier sind Drachen“, versehen hätten: ein unbeschriebener Fleck, inmitten Europas, im Herz der Alpen.
In unserer Zeit?
Santagata, 32 Jahre alt, Geodät aus Modena, hat sich vorgenommen,…