Vor einigen Jahren, so erinnere ich mich vage, habe ich schon mal das Phänomen gestreift, dass jedes banale Grundnahrungsmittel, sei es Öl oder Essig oder Kartoffelchips (Verzeihung, aber in meiner Ernährungspyramide steht das als solide Basis ganz unten), durch einen Akt der Vergourmetisierung zu einer begehrenswerten Delikatesse mit unbegehrenswertem Preisschild geadelt wird. In meinem Supermarkt liegt im Salzregal – Regal! früher gab es mit Fluorid und ohne, fertig – Ware aus der Camargue, dem Toten Meer, aus Ibiza, Portugal, Südfrankreich, England, Island, „aus dem kühlen, sauberen Norwegischen Meer“, „aus dem urzeitlichen Zechsteinmeer“ sowie „aus Europas einziger Pfannensaline“. Auf Salztüten steht Pseudopoetisches wie „Salz ist das Meer, das nicht in den Himmel zurückkehren konnte“, und selbstverständlich ist das Zeug „von Hand geerntet“. Komischerweise schmeckt alles nach Salz.
Als ich damals das…
