Sie sind gekommen, um zu holen, was keiner will. Zwei Männer, zwei Frauen, alle unter 30. Bewaffnet mit Rucksäcken, Tüten und einem Fahrradanhänger aus silbrigem Blech treten sie pünktlich um zehn Uhr in die schummrige Lieferanteneinfahrt eines Supermarkts im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Ein Mitarbeiter nimmt sie in Empfang. Sie sind gekommen, um zu retten, was dem Müll geweiht ist.
Ritter wider die Verschwendung.
„Da“, sagt der Mitarbeiter und deutet auf einen Gabelstapler, der zwei Dutzend grüne Plastikkisten auf seinen Stoßzähnen balanciert, alle gefüllt mit Obst und Gemüse, das aussortiert wurde. „Da hinten“, ruft der Mitarbeiter im Gehen und zeigt auf einen mannshohen Stapel aus 16 orangefarbenen Kisten, alle gefüllt mit Toastbrot, Fladenbrot, Graubrot, Backwaren jeder Art, und „da!“, die Einkaufswagenladung Tafelschokolade – alles Waren, die Opfer werden sollten des größten…
