Amartya Sen, 86, im heutigen indischen Bundesstaat Westbengalen geboren,ist ein Multitalent: Wirtschaftswissenschaftler, Philosoph und gerade in dieser Eigenschaft: ein überragender Denker. Der Mensch, oder besser, das Wohlergehen des Menschen, steht im Zentrum seines Denkens und seiner Arbeit. Er verstand sich immer als Anwalt der Armen und Benachteiligten. Eine seiner berühmtesten Thesen etwa lautet, dass nicht allein Nahrungsknappheit, sondern vor allem die ungerechte Verteilung zu Hungerkatastrophen führt. Sen lehrte an so ziemlich allen führenden Universitäten der Welt (Delhi School of Economics, London School of Economics, Oxford, Harvard, Cambridge, Stanford, Berkeley), berät die UN und gilt als Vater des Human Development Index, des Wohlstandsindikators, der menschliche Entwicklung und Lebensqualität nicht nur nach materiellen Kriterien bemisst, sondern auch Faktoren wie Bildung, Gesundheit, Freiheit betrachtet. 1998 gewann er den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, in diesem…
