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Culture & Literature
P.M. HISTORY

P.M. HISTORY

06/2020

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Issues

in this issue

2 min.
ein gänzlich eigener weg in die moderne

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, als wir Ende des vergangenen Jahres Titelthemen für 2020 diskutiert haben, waren wir uns schnell einig: Wir wollten die Geschichte Japans erzählen. Immerhin würde im Sommer die ganze Welt wegen der Olympischen Spiele nach Tokio schauen. Dann kam alles anders. Ein historisches Ereignis – die Corona-Pandemie – hat alle Pläne über den Haufen geworfen. Niemand spricht mehr über Sport, und die Olympischen Spiele sind verschoben. Wir haben uns dazu entschlossen, das Japan-Heft trotzdem zu machen (im Homeoffice). Das Land der stolzen Samurai bietet ja auch reichlich Stoff. Das betrifft übrigens auch die Olympischen Spiele: Im Sommer 1936 wurde Japan schon einmal zum Austragungsort gekürt. Und auch diese Wettkämpfe – Tokio 1940 – fanden nicht statt. Die Japaner zogen sich 1938 wieder von dem Projekt zurück, weil der…

1 min.
sha’ab rumi

EIN ZEICHEN DES AUFBRUCHS sollte „Conshelf II“ werden, als der legendäre Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau seine unterseeische Forschungsstation 1963 an der sudanesischen Küste im Roten Meer vorstellte. Fünf „Aquanauten“ lebten 30 Tage lang einige Meter unter Wasser auf dem Kliff Sha’ab Rumi, machten Experimente, sammelten marine Lebewesen und ermittelten, ob sich die Weiten der Ozeane besiedeln ließen. Papagei Claude warnte bei zu knappem Sauerstoff. Heute zieren die Reste der seesternförmigen Unterwasserstation eines der artenreichsten Taucherparadiese des Roten Meeres: Korallen und Fische in allen Größen gibt es rund um „Conshelf II“ nach wie vor im Überfluss.…

1 min.
die kunst-krieger

Sie posieren im Namen der Kunst: Stolz zeigen die beiden amerikanischen Soldaten zwei Gemälde, die sie in Schloss Neuschwanstein gefunden haben – Beutekunst der Nazis. Kurz vor der Aufnahme, am 28. April 1945, hatten US-Truppen das Märchenschloss bei Füssen erreicht. Unter ihnen waren auch Männer der Spezialeinheit „Monuments, Fine Arts and Archives“, die „Monuments Men“ (George Clooney hat ihre Geschichte 2014 in die Kinos gebracht). Die Mission: Kulturgüter im Krieg vor der Zerstörung zu bewahren. In Neuschwanstein stießen die Soldaten auf ein gewaltiges Kunstdepot. Die meisten Gemälde hatten die Nationalsozialisten aus Frankreich geraubt; sie waren vor allem für Hitlers geplantes „Führermuseum“ in Linz gedacht. Die „Monuments Men“ spürten solche geraubten Schätze auf und sorgten dafür, dass Tausende Werke in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden konnten.…

2 min.
falsch meldung

ES WAR EINE Sensation: Der französische Inschriftenkundler André Lemaire stieß im Jahr 2001 auf den vermeintlich ältesten archäologischen Beweis für die Existenz Christi. Es handelte sich um einen 50 Zentimeter langen Knochenkasten, ein Ossuar, das der israelische Unternehmer und Sammler Oded Golan in den 1970er-Jahren auf einem Antikenmarkt erstanden haben soll. In den Kalkstein ist eine Inschrift geritzt, die Lemaire 2002 in der Fachzeitschrift „Biblical Archaeology Review“ als die aramäischen Worte „Ya’aqob bar-Yosef achui di-Yeshua“ entzifferte. Das bedeutet: In dem Kasten sollen einst die Gebeine von „Jakob, Sohn des Josef, Bruder des Jesus“ gelegen haben. Den Stil der Schrift datierte Lemaire auf 63 n. Chr. Das hätte wunderbar gepasst, weil Jakobus im Jahr zuvor als Märtyrer gestorben sein soll. Damit würde das Ossuar die historische Existenz eines leiblichen Jesus-Bruders beweisen. Tatsächlich…

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labyrinth des minotaurus

WAS SAGT DIE LEGENDE? König Minos hat sich mit Poseidon überworfen. Aus Rache verzaubert dieser Minos’ Frau, sodass die sich in einen Stier verliebt und von ihm schwanger wird: mit dem Minotaurus, Stierkopf auf Menschenkörper, nicht gerade eine Schönheit. Minos steckt ihn in ein Gefängnis in Form eines Labyrinths. Alle neun Jahre werden sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen dem Minotaurus geopfert, bis König Theseus das Ungeheuer tötet und dank eines Fadens von Minos’ Tochter Ariadne aus dem Labyrinth findet. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? Schon die Suche nach dem Labyrinth hielt den Mythos am Leben. Obwohl Plinius der Ältere berichtete, dass keine Überreste erhalten seien, schrieb der Grieche Flavius Philostratos im 2./3. Jahrhundert, dass „in Knossos ein Labyrinth gezeigt wird, das, wie ich glaube, früher einmal den Minotauros einschloss“. Mischwesen mit Stierkopf zeigte schon…

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gladiatoren in germanien

Klar, über die todesmutigen Kämpfer der Amphitheater haben Forscher bereits Stoff für etliche Bücher zusammengetragen. Doch: Das Gladiatorenwesen im römisch besetzten Germanien wurde dabei meist ausgeklammert. Deshalb hat die Historikerin und Lehrerin Barbara Dimde auf der Grundlage von Inschriften und archäologischen Funden wie Rüstungsteilen untersucht, welche Spuren Gladiatoren hier hinterließen. Wo haben Gladiatoren in Germanien überall gekämpft? Bislang konnten 13 Amphitheater im römischen Germanien nachgewiesen werden, die größten in Augst, Avenches und Windisch. Es gab sicherlich noch mehr, nur haben eben nicht alle die Jahrhunderte überstanden oder wurden, etwa in Köln, wahrscheinlich überbaut. Grob kann man sagen: Gladiatoren kämpften überall dort, wo Römer Städte gegründet hatten oder wo Soldaten dauerhaft stationiert waren. Was haben denn Soldaten mit Gladiatoren zu tun? Hier sehen wir einen auffälligen Unterschied im Vergleich zu Italien: Dort kämpften Gladiatoren meist…