Sie ist das Stadtgericht Frankfurts, die „Grie Soß“, ein kalte Sauce mit fein gehackten Küchenkräutern. Wer sie zubereitet, kleckst sich ein Stück Herkunft auf den Teller, wie mir eine Kollegin, eine gebürtige Hessin, verrät: „Ich kann mich da reinsetzen. Dieses intensive Kräuteraroma, die Konsistenz, jeder Löffel löst bei mir Heimatgefühle aus.“
Ich möchte herausfinden, was dran ist an dieser Frankfurter Soßen-Euphorie. „Mach bloß keinen Dill hinein“, gibt mir die Kollegin noch mit auf den Weg. Nach dem Leitspruch „Sieben Kräuter müssen’s sein“ dürfen nur folgende Zutaten in den Saucen-Brei: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Schnell merke ich: Der Sauerampfer sorgt für das unverwechselbare Aroma. Mit Eigelb, Essig und Speiseöl wird die Sauce zu einer Art Mayonnaise. Es gibt sie aber auch mit Schmand, Joghurt oder Quark abgeschmeckt.…
