Capital

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08/2021

"CAPITAL erzählt Wirtschaft aus überraschenden, ungeahnten Perspektiven und versteht Wirtschaft nicht als nationale Angelegenheit, sondern immer als ein globales System. CAPITAL sieht und erklärt das große Ganze und setzt dabei auf ein ästhetisch anspruchsvolles und elegantes Design mit opulenten, kraftvollen Bildern. CAPITAL bestimmt seit über 50 Jahren den Wirtschaftsjournalismus in Deutschland und hat sich mit dem Relaunch im Mai 2013 zum Ziel gesetzt, Wirtschaft anders zu erzählen. Wirtschaft ist vielschichtiger, komplexer geworden und ist mit allen gesellschaftlichen Bereichen verwoben. Es bedarf einer ganzheitlichen, globalen Perspektive auf Wirtschaft. „Wirtschaft ist Gesellschaft“ heißt das Credo von CAPITAL und ist gleichzeitig ein Versprechen an die Leser. CAPITAL berichtet nicht nur über Wirtschaft, sondern durchdringt Wirtschaft."

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Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Fréquence:
Monthly
7,92 €(TVA Incluse)
79,25 €(TVA Incluse)
12 Numéros

dans ce numéro

3 min
editorial

Hoffentlich liegen Sie schon irgendwo in der Sonne, denn Sommer und Sonne haben eine ganz andere Bedeutung in diesem Jahr. Es geht um mehr als nur die übliche Erholung, um Abschalten und Auftanken. Es ist wieder einmal eine Zeit des Erwachens. Fast alle wollen weg und raus, man will überhaupt mal wieder: leben. Leben, bevor alles wieder dicht ist. Denn während Cafés noch Kellner für den Neustart suchen, hat ein intensiver Prophezeiungswettbewerb eingesetzt, wann und wie schlimm die vierte Welle wird. Also lieber raus, bevor alles wieder zumacht, die Zwischenzeit nutzen. Ist der Sommer wirklich wieder nur eine kurze Phase der Normalität vor einer vierten Delta-Welle, mit einem Herbst und Winter im Lockdown? Nein, die Pandemie ist nicht beendet. Aber warum diese fast schon obsessive Beschäftigung mit einer vierten Welle? Nichts…

5 min
betr. capital

ZUR TITELGESCHICHTE „DAS GRÜNE JAHRZEHNT“ (07/2021) Minutiös wird die Herkulesaufgabe des Klimaziels angegangen. Doch was fehlt, ist der Plan B, wenn alles nicht reicht oder die Erwärmung plötzlich Kapriolen schlägt. Schon die globale Komponente macht die Dinge unwägbar. Werden alle entsprechend ihrem Entwicklungsstand mitmachen? Sonst wären Deutschland oder Europa auf verlorenem Posten und hätten möglicherweise ihre Industrien ruiniert. Steuert dieses Land dann in einem Verzweiflungsakt auf einen strengen Klima-Lockdown zu mit einer Verbotsorgie? Bei einer Mitherrschaft von Ökobeseelten ist das zu befürchten. CHRISTOPH SCHÖNBERGER, via E-Mail ZUM HISTORY-BEITRAG „EIN RUHMESBLATT“ ÜBER KATHARINE GRAHAM, EX-VERLEGERIN DER „WASHINGTON POST“ (07/2021) Herzlichen Dank für diese tolle Geschichte. Eine Ergänzung: Über Katharine Graham und die „Post“ gibt es den hervorragenden Film von Steven Spielberg aus dem Jahre 2017 mit dem Titel „The Post“. Mit dabei sind Meryl Streep…

1 min
staatshilfe kaum gefragt

Nur wenige Unternehmen nutzen in der Corona-Pandemie staatliche Hilfen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) – obwohl zuerst viele Firmen Interesse bekundeten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine FDP-Anfrage hervor. Demnach interessierten sich 122 Unternehmen für eine Unterstützung aus dem WSF, aber nur 43 davon stellten schließlich einen Antrag. Insgesamt 21 wurden bewilligt. Im Juni befanden sich noch neun Anträge in der Prüfung, 13 waren von den Firmen nicht weiterverfolgt worden. Der WSF ist von der Bundesregierung speziell für große Unternehmen eingerichtet und mit 600 Mrd. Euro ausgestattet worden. Eine Unterstützung ist sowohl durch staatliche Garantien für Kredite als auch durch eine direkte Kapitalspritze möglich. Als prominentester Konzern nutzte die Lufthansa den WSF. Nur wenige andere folgten, zum Beispiel der Reisekonzern TUI. „Die große Diskrepanz zwischen Interessierten und Antragsstellern zeigt, dass…

1 min
phrasenprüfer

„Elektroautos sind auch nicht umweltfreundlicher als Verbrenner“ Das E-Auto, so heißt es oft, schade dem Klima ebenso wie ein moderner Diesel, da seine Batterie mit Strom geladen werde, der teils in Kohle- oder Gaskraftwerken produziert wird. Abgesehen von der Produktion der Batterie hängt die Klimabilanz von E-Autos also stark vom Strommix ab. In Deutschland nimmt der Anteil von Wind und Sonne zu, 2020 lagen die erneuerbaren Energien erstmals über 50 Prozent. Thomas Koch, Professor am Institut für Technologie in Karlsruhe, löste jüngst eine neue Debatte aus mit dem Argument, es zähle für die Klimabilanz nur jener Strom, der zusätzlich produziert werde, da der Strom für E-Autos zur bisherigen Nachfrage hinzukomme. Dieser stamme aber oft aus Kohle- und Gaskraftwerken. Koch erntete scharfe Kritik: Der Grenzstromeffekt sei bereits berücksichtigt und eh bald hinfällig,…

2 min
e-autos verlieren rapide an wert

Die hohe Kaufprämie für Elektroautos bringt den Markt für Gebrauchtwagen durcheinander. Während das Interesse der Käufer an neuen Batterieautos groß ist, lassen sich gebrauchte wegen des geringen Preisunterschieds kaum noch absetzen. Nach einer Studie der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), eines Datendienstleisters der Autoindustrie, geben 52 Prozent der im Juni befragten deutschen Autohäuser an, sie würden gebrauchte Elektroautos „nur mit starken Nachlässen“ los. „Die Förderprämien drücken die Restwerte der gebrauchten Elektroautos nach unten“, sagt Andreas Radics, Executive Partner der auf Autothemen spezialisierten Beratung Berylls. „Das ist vor allem für ältere Modelle ein Problem.“ Die aus den Fugen geratenen Preise stellen ein etabliertes System infrage: Bisher konnten Autokäufer und -händler relativ gut kalkulieren, wie viel ein Wagen nach vier oder fünf Jahren und etwa 80 000 Kilometern auf dem Tacho noch wert sein wird.…

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aufbrecher

MIRO TAPHANEL entwickelt eine Alternative zu Videokonferenzen. Der Informatiker glaubt, dass wir bald via Holodeck kommunizieren – wie in „Star Trek“. DAS PROBLEM In der Pandemie hat sich Remote-Kommunikation als Alternative zu Geschäftsreisen etabliert. Doch Zoom-Calls können echte Begegnungen bisher nicht ersetzen. Augenkontakt und Körpersprache kommen zu kurz, auch die Gruppendynamik leidet. DIE LÖSUNG Taphanel will Kollegen und Freunde als lebensgroße 3D-Simulationen in den Raum projizieren. Vorbild ist das Holodeck aus „Star Trek“. Die Technologie soll es ermöglichen, mit dem virtuellen Abbild des Gesprächspartners am gleichen Tisch zu sitzen. Der Informatiker setzt dabei auf eine schlanke Augmented-Reality-Brille, kombiniert mit Videotechnologie und Sensoren. DER MARKT Taphanels Start-up Gixel hat einen funktionierenden Prototyp entwickelt. Jetzt geht es an die Serienreife. Langfristig soll das Holodeck zum Preis eines Smartphones an Privatnutzer verkauft werden. Unterstützung kommt von der Bundesagentur für Sprunginnovationen.…