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Voyages et Plein air
Geo Special

Geo Special 02/2019

Alle acht Wochen mit GEO SPECIAL eine Destination im Detail erkunden und zum Landeskenner werden. FÄNGT AN, WO DER REISEFÜHRER AUFHÖRT Jede Ausgabe ist einem Land, einer Region oder einer Stadt gewidmet. Ob anhand von Geheimtipps oder klassischen Urlaubsdestinationen – alle zwei Monate vermittelt das Magazin die Leidenschaft des Reisens, erklärt und inspiriert. Dabei informiert GEO SPECIAL nicht nur ausführlich über Menschen, Hintergründe und Zusammenhänge. Nützliche Empfehlungen und Informationen helfen den Lesern seit mehr als 30 Jahren ganz konkret bei der Reiseplanung.

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Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Fréquence:
Bimonthly
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6 Numéros

dans ce numéro

1 min.
editorial

Willkommen in Hamburg! es gibt einen ungebrochenen Trend in meiner Heimatstadt: Immer weniger geht ohne Vorbestellung, Reservierung oder Schlangestehen. Wer ungeplantes Vergnügen schätzt, dem wird’s nicht so leicht gemacht. Egal ob er ins Konzert, Stadion, Kindertheater, auf eine Party-Barkasse oder ins Restaurant will. Selbst in Branchen, die von zumeist spontanem Lustgefühl leben, ist das Phänomen angekommen. Als ich kürzlich nach der Arbeit bei meinem Lieblingsimbiss »Lütt’n Grill« im Schanzenviertel zwei halbe Hähnchen kaufen wollte, fragte der Verkäufer: »Haste vorbestellt?« Hatte ich nicht, blickte auf die duftenden, voll behangenen Drehspieße – und zog mit zwei kalten Buletten von dannen. Aber diese Entwicklung ist ja letztlich ein Ausdruck dafür, dass das Angebot, der Gesamtmix, den Geschmacksnerv trifft. Hamburgs Magnetkraft wächst, die Stadt wird immer anziehender – als Wohnort genauso wie als Besucherziel. Ich…

2 min.
unterwegs erlebt

HAFENCITY CARA WESTERKAMP UND CHANTAL ALEXANDRA PILSL hatten eine Standleitung in die Elbphilharmonie Zum Glück liegt das Verlagsgebäude von Gruner + Jahr, in dem auch die GEO-Special-Redaktion arbeitet, keine 600 Meter von der Elbphilharmonie entfernt. Gefühlt Dutzende Male machten sich Henri-Nannen-Journalistenschülerin Cara Westerkamp (l.) und Fotografin Chantal Alexandra Pilsl auf den Weg, um im Konzerthaus interessante Menschen – vom Musiker bis zur Hausdame – zu treffen. Nur mit der Orientierung innerhalb des Gebäudes haperte es manchmal: Beide hatten mitunter Schwierigkeiten, in den loftartigen Büroetagen den Ausgang zu finden. »Dann musste uns jemand zum Aufzug begleiten«, sagt die Fotografin. Den Weg zurück zum Verlag fanden sie aber auf Anhieb. → Wir sind Elphi EPPENDORF MARGITTA SCHULZE LOHOFF ließ Olli Dittrich fahren Die Adoleszenz formt einen Menschen bekanntlich stark. Auch popkulturell. Als GEO-Special-Redakteurin Margitta Schulze Lohoff dem Hamburger Comedian Olli…

7 min.
die reise kann beginnen

Revival of the fittest ALS DER FOTOGRAF Bernd Jonkmanns 2009 begann, Plattenläden in mehr als 50 Städten weltweit zu fotografieren, rechnete er damit, dass die Vinyl-Tempel bald verschwunden sein würden. Er irrte – die gute alte Schallplatte dreht weiter ihre Runden. Allein in Hamburg besuchte Jonkmanns 28 Läden, »jeder anders und besonders«. Etwa das »Groove City« im Karoviertel, wo Marga Glanz (oben) sich auf Soul und Jazz spezialisiert hat; das »Zardoz« (ganz unten) und der »Selekta Shop« (viertes Bild unten) in der Schanze; das »Freiheit und Roosen« (sechstes Bild unten) auf St. Pauli oder die »Plattenrille« (fünftes Bild unten) im Grindelviertel. »Hamburg«, sagt Jonkmanns, »ist die heimliche Hauptstadt der record stores.« Promenaden-Mischung FÜR VIELE HAMBURGER ist es die »peinlichste Baustelle« der Metropole: Bereits seit 2011 baut die Stadt zwischen den U-Bahn-Stationen Landungsbrücken und…

2 min.
kleine welt und grosses kino

EIN LAGER, BITTE! Schon verrückt: In bester Zentrumslage, auf fast 300 000 Quadratmetern in 15 gigantischen Backsteinbauten, wohnt – niemand. Trotzdem lieben die Hamburger ihre denkmalgeschützte Speicherstadt, mit den vielen Ateliers, Restaurants und Lagern. Ganz in der Nähe erhebt sich auch Hamburgs ältester Speicher aus dem Jahr 1878, der heute das Maritime Museum beherbergt – und der die perfekte Kulisse für ein Feierabendbier abgibt FISHING FOR COMPLIMENTS Von den Marco-Polo-Terrassen aus gesehen, erhebt sich die Elbphilharmonie wie ein Wellenmeer über der Hafencity. Dass man aus den Fenstern des Konzerthauses angeln kann, ist zwar nur Wunschtraum. Dass Teile der 21 000 Quadratmeter großen Fassade aus gewölbten Spezialscheiben bestehen – jede ein Unikat! –, ist jedoch Tatsache BIS ZUM MORGEN ROT Reeperbahn, olle Schaluppe, wie hast du dich verändert! Wo früher Kaschemmen und Sexshops überwogen, öffnen nun…

7 min.
»st. pauli ist ein permanenter aufstand «

Das Nachtleben vor der Haustür, das Rotlichtmilieu um die Ecke: Können Sie sich vor Inspiration überhaupt retten? Auf St. Pauli schlägt die Inspiration erbarmungslos zu, ob ich will oder nicht. Man wird ständig mit Figuren beworfen, mit Dialogen. Für mich ist vor allem spannend, wie Leute reden, wie sie miteinander umgehen und wie sie sich in die Welt stellen. Da gibt es auf St. Pauli tatsächlich nur eine mögliche Art: aufständisch. Das ganze Viertel ist ein permanenter Aufstand. Wo genau werden Sie denn mit Figuren beworfen? Bei Budnikowsky, unserem Drogeriemarkt – in Hamburg eher ein Treffpunkt –, auf der Straße, im Park, in der Kneipe. Mich kann aber auch inspirieren, was mein Sohn aus der Schule mitbringt oder was mein Mann von seinem Tag erzählt. Ich halte die Augen und Ohren permanent offen.…

14 min.
einmal alles, bitte!

DAS ERSTE, WAS MAN LERNT, wenn man nach Hamburg zieht: Man muss Entscheidungen treffen. HSV oder St. Pauli, Holsten-Bier oder Astra und schließlich Elbe oder Alster: Zwei Gewässer, an deren Ufer Armut und Reichtum, Prunk und Backstein, kleinbürgerliche Idylle und Szeneviertel zu finden sind. Das Erste, was man machen sollte, egal ob man gerade hergezogen oder als Gast in der Stadt ist: All diese Gegensätze bestaunen – an einem einzigen Tag und auf dem Rad. Etappe 1: Jungfernstieg → Krugkoppel ES IST ZEHN UHR MORGENS, der Rathausmarkt ist leer. Hier in der Innenstadt Hamburgs wohnt man nicht, hier kauft man ein, macht Geschäfte oder Politik wie im Rathaus, dem prächtigen Bau von 1897, der hinter mir liegt, während ich Richtung Jungfernstieg rolle. Das erste kitschige Postkartenmotiv des Tages taucht schon nach ein paar…