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Voyages et Plein air
Geo Special

Geo Special 05/2019

Alle acht Wochen mit GEO SPECIAL eine Destination im Detail erkunden und zum Landeskenner werden. FÄNGT AN, WO DER REISEFÜHRER AUFHÖRT Jede Ausgabe ist einem Land, einer Region oder einer Stadt gewidmet. Ob anhand von Geheimtipps oder klassischen Urlaubsdestinationen – alle zwei Monate vermittelt das Magazin die Leidenschaft des Reisens, erklärt und inspiriert. Dabei informiert GEO SPECIAL nicht nur ausführlich über Menschen, Hintergründe und Zusammenhänge. Nützliche Empfehlungen und Informationen helfen den Lesern seit mehr als 30 Jahren ganz konkret bei der Reiseplanung.

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Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Fréquence:
Bimonthly
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6 Numéros

dans ce numéro

2 min.
editorial

Willkommen unterwegs! Südafrika verdanke ich eines meiner aufregendsten Fastabenteuer. Ich befand mich auf einer mehrwöchigen Reise durchs Land und hatte wunderbare Tage in Kapstadt und mit Big-Five-Suche im Kruger­Nationalpark verbracht. Bei einer Weinverkostung in Stellenbosch erhielt ich dann die Einladung zu einem ganz speziellen Ausflug: Ob ich nicht Lust hätte, am nächsten Tag mit Weißhaien zu schnorcheln? Ich goss mir noch etwas Wein ein und hörte dann zu meinem eigenen Erschrecken, wie ich die Offerte in einem Tonfall annahm, als wäre Weißhaitauchen auch in meiner ostwestfälischen Heimat eine Selbstverständlichkeit. Am nächsten Tag stand ich dann auf dem betagten Boot eines wortkargen Kapitäns. Er hatte bereits den Haikäfig an Bord gebracht, in dem ich nur mit Taucherbrille und Schnorchel schwimmen und die großen Weißen beobachten sollte. Der Käfig sah allerdings so fragil aus,…

2 min.
unterwegs erlebt

VON KAPSTADT BIS JOHANNESBURG OBIE OBERHOLZER zeigt uns Südafrika, wie er es liebt Wer den Fotografen Obie Oberholzer im Netz sucht, wird immer wieder auf dieses Bild stoßen: ein Mann mit einem blauen Strich im Gesicht. Das Selbstporträt entstand, nachdem er die »Bluehorizonliners« gegründet hatte: eine Handvoll Männer, deren Gemeinsamkeit ist, dass sie gern mal mit verbundenen Augen Pick-ups durch die Salzpfannen am Nordkap steuern. »Ein berauschendes Erlebnis«, findet Oberholzer, dessen fotografischen Werke die widersprüchlichen Seiten seiner Heimat zeigen: Härte und Drama treffen auf Vielfalt, Schönheit, helle Farben. →Sonnenseiten WESTKAP SARA MOUSLY hatte einen staubigen Job zu erledigen Es war nicht so, dass man sie nicht gewarnt hätte. »Diese Straße ist gefährlich«, stand in der Wegbeschreibung zum AfrikaBurn. Die 133 Kilometer lange, mit spitzen Steinen gespickte R355 in Richtung Tankwa Karoo »isst Reifen zum Frühstück«. Aber sie…

6 min.
take off

Die Löwin brüllt MINDERHEITEN UND UNTERDRÜCKTE: Diese Themen spiegeln alle Fotografien von Zanele Muholi, 47, die weltweit für ihre Werke gefeiert wird. Auch für den aktuellen Bildband »Somnyama Ngonyama«, zu Deutsch: »Heil der dunklen Löwin«. In den Selbstporträts erweckt Muholi ihre Alter Egos zum Leben – Stammesfrauen und Dienstmädchen, königlich und verletzlich, die Augen klar, die Haut leuchtend. Ein düsteres Statement zur afrikanischen Identität, aber auch ein unfassbar schönes. Verlag Aperture Foundation, 189 € (auf Englisch) Tanz um deine Zukunft DER PANTSULA ist choreografierter Protest. Entstanden in den 1990er-Jahren, sollte der Tanz – ein Mix aus Breakdance und traditionellen afrikanischen Bewegungsformen – die zerstörerische Energie der Apartheidspolitik in etwas Schönes verwandeln. Kampf mit Kunst – das hilft auch heute. Mit lässigen Looks und coolen Moves locken Gruppen wie die »Take Care Crew« (l.)…

1 min.
sonnen seiten

WO DER MORGEN ERWACHT In Nature’s Valley am Indischen Ozean beginnt ein neuer Tag. Diese im Tsitsikamma Forest verborgene Feriensiedlung reicht fast bis an den kilometerlangen Strand, Teil der berühmten Garden Route FREUDE AN NATUR Immer wieder beglücken solche Ausblicke: eine Pferdekoppel vor dem »Kurland«-Hotel nahe Plettenberg und der prachtvolle Schmuck eines Pfaus auf dem »Tokara Wine Estate« östlich von Stellenbosch ENDLICH EINE ZUKUNFT Jerome Scheepers ging in der Kleinstadt Pearston zur Schule, als dieses Bild entstand. Obwohl er am Wochenende Kühe hütete, hatte er kein Geld für eine Schuluniform. Inzwischen studiert er in Kapstadt GEZÄHMTE WILDNIS In Sichtweite der schroffen Simonsberg-Berge bei Stellenbosch erstreckt sich eines der Weinanbaugebiete des Landes. Neben dem Bergbau und Tourismus ist dies eine wichtige Einnahmequelle des Landes GROSSE BÜRDE Phyllis Zondane und ihr jüngster Sohn Kasigo müssen mit wenig auskommen; hier sammeln sie…

10 min.
»für die zukunft . . . . . . denn die vergangenheit existiert nicht mehr«

Ntsiki Biyela, 41 Winzerin, Stellenbosch »Ich bIn dIe erste schwarze wInzerIn südafrIkas, die first female black winemaker. Jetzt kommt auch in Südafrika endlich Farbe in den Wein! Aber als Winzerin habe ich gelernt: Es kommt nicht auf das Label an, sondern vor allem darauf, zu wissen, wer man ist. Was einen antreibt. Wo man hinwill. Und dazu muss ich zunächst mal wissen, wo ich herkomme. Manche sagen, ich sei ein Vorbild – aber ich bin einfach ich. Schließlich kam ich nur zufällig zu meinem Beruf: Ich hatte ein Stipendium für ein Weinbaustudium gewonnen, dabei trank ich vorher gar keinen Wein. Ich weiß aber noch, dass mich ein 1999er Shiraz von Delheim umgehauen hat. Da spürte ich: So etwas will ich auch schaffen. In Stellenbosch habe ich studiert und auf einem kleinen Weingut das…

10 min.
jetzt wird’s wild

Ein Ranger-Training in der Wildnis, das klingt so schön. In der Theorie. Was es aber wirklich bedeutet, lerne ich gleich in meiner ersten Nacht. Ich liege in meiner Hütte unter dem Moskitonetz, bin schon fast weggedämmert, als es plötzlich neben mir kracht. »Ach du Scheiße!«, denke ich und fahre hoch. Mein Herz stolpert. Für einen Moment vergesse ich zu atmen. Beim Abendessen haben uns die Guides gewarnt, dass wir nachts mit Besuchern rechnen müssten. Unser Camp im Norden des Kruger-Nationalparks ist nicht eingezäunt. »Ja, ja, ist klar«, habe ich mir da noch gedacht und ausgerechnet: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich wilde Tiere unter Menschen mischen, ist in etwa so hoch, wie mitten in Hamburg einem Wolf zu begegnen. Ein Fehler. Jetzt hocke ich da und starre nach draußen. Die Nacht ist schwarz, gestern…