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ARTE Magazin May 2021

ARTE Magazin ist die monatlich in deutscher Sprache erscheinende Zeitschrift des Europäischen Kultursenders ARTE. Neben dem kompletten TV-Monatsprogramm des Senders finden die Leser des ARTE Magazin reichlich Hintergrundinformationen, Reportagen und Interviews zum aktuellen TV-Programm des Senders. Das ARTE Magazin wendet sich an all, die sich für den Sender ARTE und sein qualitativ außergewöhnliches Programm interessieren.

Land:
Germany
Taal:
German
Uitgever:
Axel Springer SE
Frequentie:
Monthly
€ 1,96(Incl. btw)
€ 21,38(Incl. btw)
12 Edities

in deze editie

1 min
editorial

Liebe Leserinnen & Leser, in Frankreich und Deutschland kommt man bis heute nicht an ihm vorbei: Napoleon Bonaparte ging als Feldherr und Staatsmann, aber auch als Tyrann und Selbstdarsteller in die Geschichte ein. Am 5. Mai 2021 jährt sich der Tod des kleinen, großen Korsen zum 200. Mal – ein Anlass für ARTE, sein Wirken in einem Schwerpunkt zu beleuchten. So rekonstruiert der Dokumentarfilm „Napoleon – Metternich. Der Anfang vom Ende“ einen Schlüsselmoment europäischer Geschichte: das Ringen um Frieden als Duell der Worte. Die Titelgeschichte des ARTE Magazins widmet sich dem posthumen Ruhm Napoleons. Ab Seite 10. In der jüngeren Geschichte, im Frühjahr 2011, protestierten in der gesamten arabischen Welt Menschen gegen autoritäre Herrscher. Die zweiteilige Dokumentation „Das Erbe des Arabischen Frühlings“ beleuchtet die Hintergründe. Im Interview mit dem ARTE Magazin…

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2 min
die vielfalt von arte

1 Nigeria Menschenaffen: Eine Geschichte von Gefühl und Geist Wissenschaftsdoku — Sie leben in Gemeinschaften, sie kämpfen und versöhnen sich, zeigen Mitgefühl, Fairness und Reziprozität. Aber was verraten die Emotionen von Schimpansen über uns Menschen? Die Dokumentation lädt ein zu einer Reise in die Urwälder Nigerias und ergründet die komplexe Innenwelt unserer nächsten Verwandten. TV Samstag, 8.5. — 21.45 Uhr ► MEDIATHEK bis 5.8. verfügbar 2 Polynesien Mit dem Postschiff durch die Südsee: Die magischen Marquesas-Inseln Gesellschaftsdoku — Zweiwöchentlich schippert die „Aranui“ durch das unendliche Blau des Pazifiks. Der Zwitter aus Fracht- und Kreuzfahrtschiff sichert die Anbindung der Marquesas-Inseln an den Rest der Welt und versorgt ihre Bewohner mit allem, was sie nicht selbst herstellen können. TV Samstag, 22.5. — 19.30 Uhr ► MEDIATHEK bis 19.8. verfügbar 3 Bosnien und Herzegowina Kinderbilder aus Sarajevo Geschichtsdoku — In den 1990er Jahren dokumentierte der…

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2 min
ökotrend: grüne auf dem vormarsch

Im Zentrum Europas gibt es einen Ökotrend. Nicht nur beim Autokauf, bei Solardächern oder Biolebensmitteln. Plötzlich führt auch politisch immer öfter kein Weg an den Grünen vorbei. Das war in Österreich vor gut einem Jahr so, als auf Bundesebene erstmals eine Regierung aus konservativer Volkspartei und Ökopartei gebildet wurde. Es hat sich jüngst in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz bestätigt. Bei den Bundestagswahlen im September zeichnet sich nun eine ähnliche Entwicklung für ganz Deutschland ab. Die Grünen werden gebraucht. Österreich könnte Vorbild sein. Dort war die traditionelle Große Koalition von ÖVP und SPÖ bereits 2017 ausgelaugt, am Ende. Die nachfolgende Regierung aus ÖVP und den Rechtspopulisten der FPÖ zerschellte nach nur 18 Monaten am Ibiza-Skandal. Lachende Dritte waren die Grünen. Sie sind inzwischen in der Macht gut angekommen. Die Umfragewerte liegen…

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2 min
christiane paul

ARTE MAGAZIN Frau Paul, die Protagonistin in „Was gewesen wäre“ erlebt Ende 40 ein Gefühlschaos. Inwieweit geht es dabei um Entscheidungen? CHRISTIANE PAUL Ich denke nicht, dass meine Figur zwischen den beiden Männern steht. Sie muss nur mit ihrer ersten Liebe umgehen, die sie noch nicht verarbeitet hat. Das bisherige Leben wird Stück für Stück entblättert. Mir gefiel das Drehbuch, das auf einem Roman von Gregor Sander basiert, sehr gut: Eine Frau mittleren Alters fängt noch mal von vorne an und wirft die Frage auf, wie man eine neue Liebe führt – nach allem, was man schon erlebt hat. ARTE MAGAZIN Der Film verknüpft Vergangenheit und Gegenwart sehr eng miteinander. Wie leicht fällt es Ihnen, im Hier und Jetzt zu leben? CHRISTIANE PAUL Das gelingt mir gut. Natürlich denke ich hin und wieder…

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7 min
ikone von eigenen gnaden

Wie in jedem Jahr wird auch am 5. Mai 2021 ein französischer Militärbischof in der Pariser Kathedrale Saint-Louis-des-Invalides ein Seelenamt für Napoleon lesen. Wahrscheinlich wird die Messe dieses Mal besondere Beachtung finden, denn es ist sein 200. Todestag. Noch heute erinnern sich viele Menschen, nicht nur in Frankreich, an ihn oder bewundern ihn gar. Das kann überraschen, denn im Unterschied zum Zeitgenossen Ludwig van Beethoven hat Napoleon außer der Stiftung des Ordens der Ehrenlegion nicht sehr viel hinterlassen, das noch heute Wirkung entfaltet. François-René de Chateaubriand, ein anderer Zeitgenosse Napoleons, vermutete in seinen 1849 erschienenen Memoiren jedoch: „Nach dem Despotismus seiner Person werden wir noch den Despotismus seiner Erinnerung erleiden müssen. Dieser Despotismus ist noch viel dominierender. Auch wenn wir gegen Napoleon kämpften, solange er auf dem Thron saß, gibt es…

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1 min
das erbe des korsen

1. ALLEEN Die „allée“ nach dem französischen „aller“ für „gehen“ war als schattiger Gartenweg schon im 17. Jahrhundert hierzulande bekannt. Napoleon aber ließ Alleen überall in Europa als beschattete Marschrouten für seine Truppen anlegen. 2. INSELN Er ist Korsikas berühmtester Sohn, in seiner Heimatstadt Ajaccio trägt sogar der Flughafen seinen Namen. Napoleons Kurzzeit-Exil Elba hisst bis heute die von ihm eingeführte Fahne. Und sein Verbannungsort St. Helena wäre ohne ihn ein vollständig unbekanntes Eiland im Südatlantik. 3. WATERLOO Der Name des Dorfes bei Brüssel ist zum Ausdruck für die vernichtende Niederlage schlechthin geworden – „sein Waterloo erleben“ eben. Die verlorene Schlacht gegen alliierte Truppen unter englisch-preußischer Führung 1815 markierte das endgültige Aus für den Kaiser Napoleon. 4. FISIMATENTEN „Visitez ma tente“, lockten französische Soldaten junge Damen ins Zelt. Die elterliche Warnung „Mach keine Fisimatenten“ soll so entstanden…