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P.M. Magazin

P.M. Magazin 03/2021

"P.M. berichtet informationstief und gedankenscharf über die spannendsten Ereignisse der Wissenschaft in einer ganz besonders unterhaltenden Art und Weise. P.M. erzählt aus den Werkstätten der Zukunft. Faszinierend und begeisternd. P.M. bietet emotionalen Mehrwert, denn P.M. ist das einzige seriöse Magazin im Wissenssegment, das nicht nur verständlich sondern auch unterhaltsam ist. Die Artikel gehen den Dingen auf den Grund und vermittelt Wissen leidenschaftlich – immer auf Augenhöhe mit seinen Lesern und stets aus überraschender Perspektive. Dabei liefert das Magazin immer wieder neues Wissen, spannende und außergewöhnliche Geschichten und gibt Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit. Der Claim ""Neugierig auf morgen"" spiegelt sowohl das Interesse der Leser als auch den Antrieb der Redaktion perfekt wider."

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Land:
Germany
Taal:
German
Uitgever:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Frequentie:
Monthly
€ 2,96(Incl. btw)
€ 34,66(Incl. btw)
12 Edities

in deze editie

2 min
im rausch der erkenntnis

Etwa 0,1 Prozent der Menschheit sind Wissenschaftler. Eine recht kleine Gruppe. Doch die Bekämpfung der Corona-Pandemie und die fieberhafte Suche nach wirksamen Impfstoffen zeigten einmal mehr, wie sehr das Schicksal der Menschheit vom Erfolg dieser Experten abhängen kann. Forschung bewegt also unsere Gegenwart und formt unsere Zukunft. Aber was bewegt die Wissenschaftler, zumal ihre Spitzenvertreter, zu Höchstleistungen? Herlinde Koelbl, Deutschlands wohl renommierteste Fotografin, hat 60 international bedeutende Forscher danach gefragt. Das Wort »besessen« fällt in dem Interview- und Bildband so manches Mal. »Forschung ähnelt der Besteigung des Mount Everest«, sagt der Chemiker David Avnir. Doch nicht nur mit Durchhaltevermögen unter extremen Bedingungen wird der Gipfel erreicht, sondern auch mit dem, was der Biopsychologe Onur Güntürkün als »rauschhaftes Denken« bezeichnet: »Es ist wunderschön, wenn der Horizont aufreißt, dann sehe ich glasklar…

12 min
keine angst vor der angst

Herr Bandelow, Angst ist unangenehm. Sie kann uns quälen und lähmen. Eigentlich könnten wir gut auf sie verzichten, oder? Nein, ohne sie würden wir nicht lange leben. In vielen Situationen arbeitet die Angst für uns, ohne dass wir es merken. Sie sorgt etwa dafür, dass wir mit dem Fahrrad bei Rot an der Ampel anhalten, statt überfahren zu werden. Dann ist Angst etwas Gutes. Auf jeden Fall. Wenn Sie durch den Dschungel in Thailand laufen und eine Schlange sehen, löst die Angst eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion im Körper aus – und Sie machen einen Satz nach hinten. So ähnlich wie bei einem modernen Auto, das merkt: Gleich passiert ein Unfall. Die Sicherheitsgurte werden angespannt, das Schiebedach geht zu, die Airbags blasen sich auf. Alles passiert synchron und sehr rasch. Es muss ja auch schnell gehen,…

14 min
jede sekunde zählt

Noch bevor der letzte gelbe Schlitten durchs Ziel rattert, weiß Michael Nitsch, dass die Sache gut gehen wird für das deutsche Team. Schon am Morgen hatte Francesco Friedrich, der 29 Jahre alte Favorit, im ersten Lauf der Weltmeisterschaft auf der Bobbahn von Altenberg 49 hundertstel Sekunden Vorsprung herausgefahren. »Haben Sie das gesehen: eine halbe Sekunde in einem Lauf!«, hat Nitsch da gerufen. Und jetzt, gegen Ende des zweiten Laufs, schaut die Konkurrenz erst recht bedient unter ihren dicken Helmen hervor. Alle drei vorderen Plätze sind bereits jetzt von den Deutschen belegt. Und Top-Favorit Friedrich kommt erst noch. Am Ende heißt es: 1,65 Sekunden Vorsprung nach vier Läufen, Bahnrekord, zum sechsten Mal Weltmeister im Zweierbob. Wieder sind Francesco Friedrich und die Deutschen der Konkurrenz davongefahren. Eine Woche darauf folgt in Altenberg der…

8 min
die gase der nation

Die Zahl, die mit über die Zukunft des Weltklimas entscheiden soll, stammt aus Dessau in Sachsen-Anhalt. Hier, im glasüberdachten Innenhof des Umweltbundesamtes (UBA), sieht es fast aus wie in einem botanischen Garten, es gedeihen der Schleimknöterich und der Erdbeerbaum. Dirk Günther reicht das offenbar nicht. In seinem Büro mit Blick auf das Atrium, in dem die entscheidende Zahl jedes Jahr Gestalt annimmt, ragen ein knappes Dutzend Zimmerpflanzen in die Höhe. Sie sehen aus, als würden sie liebevoll umsorgt. Die Zahl, an der Dirk Günther und seine Kollegen das ganze Jahr über arbeiten, lautet für 2018: 858 Millionen. So viele Tonnen Kohlendioxid (CO₂) und andere Klimagase hat Deutschland in jenem Jahr produziert. Die Schätzung für 2019 lautet 805 Millionen. Es ist nur ein Bruchteil der weltweiten Treibhausgas-Emissionen, die 2019 laut Umweltprogramm der…

1 min
der buntspecht (dendrocopos major)

AUFSCHLAG Damit dem Specht nicht der Schädel brummt, wenn er hämmert, besitzt sein Körper Schutzmechanismen: einen Stoßdämpfer am Schnabelansatz, verschieden lange Schnabelhälften und ein Zungenbein, das sein kleines, perfekt eingepasstes Gehirn polstert. SCHLAGFERTIG Sozialer Wohnungsbau: Spechthöhlen bieten Eichhörnchen, Kohlmeisen, Fledermäusen, Bienen und anderen Tieren ohne Zimmermannsausrüstung ein Zuhause. SCHLAGLOCH »Spechtschmieden« sind keine Eliteakademien für Küken, sondern maßgeschneiderte Baumspalten. In die klemmt der Vogel Nüsse, Zapfen und hartschalige Käfer, um sie aufzuhacken. SCHLAGZAHL Höhlen bauen oder Maden jagen, Saft abzapfen oder Nachrichten senden: Ein Specht hat viele Gründe, seinen Schnabel bis zu 16-mal pro Sekunde gegen einen Baum zu donnern. RUNDUMSCHLAG Zehen zum Drehen: Eine von vier Krallen pro Fuß kann nach oben oder unten zeigen, je nachdem, was dem Vogel mehr Halt bietet. Auch stützt ihn sein kräftiger Schwanz.…

10 min
alpha

Auf Empfang im Orbit SATELLITENTECHNIK Wie eine Blüte öffnet sich der Reflektor der Firma Airbus – und vergrößert seinen Durchmesser von 1,6 auf 5 Meter. Ab 2022 soll er als Teil eines Radarsatelliten dazu beitragen, die Erdoberfläche zu vermessen. Diese können das selbst bei Nacht oder Bewölkung. Dazu schickt der Reflektor die Strahlung der Radarantenne zur Erde; die zurückkehrenden Signale sammelt er ein und bündelt sie auf den Detektor des Satelliten. Je größer ein Reflektor, desto höher die Auflösung der Aufnahmen. Die 70 Kilogramm leichte Neuentwicklung von Airbus passt zusammengeklappt in die Rakete, die den Satelliten ins All trägt; erst im Orbit entfaltet sie sich. Die Tests im Labor hat der Reflektor bereits bestanden. Zurück in der Zukunft: Gentechnik MEDIZIN Im Jahr 1953 kamen Forscher der Doppelhelix auf die Spur: jener komplizierten Molekülstruktur…