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P.M. Magazin 07/2021

"P.M. berichtet informationstief und gedankenscharf über die spannendsten Ereignisse der Wissenschaft in einer ganz besonders unterhaltenden Art und Weise. P.M. erzählt aus den Werkstätten der Zukunft. Faszinierend und begeisternd. P.M. bietet emotionalen Mehrwert, denn P.M. ist das einzige seriöse Magazin im Wissenssegment, das nicht nur verständlich sondern auch unterhaltsam ist. Die Artikel gehen den Dingen auf den Grund und vermittelt Wissen leidenschaftlich – immer auf Augenhöhe mit seinen Lesern und stets aus überraschender Perspektive. Dabei liefert das Magazin immer wieder neues Wissen, spannende und außergewöhnliche Geschichten und gibt Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit. Der Claim ""Neugierig auf morgen"" spiegelt sowohl das Interesse der Leser als auch den Antrieb der Redaktion perfekt wider."

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Land:
Germany
Taal:
German
Uitgever:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Frequentie:
Monthly
€ 2,96(Incl. btw)
€ 34,66(Incl. btw)
12 Edities

in deze editie

2 min
plastik ist nicht einfach böse

Liebe Leserin, lieber Leser, seit einiger Zeit versuchen wir in unserer Familie, Plastikverpackungen zu vermeiden, wo immer es geht. Ich laufe inzwischen sogar mit unseren Keramik­Schüsselchen zum Thai-Imbiss an der Ecke, um die scharfen Currynudeln nach Hause zu bekommen – und zwar ohne dabei unnötigen Kunststoffmüll zu verursachen. Das machen inzwischen gar nicht so wenige Menschen. Das wachsende Bewusstsein für den Plastikkonsum ist auch an der Reaktion der Industrie erkennbar: Immer mehr Produktverpackungen tragen Aufschriften wie »Aus x Prozent Altplastik« oder »Ohne Mikroplastik«, und wer gar nichts anderes zu bieten hat, schreibt zumindest noch »100 Prozent recycelbar« auf seine Verpackungsfolie. Das ist, im Allgemeinen, erfreulich. Aber all diese Aktivitäten führen eben keineswegs dazu, dass die Herstellung von Kunststoffen reduziert würde. Im Gegenteil: Die Menschheit stellt immer mehr Plastik her. Im Moment…

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1 min
zitate

»Die erste ultraintelligente Maschine ist die letzte Erfindung, die der Mensch je machen muss.« IRVING JOHN GOOD (1916–2009), britischer Mathematiker Eingesandt von Andreas Albrecht, Leipzig »Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.« MARTIN LUTHER (1483–1546), deutscher Theologe Eingesandt von Hans-Jürgen Budich, Olching Man muss sein Glück teilen, um es zu multiplizieren. MARIE VON EBNER-ESCHENBACH (1830–1916), österreichische Schriftstellerin Eingesandt von Ullrich Herzau, Berlin »Übermäßiges Lob ist wie zehn Stück Zucker im Kaffee, nur sehr wenige Leute können das schlucken.« EMILY POST (1872–1960), US-amerikanische Schriftstellerin Eingesandt von Klaus P. Jaworek, Büchenbach »Ein Talent hat jeder Mensch, nur gehört zumeist das Licht der Bildung dazu, um es aufzufinden.« PETER ROSEGGER (1843–1918), österreichischer Schriftsteller Eingesandt von Nicole Hirtl, Kapfenberg (Österreich) D RE I…

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2 min
leserbriefe

P.M. 05/2021 Titelgeschichte Wem gehört die Tiefsee? Auf Seite 27 werden 50 000 Kubikmeter gleichgesetzt mit dem Volumenstrom, der stündlich von der Elbe in die Nordsee fließt. Meines Wissens ist der mittlere Stundenabfluss deutlich höher; er liegt bei etwa 2,5 Millionen Kubikmetern. Peter Liedke, per Mail Lieber Leser, danke für den berechtigten Hinweis. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen! DIE REDAKTION P.M. ALLGEMEIN Visionen und Ideen Hoffnung für morgen Ihre Artikel zu innovativen Projekten zum Thema Umweltschutz, Nachhaltigkeit und schonender Umgang mit unserem Planeten beruhigen mich immer wieder aufs Neue. Sie begeistern mich für die erfindungsreichen Menschen, die all diese Mühen unternehmen, um unseren nachfolgenden Generationen weiterhin ein gutes Leben auf der Erde zu ermöglichen. Ich schöpfe wieder Hoffnung, dass wir die Folgen des jahrzehntelangen Raubbaus an unseren Lebensräumen zumindest ansatzweise abpuffern können. Alicja Taube, per Mail Alpha Zurück in der Zukunft Gerade für…

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10 min
alpha

Lebenskeim im Labor ENTWICKLUNGSBIOLOGIE Hat ein Spermium eine Eizelle befruchtet, teilt diese sich anschließend immer wieder, bis nach einigen Tagen eine Hohlkugel aus Zellen entsteht, die Blastozyste. Was in diesem Stadium geschieht, ist teils noch unklar: Wie differenzieren sich die Zellen weiter, wie stimmen sie sich ab, was kann dabei schiefgehen? Solche Fragen sind schwierig zu erforschen, denn die Arbeit mit menschlichen Embryonen ist streng geregelt. Abhilfe könnten iBlastoids (Bild) schaffen, die sich zahlreich im Labor züchten lassen. Forschende der australischen Monash University verändern dazu das genetische Programm von Hautzellen, sodass sich diese zu einer künstlichen Blastozyste formieren. iBlastoids sind jedoch nur ein Forschungsmodell: Ein lebensfähiger Embryo könnte daraus nicht erwachsen. Per Stimme zur Diagnose MEDIZIN Manche Krankheiten verändern unsere Sprechweise. Wie genau sie das tun, erforscht Björn Schuller an der Universität Augsburg.…

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22 min
wie verändert plastik unseren planeten?

Der Teich ist schwarz. Nicht dezembergrau oder matschbraun. Sondern pechschwarz. Er leuchtet fast in der trüben Felderlandschaft. An manchen Stellen klumpt die Wasseroberfläche zusammen. Rita Triebskorn will nachschauen, woher die Schwärze stammt. Die Biologin, Professorin an der Universität Tübingen, untersucht, ob Plastik in der Umwelt krank macht. Die 60-Jährige ist es gewohnt, in Gremien zu sitzen und Vorträge vor Politikern zu halten. Jetzt trippelt Triebskorn im roten Mantel draußen vor der Stadt durch den Schlamm. Sie folgt einem teerfarbenen Rinnsal, das von der Straßenböschung heruntersickert, Blasen wirft und in einem Rohr endet. Oben donnert vierspurig die B 27, die Tübingen mit dem halben Land verbindet. »Hier wird alles runtergespült, was sich bei Regen auf der Fahrbahn sammelt«, sagt Triebskorn. Genau dafür ist der Teich da: Er ist ein Regenklärbecken, wie es unzählige…

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13 min
»unsicherheit ist das gefühl unserer zeit«

Herr Peters, warum beschäftigen Sie sich als Mediziner mit einem vagen Gefühl wie Unsicherheit? »Im normalen Alltag befindet sich unser Gehirn in einer Art Öko-Modus, es arbeitet sparsam und untertourig.« Unsicherheit ist das Gefühl unserer Zeit. Natürlich, auch früher lebten Menschen hierzulande in Angst und Schrecken, in Kriegen etwa. Heute ist die Verunsicherung in Mitteleuropa vielleicht weniger kraftvoll, doch sie ist überall zu spüren, schleichend. Und Corona befeuert sie in allen Bereichen des Lebens, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Normalerweise hängt Unsicherheit davon ab, was eine einzelne Person ganz individuell erlebt hat, von ihrer Biografie. Doch derzeit erleben wir tendenziell alle etwas Ähnliches: Wir wissen nicht, was das Morgen bringen wird, wie groß die Gefahr für uns selbst ist. Das macht uns alle unsicher. Und gerade deshalb ist dieses…

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