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stern Crime

stern Crime 04/2015

"Unter dem Motto ""Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten."" berichtet STERN CRIME von realen Kriminalfällen und deren Aufklärung, beleuchtet aber auch das Schicksal der Opfer und die Motive des Täters. Das Heft liefert alle zwei Monate einfühlsame Texte und zurückhaltende, aber zugleich eindringliche Bebilderung der Geschichten. Die seriöse Berichterstattung umfasst Interviews mit Ermittlern, beleuchtet Tathintergründe und verschafft fesselnde Einblicke in die polizeiliche Aufklärungsarbeit. Mit seinen Reportagen über wahre Verbrechen spricht STERN CRIME Leser an, die den Nervenkitzel lieben und sich für den psychologisch-sozialen Kontext realer Kriminalfälle interessieren."

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Land:
Germany
Taal:
German
Uitgever:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Frequentie:
Bimonthly
€ 4,94(Incl. btw)
€ 23,77(Incl. btw)
6 Edities

in deze editie

1 min
psychopathen …

…und Serienmörder tauchen in unzähligen Romanen, Filmen und Serien auf. Auch Crime beschäftigt sich in fast jeder Ausgabe mit ihnen. Aus Briefen und Mails an die Redaktion wissen wir, wie sehr diese Verbrecher unsere Leser in ihren Bann ziehen. Warum sie eine so große Anziehungskraft ausüben, erklärt der Psychiater Borwin Bandelow in seinem Buch „Wer hat Angst vorm bösen Mann?“ so: Sie sind meist intelligent, kontrolliert, charismatisch und können auch ihre Opfer für sich einnehmen. Und sie leben in einer besonderen Ambivalenz. So abgrundtief böse ihre Verbrechen sind, so unscheinbar ist ihre Existenz. Gerade diese Mörder müssen unauffällig unter Mitmenschen wohnen, um ihre Taten über längere Zeit begehen zu können und nicht schon nach dem ersten Mal gefasst zu werden. Was den Serienmörder aber am unheimlichsten macht, ist, dass wir uns nicht vor…

4 min
einer muss schuld haben

Er hatte ja nicht vor, jemanden umzubringen an diesem Abend. Er war voll, mit Alkohol und mit einer Wut, von der er nicht genau wusste, woher sie eigentlich kam. Er schlug ihr ins Gesicht, mit der flachen Hand. Dass sie stürzt, die junge Frau, und dass sie stirbt, damit hat er nicht gerechnet. Das hat er nicht gewollt. Trotzdem ist er jetzt schuld. „Ich muss damit leben, dass wegen mir ein Mensch tot ist“, sagte er im Prozess. Er bekam drei Jahre Jugendhaft. Er hatte ja nicht vor, eine Frau zu töten. Er wollte den Berg hinuntersausen, ein bisschen zu schnell vielleicht und ein bisschen zu eigensinnig und zu egoistisch, und er ist ohne viel nachzudenken um den Fangzaun herumgekurvt und die andere Piste hoch, nur zum Ausfahren vielleicht. Dass sie stürzt, die…

26 min
der stille nachbar

Der Mann schlendert durch den stillen Wald. Er hat ein blasses Gesicht und eine stämmige Figur. Bei ihm ist eine Frau, die beiden sind umringt von Birken, deren Stämme 15 bis 20 Meter hoch in den blassgrauen Frühjahrshimmel ragen. Sie unterhalten sich über ein gewichtiges Thema. Was ist Liebe? Gibt es sie wirklich? Oder ist sie lediglich ein Trick, eine Illusion? Die Frau weiß nicht, dass der Mann diese Unterhaltung nicht zum ersten Mal führt. Er hat Übung. Seine Stimme ist tief, er spricht leise und konzentriert. Er will verstanden werden. Sie hatte nicht erwartet, dass der Mann so ernst sein würde. Er arbeitet im selben Supermarkt wie sie, vor einer halben Stunde hat er sie angesprochen. Sie kamen ins Plaudern, machten Scherze. Er bot ihr eine Zigarette an, sie hielt sie…

10 min
rembrandt und ich

14. Juli 1999: Nach dem Raub ist Patrick Vialaneix wie berauscht. Mit Polaroids dokumentiert er den MomentVialaneix im Frühjahr 2014: Das Geständnis war eine Befreiung – von der Sorge um das Bild Nach 15 Jahren des Schweigens beschloss Patrick Vialaneix, sich zu stellen. Am 19. März 2014 erzählte er seine Geschichte einem Anwalt aus Marmande im Südwesten Frankreichs. Anfangs wollte der Anwalt ihm nicht glauben. Doch Vialaneix hatte Fotos, die alles bezeugten. Auch die Polizisten waren zunächst skeptisch. Sechs Stunden lang breitete Vialaneix sein Leben vor ihnen aus. Bis Mitternacht. Schließlich mussten sie einsehen, dass seine Geschichte stimmig war. Nach dem Geständnis ging Patrick Vialaneix zu seinem Psychiater, er wollte ihm endlich verraten, was er bislang verschwiegen hatte: den wahren Grund für seine Angstzustände. 1999 hatte er aus dem Museum von Draguignan…

4 min
im main versenkt

Spaziergänger entdeckten das Stoffbündel gegen 14.50 Uhr am Ufer des Mains im Frankfurter Stadtteil Nied. Es trieb im Wasser an diesem 31. Juli 2001, einem der heißesten Tage des Jahres. In dem verschnürten Bettbezug mit braunem Leopardenmuster steckte die Leiche eines höchstens 16 Jahre alten Mädchens – die Beine angewinkelt und an die Brust gepresst, die Arme eng am Körper angelegt. Verknotet war das Bündel mit zwei elastischen Stoffgürteln, sogenannten Nalas aus Pakistan oder Afghanistan, und angeseilt an einen ursprünglich mit Wasser befüllten Sonnenschirmständer, der offenbar als Sinkgewicht dienen sollte, was aber im flachen Wasser des Mains nicht dauerhaft funktionierte. Die Tote – 1,57 Meter groß und nur 38,5 Kilogramm schwer – wurde noch am selben Tag obduziert. Ihr Körper wies zahlreiche Verletzungen auf, die teilweise schon verheilt waren und auf…

23 min
„bobby“

Er rülpst, er furzt, er pinkelt, dann spricht er mit sich selbst. Er glaubt, niemand könne ihn hören auf der Toilette nach seinem TV-Interview. Aber das Mikrofon ist noch eingeschaltet, als er etwas vor sich hin murmelt, ein paar gefährliche Sätze. Mit diesen Sätzen könnte die Geschichte von Bobby enden. Sie könnte so verrückt enden, wie Bobby nun mal ist. Aber vielleicht kommt er auch diesmal wieder davon. Seine Anwälte werden sagen, man dürfe nicht glauben, was er von sich gibt, man dürfe ihn nicht allzu ernst nehmen. So als wäre er noch immer ein kleines Kind, dieser Robert Alan Durst, ungefragt in die Welt gestoßen am 12. April 1943, aufgewachsen in einem Herrenhaus vor den Toren New Yorks, in Scarsdale, Westchester County, wo die Milsteins wohnten und die Tisches, wo…