»Die Schätze, die wir zurück in die Redaktion tragen« Liebe Leserin, lieber Leser, den wohl bittersten Moment in meiner Laufbahn als junge Redakteurin erlebte ich in der Münchner Straßenbahn. Eigentlich war ich gerade euphorisch, denn ich hatte soeben in der super schicken Suite eines super schicken Hotels einen damals sehr angesagten Schriftsteller interviewt. Alles war gut gelaufen – dachte ich.
Doch als ich in der Bahn mein Aufnahmegerät aus der Tasche holte, um mal kurz reinzuhorchen, hörte ich: nichts, keinen Piep. Ich schüttelte das Teil, holte die Batterien raus, pustete, setzte sie wieder ein: absolute Stille. Das Gerät hatte seinen Geist aufgegeben. Ein Desaster.
Mag sein, dass Desaster in Ihren Ohren eine Spur zu dramatisch klingt, doch viele meiner Kolleginnen und Kollegen können vermutlich nachempfinden, was ich fühlte: Ein…
