Auch wenn man es vermuten könnte: Dass es auf dem Titel zu dieser Ausgabe nicht „Zeitlose Häuser“ heißt, sondern „Zeitlose Klasse“, ist keine Formulierungsakrobatik, mit der wir eine Wortdopplung vermeiden wollten, sondern eine bewusste Entscheidung, die mitten hinein ins Thema führt. In unserem Schwerpunkt geht es nämlich keineswegs darum, Architektur vorzustellen, die auf sichtbare Bezüge zur Zeit ihrer Entstehung verzichtet und quasi baugeschichtlich nicht einzuordnen ist. Denn in dieser Unbestimmbarkeit liegt ja noch lange kein Vorzug – außer dass man die Bauwerke als Gegenstand verblüffender Ratespiele nutzen könnte. Tatsächlich sind es doch im Gegenteil oft gerade die unverkennbaren Merkmale einer bestimmten Zeit, die den Charme von Gebäuden ausmachen, man denke an die fabelhaften Details mancher Gründerzeitfassaden, an die Klarheit bestimmter Entwürfe der Neuen Sachlichkeit oder die schwungvolle Eleganz vieler Midcentury-Bauten.…
