Begreifen Sie doch, dass es etwas bedeutet, wenn niemand außer den Norddeutschen Grünkohl mag!“ Nein, einfach war er nicht, der gute Wolfram Siebeck, und unleidlich in seinem Urteil. Seines Stils wegen war er durchaus verehrungswürdig, im Umgang aber war der „Zeit“-Schmecker grauslich. „Nur die Norddeutschen …?“, wandte ich rhetorisch ein. „Also, da sind ja auch noch die Schotten …“ Da lachte der Praeceptor auf.
Wir wurden uns nicht einig, ich blieb aber dabei und bleibe es auch jetzt: Ich mag Grünkohl. Ja, ich liebe ihn sogar – nicht zuletzt deshalb, weil er eine saisonale Speise ist, so wie Erdbeeren und Brunnenkresse, Spargel und schwarze Johannisbeeren, und weil ich ihn also nicht immer haben kann. Es gibt ihn nur im Winter. Ganz anders als die Paprika aus den Plastiktunneln Spaniens und…
