Neulich erklärte die Psychotherapeutin Angelika Rohwetter den Kollegen vom „Spiegel“, warum ich mich seit Monaten so matschig fühle. Nicht nur ich natürlich, sondern viele, wenn nicht sogar die meisten, mit denen ich spreche. Seltsam abgeschlagen, antriebslos, matt und maulig, so schildern sie es, eine Freundin sagt, sie fühle sich, „als ob ich den ganzen Tag durch Gelee wate“. Eigentlich ist nichts los, uneigentlich aber doch. Nur was?
Angelika Rohwetter nennt das Phänomen „Corona-Erschöpfung“: Seit über einem halben Jahr leben wir nun mit der Pandemie, die auch diejenigen, die sich bislang nicht infiziert haben, befallen hat – psychisch. Denn Corona betrifft jeden von uns, vor dem Virus gibt es kein Entkommen: „Fast alle müssen jetzt so leben, wie sie es nie frei gewählt haben“, sagt Rohwetter. Der permanente Ausnahmezustand und der…
