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Mein Kollege Bernhard Albrecht geht den Dingen gern auf den Grund, auch wenn der noch so tief liegt. So war es, als er vor einem Jahr die stern-Petition für eine bessere Pflege initiierte. 350 000 Unterschriften kamen zusammen, am Ende trat Albrecht vor dem Petitionsausschuss des Bundestags und dem damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn auf, dem er in aller Klarheit erklärte, warum das System so nicht funktioniert. Albrecht, promovierter Mediziner, hatte sich dafür durch die Sozialgesetzbücher gewühlt, mit vielen namhaften Experten gesprochen und in mehreren großen stern-Geschichten darüber geschrieben. Es wird nicht viele Journalisten in Deutschland geben, die beim Thema „Pflege“ besser Bescheid wissen als er. Jetzt hat sich Bernhard Albrecht ein anderes Thema vorgenommen. Als eine Kollegin über ein taubes Gefühl in den Fingerkuppen und im linken Fuß berichtete, nachdem…
Manchmal denke ich, es müssten wirklich mehr Frauen an die Macht – und diese testosterongesteuerten Vollpfosten ablösen. Britta Borutta, Meerbusch stern Nr. 8/2022, „Komiker gegen KGB-Mann“ – der Ukraine-Konflikt und das Duell Selenskyj gegen Putin Friedenswunsch In unserer Klasse hat fast die Hälfte der Schüler Wurzeln in den ehemaligen Sowjetrepubliken. Wir leben kameradschaftlich zusammen in einem Gemisch aus russischen, belarussischen, ukrainischen und vielen anderen Nationalitäten. Uns fällt auf, dass in der Berichterstattung sehr einseitig in Gut und Böse eingeteilt wird. Der Westen fordert, dass jeder Staat für sich selbst entscheiden darf, welchem Militärbündnis er beitritt. Die ukrainische Regierung will in die Nato aufgenommen werden. Russland will dies verhindern, es fühlt sich von Nato-Staaten an seinen Grenzen bedroht. Regierungschef Putin beruft sich auf Zusagen des Westens bei den Verhandlungen…
Die Meldung vom „Baby aus Bareilly“ ging 2019 über die Nachrichtenticker auf der ganzen Welt: Die kleine Sita wurde in einem Tonkrug lebendig begraben. Ein Vater, der seine eigene Tochter hatte beerdigen müssen, fand den Säugling und rettete ihn. Die Schilderung klang so dramatisch wie ausgedacht. Nahost-Korrespondent Jonas Breng ging der Geschichte nach und schrieb in seinem Stück „Eine Tochter Indiens“ über die verrückten Verwerfungen, die sich nach der Rettung des kleinen Mädchens ergaben. Für diesen Text, der im Mai 2020 im stern erschien, wurde unser Autor nun mit dem Konrad-Duden-Journalistenpreis ausgezeichnet. Die Jury lobte Brengs „künstlerischen Umgang mit der deutschen Sprache“.…
Alltag im Schatten der Bedrohung Als Reporter Andrzej Rybak vor zehn Tagen nach Kiew flog, erwartete er, Menschen zu treffen, die auf gepackten Koffern sitzen, um bei einem russischen Angriff aus der Stadt zu fliehen. Stattdessen begegnete er vielen Ukrainerinnen und Ukrainern, die weiter ihren Alltag leben, Hochzeiten feiern und Ausstellungen besuchen. Viele seiner Gesprächspartner gehörten zur jungen Elite des Landes. „Sie sind weltoffen, gut ausgebildet und kreativ. Von Gleichaltrigen in Warschau oder Berlin nicht zu unterscheiden“, sagt Rybak, der unter anderem eine Kiewer Konzerthalle besuchte. Kurz darauf stand er am Mahnmal für die Toten des Aufstands auf dem Majdan. (Seite 24) Bitte lächeln! Oliver von Dobrowolski hat viele Follower in den sozialen Netzwerken, für die darf es auch mal ein Selfie sein, hier mit stern- Reporter Moritz Herrmann (links,…
GROSSBRITANNIEN NATURGEWALT Eine gigantische Welle bricht während des Sturmes vom vergangenen Wochenende am West Quay von Newhaven in East Sussex, und die Gischt umfängt den Leuchtturm. Stundenlang ging das so, ein im Wortsinn gewaltiges Naturschauspiel. Der Orkan, der bei uns „Zeynep“ hieß, firmierte auf der Insel unter „Eunice“. Die Schäden waren hier wie dort immens. Tote und Verletzte, umgestürzte Bäume, der Bahnverkehr lahmgelegt, das Dach der O2-Arena in London zumindest teilweise verweht. Der Leuchtturm von Newhaven aber blieb standhaft. Er trotzt dort seit mehr als 130 Jahren Wind und Wetter. USA FESTMAHL Wenn sich gleich drei Weißkopfseeadler um einen Hirschkadaver streiten, wie bei diesem spektakulären Kampf in Montana, ist das erst mal ein gutes Zeichen. Die Population der Adler hat sich erholt, nachdem die USA 1972 das Pestizid DDT verboten…
Bevor Sie fragen: Nein, ich habe den tragischen Auftritt der russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa nicht gesehen. Nicht live. Nachdem ich in meiner vorigen Kolumne geschrieben habe, man könne das zynische Geschäft des IOC nur mit Nichtbeachtung strafen, bin ich konsequent geblieben. Diese Winterspiele haben ohne mich stattgefunden. Und nach allem, was ich höre, habe ich nicht viel verpasst. Es bringt eben niemandem Spaß, die Abfahrt auf künstlich weißen Pisten zu sehen, die inmitten brauner Hügel einsam vor sich hin matschen. Das macht schon im Weltcup schlechte Laune, weil man nirgendwo so deutlich dem Klima beim Wandeln zusehen kann. Während der Spiele in China, mit all den menschenverachtenden Rahmenbedingungen, hat es überhaupt keine Freude mehr gemacht, da sind sich viele Kommentatoren einig. Und dann der Fall, der Sturz, die Stürze der…