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GEO EPOCHEGEO EPOCHE

GEO EPOCHE 90/2018

GEO EPOCHE ist das Geschichtsmagazin von GEO. Jede Ausgabe ist einem historischen Thema gewidmet - Epochen wie dem Mittelalter, Staaten wie Preußen, Weltreligionen wie dem Judentum. Geschichte schillernd und packend ohne Staub, Fußnoten und Zahlenkolonnen. Erzählt werden Geschichten über bedeutende Personen und dramatische Ereignisse, über Alltag und Kultur, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In genauen historischen Rekonstruktionen sowie opulenten Bildessays und Experteninterviews, mit Karten und Infokästen wird die jeweilige Epoche zum Leben erweckt und vor allem deren Alltag sinnlich nacherzählt. „Wir nehmen die Leser mit auf eine Zeitreise“, so lautet das Credo von Chefredakteur Michael Schaper.

Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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DANS CE NUMÉRO

access_time2 min.
editorial

Liebe Leserin, lieber Leser Geschichte ist in Irland nichts Vergangenes. Sondern stets gegenwärtig, lebendig. Zahlreiche Ereignisse, Figuren und Schauplätze aus früheren Epochen sind den Menschen auf der Grünen Insel auch heute noch präsent. Denn wie nur wenige andere Völker sind die Iren geradezu besessen von der Beschäftigung mit ihrer eigenen Historie. Und das ist nicht allein nostalgische Traditionspflege: In dem Land, dessen führende konservative Partei nach legendären keltischen Kriegerhorden benannt ist (Fianna Fáil, „Soldaten des Schicksals“) – und wo die Liberalen „Clan der Gälen“ (Fine Gael) heißen, werden immer wieder uralte Geschehnisse als Schlagworte in aktuellen politischen Diskussionen verwendet. Vor allem die Auseinandersetzungen mit den britischen Besatzern – die das Land fast acht Jahrhunderte unterjochten – haben sich tief in das historische Bewusstsein der Iren eingegraben. Etwa die Aufstände im 17. Jahrhundert, als…

access_time3 min.
insel der unbeugsamen

Zeichen aus der VORZEIT Die Besiedlung Irlands beginnt vor etwa 12 500 Jahren. Spätere Bewohner der Insel hinterlassen Monumente, die Einblick geben in ihre Gemeinschaft. Doch um 500 v. Chr. werden sie von den Kelten verdrängt, die fortan die irische Kultur formen Die Ankunft der MÖNCHE In Irland verknüpfen sich verschiedene Kulturen auf einzigartige Weise: So bringen Missionare im 5. Jahrhundert die christliche Lehre auf die Insel, die sich mit keltischen Traditionen vermischt. Es ist vor allem diese Kombination, aus der sich von nun an die irische Identität speist Der Beginn der FREMDHERRSCHAFT Kein Ereignis prägt die irische Geschichte so wie die Invasion von 1170: Englands König Heinrich II. erobert die Insel und begründet eine jahrhundertelange Fremdherrschaft. Immer wieder werden die Iren versuchen, die Besatzer zu vertreiben – und immer wieder scheitern Erzwungene ARMUT Irland ist fruchtbar,…

access_time4 min.
kelten, wikinger, normannen

Die Geschichte Irlands ist geprägt von Eindringlingen. Drei Gruppen von Angreifern – Kelten, Wikinger und Anglo-Normannen – erreichen zwischen 500 v. Chr. und 1170 n. Chr. die Insel und formen die irische Kultur, Mentalität und Selbstwahrnehmung. Die Kelten erreichen Irland wohl um 500 v. Chr. vom europäischen Kontinent aus. Vermutlich treibt sie Landmangel über das Meer, aber auch Abenteuerlust und die Hoffnung auf Beute. Die Neuankömmlinge sind wehrhaft, in ihrer Gesellschaft haben Krieger das Sagen. Schnell verdrängen sie die irischen Ureinwohner (die vermutlich vor etwa 12500 Jahren, als Irland noch mit dem europäischen Kontinent verbunden war, eingewandert sind). Auch untereinander befehden sich die mehr als 100 Stammesführer. Ständig verändern sich Herrschaftsgebiete; verliert eine Sippe ihren Einfluss, steigt eine andere auf. Die besondere Bedeutung, die Landbesitz in der irischen Gesellschaft hat, hat hier ihren…

access_time20 min.
rivalen um die macht

Es ist der 23. August 1170. Am Horizont vor der südirischen Küste zeichnet sich eine furchteinflößende Silhouette ab und kommt stetig näher: große Segelschiffe. Von Wales aus haben sie das Meer überquert und steuern nun auf das irische Städtchen Waterford zu. Auf den Decks der Schiffe lagern Ritter samt Pferden, Schilden, Kettenhemden, schweren Lanzen und Schwertern. Außerdem Infanteristen mit langstieligen Streitäxten, weit schießenden Bögen und dicken Bündeln präzise gefertigter Pfeile. Dazu Belagerungsgerät, Schanzwerkzeug. Eine hochgerüstete, kampferprobte Truppe, insgesamt rund 1200 Mann. Und ein Bräutigam. Denn die Armada kommt auf Einladung eines irischen Fürsten, Dermot MacMurrough, des Herrschers des Reiches Leinster im Südosten der Insel. Der Anführer der Flotte, Richard FitzGilbert, genannt Strongbow, soll Dermots Tochter heiraten – und vielleicht einmal dessen Reich erben. Zuvor freilich muss Strongbow dem künftigen Schwiegervater einen Dienst erweisen: Seine…

access_time1 min.
das erbe der kelten

Nirgendwo hat sich die Kultur der Kelten so frei entfaltet wie in Irland. Denn während sie auf dem Kontinent nach und nach durch Römer und Germanen verdrängt wurden, blieben sie auf der Grünen Insel über ein Jahrtausend lang nahezu unter sich. Und so ist ihr Erbe bis heute greifbar. Das offensichtlichste Vermächtnis der Kelten ist die Sprache. Zwar verständigen sich nur noch knapp zwei Prozent der Iren im Alltag auf Gälisch. Doch ist das in der irischen Verfassung festgelegte Nationalidiom Pflichtfach an den Schulen, und Ortsschilder sind grundsätzlich zweisprachig gehalten. Auch die typisch keltische Ästhetik bleibt allgegenwärtig: Irische Goldschmiede, Designer und Grafiker greifen gern auf die filigranen Ranken und Schnörkel zurück. Und selbst in der Religion haben sich keltische Reste gehalten: Die Göttin Brigid etwa, zu deren Ehre die Kelten einst wohl ein…

access_time2 min.
held der iren

Er ist der wohl berühmteste Ire: Katholiken und Protestanten der Insel verehren Saint Patrick gleichermaßen als ihren Apostel. Und überall auf der Welt feiern all jene, deren Wurzeln in Irland liegen, seinen Todestag am 17. März mit Paraden, Volksfesten – und in manchen Städten, etwa Chicago, sogar mit irisch-grün eingefärbten Flüssen. Der gebürtige Engländer habe das Christentum nach Irland gebracht, heißt es, und den Heiden dort mithilfe des Kleeblatts die Dreifaltigkeit erklärt. Tatsächlich geht der Priester um 430 n. Chr. als Missionar nach Irland, um eine gottgesandte Vision zu erfüllen. Doch er ist nicht der erste Prediger: Schon Jahrzehnte zuvor ist der Glaube an Jesus aus Britannien über die Irische See gelangt. Etwa 30 Jahre lang reist Patrick durch Irland, tauft Tausende Menschen, gründet Klöster und Kirchen. Dennoch wäre er wie andere…

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