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GEO EPOCHEGEO EPOCHE

GEO EPOCHE 91/2018

GEO EPOCHE ist das Geschichtsmagazin von GEO. Jede Ausgabe ist einem historischen Thema gewidmet - Epochen wie dem Mittelalter, Staaten wie Preußen, Weltreligionen wie dem Judentum. Geschichte schillernd und packend ohne Staub, Fußnoten und Zahlenkolonnen. Erzählt werden Geschichten über bedeutende Personen und dramatische Ereignisse, über Alltag und Kultur, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In genauen historischen Rekonstruktionen sowie opulenten Bildessays und Experteninterviews, mit Karten und Infokästen wird die jeweilige Epoche zum Leben erweckt und vor allem deren Alltag sinnlich nacherzählt. „Wir nehmen die Leser mit auf eine Zeitreise“, so lautet das Credo von Chefredakteur Michael Schaper.

Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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DANS CE NUMÉRO

access_time3 min.
editorial

  MICHAEL SCHAPER, Chefredakteur  Liebe Leserin, lieber Leser Der Kalte Krieg ist ein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte – das lehrt die einschlägige historische Fachliteratur, und so erzählen wir es auch in dieser Ausgabe von GEOEPOCHE. Er begann, als kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die siegreiche Anti-Hitler-Koalition zwischen den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Stalins Sowjetunion an ihren ideologischen Widersprüchen und außenpolitischen Gegensätzen zerbrach.Mehr als 40 Jahre lang standen sich in der Folge die Supermächte USA und UdSSR in einem unerklärten Krieg gegenüber und errichteten Machtblöcke aus Verbündeten um sich. Immer wieder brachen an der Peripherie ihrer Einflusssphären Kämpfe aus, etwa in Korea und Vietnam, doch niemals kam es zur offenen Konfrontation der beiden Hauptkontrahenten.Das verhinderte das Gleichgewicht des Schreckens: die offene (und glaubhafte) Drohung, dass ein Angriff der einen Macht von der anderen mit…

access_time4 min.
im bann der bombe

DIE AUGEN durch Spezialbrillen geschützt, verfolgen diese Männer 1951 einen US-Atomtest auf dem Eniwetok-Atoll   ENDE einer ALLIANZ Gemeinsam haben die Westmächte und die UdSSR gegen Hitler-Deutschland gekämpft. Doch als der Sowjetdiktator Josef Stalin beginnt, in den von seinen Truppen befreiten Gebieten Europas kommunistische Regimes zu installieren, zerfällt das Zweckbündnis IM SOMMER 1945 beraten die Siegermächte in Potsdam über ihre Nachkriegspolitik in Europa. In Wahrheit aber misstrauen Großbritanniens Premier Winston Churchill (r.) und US-Präsident Harry S. Truman (M.) bereits Josef Stalin (l.): Churchill spricht schon bald von einem »Eisernen Vorhang«, der in Europa niedergegangen sei DA WAREN SIE NOCH VERBÜNDETE: Bei Torgau an der Elbe treffen Ende April 1945 US-Soldaten (l.) auf sowjetische Einheiten   KRÄFTEMESSEN in der PERIPHERIE Obgleich sich die Supermächte nie direkt angreifen, kostet ihr Ringen…

access_time37 min.
ein neuer krieg

 HARRY S. TRUMAN (ganz oben) übernimmt im April 1945 nach dem Tod seines Vorgängers Franklin D. Roosevelt das Amt des US-Präsidenten. Er setzt zunächst auf Zusammenarbeit mit der von Josef Stalin geführten UdSSR – wählt dann aber die offene Konfrontation  Der Zweite Weltkrieg ist seit einem Jahr, sechs Monaten, zehn Tagen und 18 Stunden beendet. Immer noch liegen weite Teile Europas und Asiens in Trümmern. Kaum ein Wort klingt feierlicher als: Frieden. Da tritt am 12. März 1947 gegen 13.00 Uhr Harry S. Truman, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, an das Rednerpult des Repräsentantenhauses im Washingtoner Kapitol.Er trägt einen dunklen Anzug, eine kleine Metallrandbrille, das weißgraue Haar sauber gescheitelt. Er öffnet den Ringhefter, der das Manuskript seiner Rede enthält. Er wird sie Wort für Wort ablesen, nicht etwa frei halten.…

access_time1 min.
milliarden für europa

  17 LÄNDER Europas werden von den USA unterstützt. Westdeutschland erhält 1,4 Milliarden Dollar – und tatsächlich beginnt die Wirtschaft sich langsam zu erholen  Im Juni 1947 kündigt US-Außenminister George C. Marshall ein Wiederaufbauprogramm für das kriegsverheerte Europa an: Ohne Beistand von außen drohe es zu verelenden. Das Angebot richtet sich auch an die Länder Osteuropas. Doch Stalin lehnt ab und zwingt alle Staaten in seiner Machtsphäre, auf die Hilfe durch den „Marshall-Plan“ zu verzichten.Der Diktator hält das – offziell „European Recovery Program“ genannte – Hilfspaket für eine Waffe Washingtons im Kalten Krieg. Und tatsächlich soll es Länder wie die Tschechoslowakei dem kommunistischen Einfluss entziehen und zudem verhindern, dass die UdSSR ihren Machtbereich in Europa ausweitet. Denn jedes Land, dass die Hilfe erhalten will, muss sich zu einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung und zur…

access_time17 min.
gleichgewicht des grauens

 Dies ist der Tag. Der Moment, der seine weitere Karriere bestimmen wird. An dem sich die Zukunft des gigantischen Projektes entscheidet, das ihm der Genosse Stalin übertragen hat, im Namen der Partei und aller Sowjetvölker.Der Augenblick aber auch, an dem womöglich ein Urteil fällt über sein Leben. Oder seinen Tod.Vorsichtig drosselt Igor Kurtschatow, Leiter des sowjetischen Atomprogramms, den Zulauf des Kühlwassers. Vom Kontrollzentrum seiner Arbeitsstätte aus, versteckt gelegen in den weiten Gebirgszügen des Urals, wird er nun infernalische Kräfte freisetzen, die zu erzeugen und zu zügeln bisher nur Wissenschaftlern in den USA gelungen ist.Langsam zieht Kurtschatow die Kontrollstäbe aus dem Reaktorkern und fährt so den ersten Plutoniumreaktor der Sowjetunion hoch, 80 Kilometer entfernt von der Industriestadt Tscheljabinsk.„Installation A“ heißt die Anlage offiziell. Seine Leute aber nennen sie „Annuschka“. Je fremder…

access_time2 min.
kettenreaktion

  PLUTONIUM ist, in einer speziellen Variante, eines jener Elemente, deren Atome in Reaktoren kontrolliert gespalten werden können – oder unkontrolliert in Bomben Die gewaltigste Waffe der Menschheitsgeschichte beruht auf der Kraft der kleinsten Teilchen. Bereits 1938 haben Physiker entdeckt, dass sich Atomkerne des Schwermetalls Uran zersprengen lassen, wenn man sie mit Neutronen – atomaren Teilbausteinen – beschießt. Die bei der Spaltung entstehenden Einzelteile besitzen dabei zusammen weniger Masse als der Ausgangskern; die geschwundene Masse verwandelt sich in Energie – und die ist zwei Millionen Mal größer als etwa die Verbrennungsenergie einer vergleichbaren Menge Steinkohle.Die Spaltung eines Uran-Atoms kann zudem eine nukleare Kettenreaktion auslösen. Denn sie setzt weitere Neutronen frei, die wiederum weitere Atomkerne in der Umgebung aufsprengen, die weitere Neutronen aussenden – und so weiter. Eine Voraussetzung dafür ist allerdings eine Mindestmenge…

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