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GEO EPOCHEGEO EPOCHE

GEO EPOCHE 92/2018

GEO EPOCHE ist das Geschichtsmagazin von GEO. Jede Ausgabe ist einem historischen Thema gewidmet - Epochen wie dem Mittelalter, Staaten wie Preußen, Weltreligionen wie dem Judentum. Geschichte schillernd und packend ohne Staub, Fußnoten und Zahlenkolonnen. Erzählt werden Geschichten über bedeutende Personen und dramatische Ereignisse, über Alltag und Kultur, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In genauen historischen Rekonstruktionen sowie opulenten Bildessays und Experteninterviews, mit Karten und Infokästen wird die jeweilige Epoche zum Leben erweckt und vor allem deren Alltag sinnlich nacherzählt. „Wir nehmen die Leser mit auf eine Zeitreise“, so lautet das Credo von Chefredakteur Michael Schaper.

Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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DANS CE NUMÉRO

access_time3 min.
liebe leserin, lieber leser

  MICHAEL SCHAPER, Chefredakteur Bayern polarisiert. Wie bei kaum einem anderen deutschen Staat gibt es zahlreiche Bewunderer – und ebenso viele grundsätzliche Gegner. Die einen empfinden die bayerische Geschichte vorwiegend als eine glänzende Erfolgsstory: Sie sehen Wittelsbacher-Monarchen wie Maximilian I. Joseph, der mithilfe tatkräftiger Beamter zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen modernen Staat schuf, mit Pressefreiheit, einem effizienten Regierungsapparat – und einer Verfassung, die Bayern 1818 de facto zur konstitutionellen Monarchie machte. Und zwar etliche Jahre bevor solche Reformen in anderen deutschen Ländern wie Preußen und Österreich gelangen.Die Bayern-Freunde rühmen Herrscher, die Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft förderten, die 1835 die erste Dampfeisenbahn in Deutschland fahren ließen und prächtige Schlösser erbauten. Sie schwärmen vom München der Jahrhundertwende, jener liberalen Kunstmetropole, in der Literaten wie Thomas Mann, Maler wie Wassily Kandinsky und Komponisten wie…

access_time4 min.
mit der kraft der tradition

Auf dem Weg zu einer neuen NATION Die öffentliche Begeisterung für Trachten ist jung: Erst im 19. Jahrhundert wird das Tragen ländlicher Kleidung zu einem wesentlichen Element der bayerischen Identität. Manche Monarchen fördern diese Entwicklung, denn durch die gemeinschaftliche Rückbesinnung auf das Brauchtum wollen sie die verschiedenen Teile ihres Reichs vereinen IMMER MEHR BAYERN schließen sich in Trachtenvereinen zusammen, um die althergebrachten Traditionen zu bewahren. 1903 feiern junge Männer und Frauen im oberbayerischen Oberammergau das zehnjährige Bestehen ihrer Organisation   Das alte und das neue BAYERN Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in einer Zeit großer politischer und territorialer Umwälzungen, verändert sich auch Bayern: Zu den angestammten Gebieten Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz kommt nun im Westen ein Teil Schwabens hinzu – und im Norden Franken mit mehreren ehrwürdigen deutschen Städten IN…

access_time21 min.
ein königreich entsteht

 München, 2. Februar 1817. Der Minister des Äußeren, des Inneren und der Finanzen liegt mit einer Grippe im Bett und erwartet hohen Besuch. König Maximilian I. Joseph von Bayern hat sich angekündigt, um persönlich nach dem Befinden seines ranghöchsten Beamten und langjährigen Weggefährten zu sehen.Doch statt des Monarchen erscheint kurz nach elf Uhr ein Bote an der Pforte des Palais am Münchner Promenadeplatz, mit einem Brief.„Mein lieber Staatsminister Graf von Montgelas!“, beginnt das Schreiben. „Ich habe die Überzeugung erhalten, dass eine dauerhafte Wiederherstellung Ihrer Gesundheit Ruhe und eine gänzliche Entfernung von anstrengenden Geschäften erfordert. Ich habe deshalb beschlossen, die Ihnen anvertrauten drei Ministerien drei anderen Individuen aus Meinen ersten Staatsbeamten provisorisch zu übertragen. Ihren Austritt aus Meinem aktiven ordentlichen Dienst werde ich als von Ihnen selbst dringend von Mir gefordert…

access_time1 min.
geburt eines staates

HERZOGTÜMER am Rhein sowie Regionen zwischen Mainquellen und Alpen gehören 1799 zum Kurfürstentum Bayern    NACH KRIEGEN gegen Frankreich verliert Bayern seine Gebiete links des Rheins, gewinnt aber andere hinzu  1810 SCHLIESSEN Paris und München einen Vertrag, in dem Bayern Teile des heutigen Österreich zugesprochen bekommt ■…

access_time1 min.
stammbaum der bayerischen könige

  ALS DER KURFÜRST von Pfalz-Bayern 1799 ohne legitimen Erben stirbt, folgt ihm der Herzog von Pfalz-Zweibrücken, ein Verwandter aus einer Nebenlinie der Wittelsbacher, ins Amt. 1806 erklärt der sich als Maximilian I. Joseph zum König von Bayern. Sein Sohn Ludwig I. und alle weiteren bayerischen Herrscher bis 1918 stammen von ihm ab (der Stammbaum zeigt nur die Könige, Kronprinzen und Prinzregenten Bayerns; alle anderen Nachkommen und die Ehefrauen sind ausgelassen) ■…

access_time23 min.
im tempo des fortschritts

 Jung ist das Königreich Bayern. Und doch bahnt sich in Nürnberg 1835 eine Revolution an, die den Staat, ja ganz Deutschland tief greifend verändern wird.Seit der Proklamation des Kurfürsten Maximilian Joseph zu Bayerns erstem König hat sich das Land ohnehin schon drastisch gewandelt. Es hat Gebiete verloren und hinzugewonnen, hat sich eine Verfassung und eine einheitliche Steuergesetzgebung gegeben.Auf dem Papier ist Bayern geeint. Doch wirtschaftlich zerfällt der Flächenstaat noch immer in die alten Regionen. Es fehlt an der nötigen Infrastruktur, die Franken, Bayerisch-Schwaben, die Oberpfalz sowie Ober- und Niederbayern miteinander verbindet. Die Straßen sind schlecht, und Pferdefuhrwerke reichen nicht mehr aus für die Bedürfnisse des wachsenden Handels. Visionäre Kaufleute träumen von modernen Verkehrsmitteln, wie sie in England bereits erfolgreich eingesetzt werden.  SECHS TONNEN schwer ist der »Adler«. Um eine Leistung von…

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