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category_outlined / Culture & Literature
GEO EPOCHEGEO EPOCHE

GEO EPOCHE 93/2018

GEO EPOCHE ist das Geschichtsmagazin von GEO. Jede Ausgabe ist einem historischen Thema gewidmet - Epochen wie dem Mittelalter, Staaten wie Preußen, Weltreligionen wie dem Judentum. Geschichte schillernd und packend ohne Staub, Fußnoten und Zahlenkolonnen. Erzählt werden Geschichten über bedeutende Personen und dramatische Ereignisse, über Alltag und Kultur, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In genauen historischen Rekonstruktionen sowie opulenten Bildessays und Experteninterviews, mit Karten und Infokästen wird die jeweilige Epoche zum Leben erweckt und vor allem deren Alltag sinnlich nacherzählt. „Wir nehmen die Leser mit auf eine Zeitreise“, so lautet das Credo von Chefredakteur Michael Schaper.

Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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IN THIS ISSUE

access_time2 min.
editorial

  MICHAEL SCHAPER, Chefredakteur  Liebe Leserin, lieber Leser Dass China in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer Supermacht wurde, ist nicht überraschend – wohl aber, dass es erst so spät dazu kam. Denn das Land hatte schon viel früher in seiner mehr als 2000-jährigen Geschichte alle Voraussetzungen, um zu einem Global Player zu werden, dessen militärische und ökonomische Kraft die Entwicklung des gesamten Erdballs prägt.Doch immer gab es Faktoren, die diese Entwicklung verhinderten: Mal war es eine Invasion aus der Steppe, dann ein Bürgerkrieg und schließlich der Beschluss der Kaiser, ihr Reich vor der Welt zu isolieren.Dabei war das chinesische Imperium bereits bei seiner Gründung eine Macht mit einzigartigem Potenzial: Der erste Kaiser, Qin Shi Huangdi, überwältigte im 3. Jahrhundert v. Chr. sämtliche Nachbarstaaten mit brutaler Gewalt und vereinigte sie unter seiner Herrschaft;…

access_time3 min.
china vor dem fall

 China um 1820: Das Reich ist ein Gigant, dem die Zukunft zu gehören scheint. Mit großem Vorsprung verfügt es über die stärkste Volkswirtschaft der Erde. Gut 380 Millionen Menschen leben in seinen Grenzen, mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung, und das Imperium hat seine maximale Ausdehnung erreicht. Der Kaiser herrscht vom Pazifik bis zur Wüste Taklamakan, von der Mongolei bis zum Delta des Perlflusses.Nachbarstaaten wie Korea und Vietnam entrichten Beijing Tribut, Botschafter ferner Länder werfen sich vor dem Himmelssohn nieder. Und wer, wie eine britische Delegation 1816, die Geste der Unterwerfung verweigert, wird kurzerhand aus dem Land gejagt. All dies deutet darauf hin, dass China weiterhin einen großen Teil der Welt dominieren wird.Doch dann brechen politische und militärische Katastrophen über das Imperium herein: Es verliert mehrere Kriege, wird von Amerikanern,…

access_time2 min.
imperium im osten

DIE HAUPTSTADT BEIJING ist das Machtzentrum des Kaiserreichs – und um 1880 eine Metropole mit rund 1,3 Millionen Einwohnern. Mit Tragestangen oder Pferdekarren transportieren Händler Waren über diese Einkaufsstraße, die von einem festungsartigen Tor, dem Qianmen, überragt wird. Jenseits des Portals liegt das Herrscherviertel, in dem kein gewöhnlicher Chinese wohnen darf FLÜSSE UND KANÄLE sind die Lebensadern des Landes, das größer ist als ganz Europa. Mit Dschunken transportieren Schiffer etwa Reis in Städte und Provinzen – verschlammen die Wasserwege, drohen Versorgungsprobleme. Seit Jahrhunderten werden die kastenförmigen Segler nach fast gleicher Bauweise konstruiert (um 1870) MONGOLISCHE HÄNDLER bringen Falken auf den Markt in Beijing. Die Jagd mit den abgerichteten Raubvögeln ist ein kostspieliges Vergnügen – ein exklusiver Sport für Adel, Elitebeamte und reiche Kaufleute. Die…

access_time29 min.
der erste kaiser

 Sie sind das letzte Aufgebot des mächtigsten Mannes der Welt. Mehr als 8000 Mann in streng geschlossener Formation: Infanterie mit geschliffenen Hieb- und Stichwaffen. Armbrustschützen, deren Geschosse auch harte Ziele durchschlagen. Panzerreiter mit Pferden sowie Fahrer mehrspänniger Streitwagen.Geführt werden die Einheiten von Generälen, Offizieren und Unteroffizieren aus allen Teilen des Reichs.Eine furchterregende Streitmacht. Doch dass sie aufgestellt wurde, ist ein Zeichen des Scheiterns. Denn ihr Befehlshaber, der Kaiser, ist tot.Seine Armee besteht nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Terrakotta. Die lebensgroßen Figuren sind eine gigantische Grabbeigabe. Die Ton-Soldaten sollen ihrem verstorbenen Herrn im Jenseits dienen: Qin Shi Huangdi, dem mächtigsten Herrscher seiner Zeit – jenem Mann, der China im Jahr 221 v. Chr. nach harten Kämpfen geeint hat.Der eine Gegner aber, den er nicht bezwingen konnte, das war der…

access_time24 min.
die konkubine auf dem drachenthron

 Die Prophezeiung ist im Fluss erschienen, Worte aus dem Wasser. Der weiße Stein, heißt es, sei in den Fluten des Luo aufgetaucht, die Schriftzeichen darauf leuchten violett: „Eine weise Mutter wird über die Menschen herrschen, und ihr Reich wird eine ewige Blütezeit erfahren.“ Das Omen lässt keinen Zweifel zu: Der Kaiserthron wird ihr gehören.Als ein Lakai den Stein zu ihr trägt, den er angeblich im Fluss Luo gefunden hat, regiert Wu Zhao bereits seit über vier Jahren: im Namen ihres Sohnes. Der damals 21-Jährige war zu unerfahren, als er den Thron bestieg. Aber Wu Zhao will mehr sein als eine Übergangsregentin: Sie will als Kaiserin herrschen aus eigener Macht. Schon seit Langem ist ihr Handeln darauf ausgerichtet. Nun beschwört diese Prophezeiung ihren Aufstieg herauf. Den Fund des Steins hat vermutlich einer ihrer Neffen…

access_time29 min.
pracht und poesie

 Es ist Herbst, der Herbst des Jahres 766. Die Ahornbäume in Kuizhou welken, und die Luft ist grau und kalt. Der Anblick der Chrysanthemen weckt schmerzhafte Erinnerungen, und als ein Boot auf dem Fluss vorbeizieht, wünscht auch Du Fu sich nur noch in die Ferne.Dass er einmal als größter chinesischer Dichter aller Zeiten gefeiert werden wird, kann er nicht wissen. Hier und jetzt, mit 54 Jahren, sieht Du Fu sich gescheitert.Stammt er nicht aus einer angesehenen Gelehrtenfamilie? War sein Großvater nicht ein berühmter Poet, Hofdichter zweier Monarchen? Hat er selbst nicht schon mit sieben Jahren den Phönix besungen, mit 14 die Welt der Literatur betreten? Haben nicht bedeutende Meister ihn gerühmt und mit den Besten der Vergangenheit verglichen? Trotzdem ist es ihm nicht gelungen, eine Literatenstelle am Hof zu erlangen.Von…

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