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GEO EPOCHEGEO EPOCHE

GEO EPOCHE 94/2018

GEO EPOCHE ist das Geschichtsmagazin von GEO. Jede Ausgabe ist einem historischen Thema gewidmet - Epochen wie dem Mittelalter, Staaten wie Preußen, Weltreligionen wie dem Judentum. Geschichte schillernd und packend ohne Staub, Fußnoten und Zahlenkolonnen. Erzählt werden Geschichten über bedeutende Personen und dramatische Ereignisse, über Alltag und Kultur, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In genauen historischen Rekonstruktionen sowie opulenten Bildessays und Experteninterviews, mit Karten und Infokästen wird die jeweilige Epoche zum Leben erweckt und vor allem deren Alltag sinnlich nacherzählt. „Wir nehmen die Leser mit auf eine Zeitreise“, so lautet das Credo von Chefredakteur Michael Schaper.

Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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DANS CE NUMÉRO

access_time2 min.
editorial

Liebe Leserin, lieber Leser Der mittelalterliche Ritter ist bis heute ein Faszinosum. Zahllose Geschichten ranken sich um den furchtlosen Adelskrieger, der hoch zu Ross und gewandet in einen Eisenharnisch den Kampf suchte; um den draufgängerischen Turnierstreiter im Lanzenduell, galanten Kavalier – und den ebenso frommen wie erbarmungslosen Fechter im Zeichen des Kreuzes. Doch viele dieser Bilder sind entweder geschönt oder geschwärzt, manche sind Mythen, andere bloße Märchen. Da ist zunächst die Rüstung, angeblich so starr und schwer, dass ihr Träger, einmal vom Pferd gestoßen, hilflos auf dem Rücken liegen blieb. Abgesehen davon, dass im größten Teil des Mittelalters das Kettenhemd der übliche Schutz der Reiterkrieger gewesen ist: Die Plattenharnische waren das Werk hochspezialisierter Schmiede, die dem Kämpfer die aus zahlreichen Einzelteilen gefertigten Panzer auf den Leib schneiderten. Und das bedeutet: Ein Ritter konnte…

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die zeit der ritter

Das Europa des Mittelalters ist auf den ersten Blick vor allem ein Kontinent der großen Königshäuser und Fürstendynastien. Tatsächlich aber ist Macht in den Landen zwischen Portugal und Schweden, Schottland und Italien undenkbar ohne die Ritter. Denn als Kriegerelite sind die gepanzerten Reiter mit Lanze, Schwert und Schild stets entscheidend beteiligt, wenn Herrscher ihre Einflussbereiche militärisch ausweiten oder behaupten. Zudem prägt der Ritterstand auch das politische Gefüge des Kontinents – und wird umgekehrt durch die Machtverhältnisse geformt. Fast alle Monarchien des hohen und späten Mittelalters, darunter England, Frankreich und das Heilige Römische Reich, stützen sich auf die Durchschlagskraft ihrer Reiterkrieger. Und so gut wie jeder Herrscher verfügt über ein ritterliches Gefolge, das er in Kriegszeiten zum Dienst heranziehen kann. Aber auch im Frieden ist die Rolle der Kämpfer zentral: Die Ritter eines…

access_time3 min.
von macht und gewalt

ZEUGNIS der DOMINANZ Festungen sind nicht nur Wehrbauten – sondern auch Ausdruck von Herrschaftsansprüchen. Ursprünglich besaß oft nur der König das Recht, sie zu bauen. Nun zeigen gerade die Ritter mit Burgen weithin ihr wachsendes Selbstbewusstsein Von GENERATION zu GENERATION Die Bastionen werden zu Stammsitzen von Familien, übergeben vom Vater an den Sohn, und sie sind fast immer Schöpfungen mehrerer Jahrhunderte. Neue Burgherren fügen den Festungsanlagen neue Gebäude hinzu – und lassen sie so zum echten Gesamtwerk einer Sippe reifen FLUCHT in die STÄDTE Ritter sind gut geschulte Kämpfer, verpflichtet auf Werte wie Treue und den Schutz der Kirche. Doch sie haben auch das Recht zur kriegerischen Selbstjustiz. Bei ihren gewaltsamen Fehden bleibt der Bevölkerung mitunter nur die Flucht hinter die Mauern eines Ortes Im DIENSTE eines hohen HERRN Als Vasallen einflussreicher Fürsten sind Ritter auch politische…

access_time28 min.
das leben als kampf

Es ist der 27. Juli 1214. Eisen klirrt gegen Eisen. Leder knarrt und schabt, hundertfaches Stapfen und Schlurfen: Nahe dem flämischen Dörfchen Bouvines queren Tausende Soldaten eine Brücke über das sumpfige Flusstal der Marque. Gleißend brennt die Mittagssonne über den Kämpfern. Erschöpft lässt sich einer der Männer, ein Ritter in eiserner Rüstung, im Schatten einer Esche nieder und legt den schweren, drückenden Körperschutz ab. Er ist 48 Jahre alt, längst nicht mehr jung, aber immer noch ehrgeizig, hart und zäh. Sieggewohnt wie nur wenige Männer seiner Zeit, rühmt er sich, die besten und edelsten Kämpfer des Abendlandes anzuführen. Es ist Philipp II., König von Frankreich. Der Monarch tunkt ein Stück Brot in etwas Wein. Sein Blick geht wohl über die schartigen Panzer seiner Mitkämpfer, der Vasallen, deren Schwerter und Lanzen, Wappen und Pferdedecken.…

access_time3 min.
der warlord

Die Legende ist makellos: Wie kein Zweiter verkörpert Rodrigo Díaz de Vivar das ritterliche Ideal – so jedenfalls steht es in einem berühmten spanischen Text des 12. Jahrhunderts geschrieben. Seinem König sei er stets in tiefer Loyalität ergeben gewesen und habe als selbstloser Streiter für die christliche Sache gekämpft. Tatsächlich aber ist Rodrigo – den seine Landsleute unter dem Ehrennamen „El Cid“ als Nationalhelden feiern – ein skrupelloser Opportunist, den vor allem die Gier nach Reichtum und Ruhm treibt. Es ist die Zeit der Reconquista, der Kämpfe zwischen muslimischen und christlichen Reichen auf der Iberischen Halbinsel. Aber auch Fürsten gleicher Religion ringen dort um Land und Einfluss. Ihre Schlachten lassen sie zumeist von Rittern schlagen. Einer von ihnen: Rodrigo Díaz. König Alfons VI., Herrscher der nordspanischen Reiche von Leon und Kastilien, schätzt…

access_time28 min.
hinter steinernen wällen

Weit geht der Blick über das Land. Steil hinunter zum Fluss, der in der Tiefe vorbeiströmt, ehe er nach einer engen Biegung hinter einem Bergausläufer zu verschwinden scheint. Hinweg über das Ruhrtal mit seinen sanften, in der Höhe bewaldeten Hügeln. Dazwischen Weiden, auf denen das Vieh grast, Rinder, Schafe, Ziegen. Und Felder, auf denen die Bauern ihrer Arbeit nachgehen. Nichts entgeht dem Wachmann, der oben auf dem Turm Posten steht. Keine Fuhre, die mit Heu beladen zum nächsten Dorf fährt. Kein Feind, der sich nähert, bliebe unbemerkt. Doch er hält nicht nach Angreifern Ausschau – er soll die Ankunft von Gästen melden. Dann plötzlich, unten auf der Straße: Staub. Aufgewirbelt von vielen Pferdehufen. Sie kommen! Ein prächtiger Tross, vielleicht ein paar Dutzend Mann, durchquert die Furt durch die Ruhr am Fuße des…

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