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stern Crimestern Crime

stern Crime

26/2019

"Unter dem Motto ""Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten."" berichtet STERN CRIME von realen Kriminalfällen und deren Aufklärung, beleuchtet aber auch das Schicksal der Opfer und die Motive des Täters. Das Heft liefert alle zwei Monate einfühlsame Texte und zurückhaltende, aber zugleich eindringliche Bebilderung der Geschichten. Die seriöse Berichterstattung umfasst Interviews mit Ermittlern, beleuchtet Tathintergründe und verschafft fesselnde Einblicke in die polizeiliche Aufklärungsarbeit. Mit seinen Reportagen über wahre Verbrechen spricht STERN CRIME Leser an, die den Nervenkitzel lieben und sich für den psychologisch-sozialen Kontext realer Kriminalfälle interessieren."

Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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DANS CE NUMÉRO

access_time2 min.
mörder zerstören …

... nicht nur die Familien der Menschen, die sie getötet haben, sie machen auch ihre eigenen Angehörigen zu Opfern. Es sind Opfer, die nicht auf Mitgefühl hoffen dürfen, Opfer, von deren Leid kaum einer hören will. Sie werden oft ausgegrenzt, am Arbeitsplatz, in ihrem Wohnort, vom Freundeskreis. Sie müssen sühnen, ohne sich schuldig gemacht zu haben. Viele von ihnen haben daraufhin mit unvereinbaren Gefühlen zu kämpfen: Sie schämen sich, sie sind wütend, sind verzweifelt, aber sie sehnen sich zugleich nach dem Menschen, den sie etwa als fürsorglichen Vater kannten oder als liebevollen Ehemann. Schlagartig sind sie mit jahrelangen Lügen konfrontiert, die ihr Leben für immer erschüttern. Sie quälen sich mit Fragen; es sind Fragen, auf die sie selten Antworten finden. Wie konnte ich mich so täuschen? Bin ich mitschuldig? Hätte…

access_time5 min.
gefährliche schwächen

Der Richter fand für die Arbeit seiner Kollegen harsche Worte: Das Gericht, das Gustl Mollath 2006 zu Unrecht in die Psychiatrie gesperrt hatte, sei „bemüht gewesen, das Verfahren schnell zu beenden“. Darunter habe der „Sachverhalt gelitten“, sagte der Vorsitzende am Landgericht München, vor dem Mollath nun, 13 Jahre später, auf Entschädigung klagt. Mit anderen Worten: Seine Kollegen waren damals flott, aber nicht besonders gründlich gewesen. Auf dem Bau würde man sagen: Sie haben gepfuscht. Über sieben Jahre saß Mollath in der Psychiatrie, weil er paranoid sei und seine Frau misshandelt habe, was er bestritt. 2013 ordnete das Oberlandesgericht die Freilassung an. Erst im Jahr darauf kam es zum Wiederaufnahmeverfahren. Das Gericht hatte sich im ersten Prozess auf ein falsches ärztliches Attest verlassen. 1,8 Millionen Euro will Mollath jetzt vom Freistaat Bayern.…

access_time22 min.
verloren

COLLEEN STARB. Bis zuletzt hatte sie auf ihre Tochter gewartet. Und auf ihre kleine Enkelin. „Sind Karlie und Khandals jetzt da?“ Immer wieder fragte sie nach ihnen, zuletzt flüsternd, bereits halluzinierend, auf ihrem Sterbebett in der Palliativstation der Krebsklinik im australischen Adelaide. Scott, ihr Mann, musste verneinen. Seine Stieftochter hatte sich nicht mehr gemeldet, trotz der dringenden Bitten der Familie, der drängenden Textnachrichten. Es würde nun dem Ende zugehen mit Colleen, ihrer Mutter. Und Karlie kam nicht. Einzig nach Geld hatte sie die Familie gefragt, in seltenen Anrufen, in ihren selbstmitleidigen Bettel-Kurznachrichten, immer nur ging es um Geld. Geld, das man auf ihr Konto überweisen solle, für sie und ihre kleine Tochter. Damit beide nicht im Auto schlafen müssten. Damit Karlie das Auto reparieren lassen, Benzin kaufen könnte. Damit sie beide…

access_time20 min.
der plan

Wenn man als Bestatter plant, einen Mord zu begehen, hat man, sofern man sich schlau genug anstellt, ganz gute Karten, unentdeckt davonzukommen. Das fängt schon beim Auto an. Während sich andere Mörder den Kopf darüber zerbrechen müssen, wie sie ihre Leiche abtransportieren, ohne dabei Aufmerksamkeit zu erregen – weil jede Routinekontrolle der Polizei das Ende ihres Lebens in Freiheit bedeuten könnte –, hat ein Bestatter einen Leichenwagen und kann sein Opfer damit herumfahren. Anhalten wird ihn schon keiner, und falls doch: Wenn in einem Leichenwagen eine Leiche liegt, ist das für keinen Polizisten dieser Welt eine Überraschung. Auch mit der Lagerung hat man keine Probleme. Die anderen nehmen dafür ihre Kühltruhe oder den Keller, ein Bestatter hat ein Kühlhaus, in dem sowieso alle Tage ein neuer Toter eingeliefert wird. Weiter geht es…

access_time17 min.
todesspiel

DAS IST EIN ZU GROSS GEWACHSENES KIND, dachte der Strafverteidiger Frank Kentgens, als er Markus G. im Januar 1989 zum ersten Mal sah. Kentgens war damals 34. Es war sein erster Mordfall. Was dieser 19-Jährige getan haben sollte, erschien ihm – unfassbar. Markus G. sprach wenig. Er behauptete, er habe mit der Sache kaum was zu tun, selbst auch gar nichts gemacht. Er habe halt beobachtet, was sein großer Bruder tat. Nur dieser verschlagene, leicht überhebliche Blick passte nicht zu dem Bürschchen mit den dunklen Locken und den weichen Gesichtszügen, das Kentgens in der Untersuchungshaftanstalt gegenübersaß. Frank Kentgens ist heute 30 Jahre älter. Er hat in viele Abgründe blicken müssen. Doch er sagt, bei keinem seiner Fälle habe sich ihm so tief eingeprägt, wie dysfunktional Familien, wie verwahrlost und stumpf Eltern…

access_time6 min.
ein zettel

Der 11. Januar 2006 beginnt für Stephanie wie jeder andere Schultag. Aufstehen um 6.20 Uhr. Cornflakes zum Frühstück. Ein Abschiedskuss vom Vater, als sie das Haus verlässt. Eine Umarmung der Mutter, als sie gegen 7 Uhr durch das Gartentor geht. Dann liegt vor Stephanie, einer 13-Jährigen mit braunen Haaren und Zahnspange, etwas mehr als ein Kilometer Schulweg. Die Nacht liegt noch über den Straßen in Dresden-Striesen. Womöglich sind Stephanies Gedanken beim kommenden Unterricht, zwei Stunden Deutsch bei Frau Koch, später Französisch in der vierten. Da legt sich eine Hand von hinten auf ihren Mund. Jemand reißt sie herum, schiebt sie zu einem roten Kastenwagen, in Richtung Hecktür, auf die Ladefläche, wo eine Holzkiste steht. Der Mann ist ganz in Schwarz gekleidet. Er sagt: „Keinen Ton, sonst bring ich dich um.“ Er fesselt…

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