ACH, DER HAFEN, als er noch Ort der Verheißungen und Sehnsüchte war. Des Fernwehs und der Begrüßungsküsse, die nach Salz schmeckten und Teer. Der Hafen der Muskelkraft, in dem Schauerleute arbeiteten, Tallymänner, Kornumstecher, Waterclerks. Und Pansenklopper, die „Schietgeld“ erhielten, weil es so stank, wenn sie Tierfelle und -häute aus Südamerika von der konservierenden Salzschicht freischlugen. Während die anderen bestaunten, was zu ihnen kam: nicht nur Waren, nicht nur Fässer, Kisten und Säcke. Sondern auch Menschen, Erfahrungen, Geschichten.
Und jetzt?
Zehnstöckige Kreuzfahrt-Wohngebirge, die sich mit Namen wie „Magnifica“ und „Aurora“ vor die Sonne schieben. 400 Meter lange Containerschiffe, die 20 000 stählerne Kisten schultern. Der „Hafen 4.0“, von dem sie heute bereits fachsimpeln, digitalisiert, vielleicht dereinst von Schiffen ohne Kapitän angesteuert. Vielleicht bald schon ein Ort, an dem die letzten Lotsen…