Oświęcim / Polen – Natürlich ist er nicht ganz allein gekommen. Als Papst Franziskus das frühere Konzentrationslager Auschwitz besucht, wird er von Leibwächtern, Kameraleuten und Fotografen begleitet.
Doch als der 79-Jährige dann durch das berüchtigte Eingangstor mit dem zynischen Schriftzug „Arbeit macht frei“ schreitet, bleiben sie alle für einen Moment zurück – damit der Papst still der Opfer gedenken kann. Mehr als eine Million Menschen wurden im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen in Auschwitz ermordet – die meisten davon Juden.
Franziskus ist nicht der erste Papst, der das KZ besucht, das heute als Gedenkstätte dient. Aber der erste, der bewusst keine Ansprache hält, sondern sich für das stille Gedenken entscheidet. Weil er zu spüren scheint: Es gibt keine Worte, die das Leid, das Menschen an diesem Ort zugefügt wurde, angemessen…