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Sport
11 Freunde

11 Freunde

224/2020

"11FREUNDE steht für eine andere Art des Fußballjournalismus – weg von bloßen Spielberichten und Tabellen, hin zu Reportagen und exklusiven Hintergrundberichten mit großem Mehrwert. Ob Anhänger von Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf oder Bayern München – der Verein ist nicht entscheidend, auf die Leidenschaft kommt es an. 11FREUNDE blickt aus der Kurve aufs Spielfeld und bezieht dabei Position. Für die Fans und für das Spiel. Das Magazin für Fußballkultur bietet dabei stets eine ungewöhnliche Themenaufbereitung, einen unkonventionellen und innovativen Schreibstil, neue Themen der anerkannt besten Fußballautoren gepaart mit qualitativ hochwertigen Fotos und eigenem Look."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Monthly
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12 Ausgaben

in dieser ausgabe

1 Min.
editorial

Der Fußball rollt wieder. In einer neuen und ziemlich tristen Normalität, in der wir auf graue Betonränge blicken und die kehligen Rufe der Trainer hören, die sonst vom Lärm des Stadionpublikums verschluckt werden. Es gab in den letzten Wochen den ebenso rührenden wie durchschaubaren Versuch, an Geisterspielen trotzdem irgendetwas gut zu finden. Manch einer wollte in den Begegnungen eine Rückkehr zur Urform des Fußballs erkennen, eine Konzentration aufs Wesentliche, ohne Ablenkung durch die Anhänger. Ein bemühtes Konstrukt, das weniger Interesse an taktischen Finessen erkennen ließ als den Wunsch, noch einmal die Rolle der Fankurven möglichst kleinzureden. Dabei barg jedes Spiel, das in den letzten Wochen übertragen wurde, die Erkenntnis, dass Partien in menschenleeren Spielstätten eine Zumutung für alle Beteiligten sind. Und deshalb erklären wir in dieser Ausgabe, was Fußball im…

10 Min.
ihr fehlt !

„Ich freu mich auf schönen Fußball, rausgespielte Tore und auch drei Punkte. Auch wenn ich zugebe, dass das alles nichts mit Corona zu tun hat“Bernd Kroschewski Fan des Hamburger SV „Ich freue mich auf die Stadionluft. Und darauf, das erste Tor euphorisch mit allen Freunden abzufeiern!“Daniel Zybulka Fan des SV Meppen „Ich freu mich auf Bier, Wurst und Tore – auf was denn sonst?“Harris Fan von Hertha BSC „Ich freue mich, mich heiser zu schreien, Menschen in den Armen zu liegen und das Spiel mit einigen Bieren ausklingen zu lassen!“Helen Breit Fan des SC Freiburg Wer in diesen Wochen das seltsame Privileg hat, ins Fußballstadion gehen zu dürfen, um ein Bundesligaspiel anzuschauen, erlebt etwas zutiefst Verstörendes. Da ist das Fiebermessen mit einem Stirnthermometer am Stadioneingang, oder der penibel einzuhaltende Maskenzwang, auch…

3 Min.
ungeliebte spielklasse

Die Tabelle der Dritten Liga liest sich wie das „Who’s Who“ des deutschen Fußballs – vor dreißig Jahren. Kaiserslautern, 1860 München, Waldhof Mannheim, MSV Duisburg und Uerdingen 05, dazu große Ostklubs wie Magdeburg und Rostock sowie ein paar Exoten aus bisher nur notdürftig elektrisierten Landstrichen wie Meppen und Großaspach. Eigentlich ist die höchste Liga, die der DFB unter seinen Fittichen hat, also eine richtig attraktive Spielklasse, die zudem auch nicht unter sportlicher Erwartbarkeit leidet wie die Bundesliga mit Dauermeister FC Bayern und die zweite Liga mit absteigenden und wieder aufsteigenden Großklubs wie dem VfB Stuttgart. Es ließe sich also mit Leidenschaft und Einfallsreichtum richtig was anstellen mit der Dritten Liga, stattdessen jedoch entstand insbesondere in den letzten Wochen der nachhaltige Eindruck, der DFB würde die Spielklasse am liebsten auflösen und…

7 Min.
best of liveticker

Davies macht vier Leute im BVB-Strafraum nass, dann kommt Hummels und räumt dieses Sensationssolo in spe im Stile eines Siebentonners einfach aus dem Weg. In einer perfekten Welt würde er jetzt den CB-Funk anmachen, die neue Praline aus dem Handschuhfach holen, einen absolut ekelhaften Thermoskannenkaffee in den Thermoskannendeckel im Getränkehalter einschenken, und dann schön die A9 runter Richtung Balkan. Dortmund – FC Bayern | 0:1 | 39. Aaaaaalter, was ein Traumtor für die Bayern. Kimmich aus 16 Metern, hebt den Ball über Bürki in den Winkel wie Sterneköche Sahne unter eine Sauce heben. Unglaubliches Tor. Ich will sofort den Chefkoch sprechen, um ihm zu sagen, wie lecker das war. Dortmund – FC Bayern 0:1 | 43. Scheint mir, als hätten beide Teams die Corona-Pause genutzt, um Flanken hinters Tor zu üben. Hertha – Union…

15 Min.
„ein gucci-pulli würde mir einfach nicht stehen“

Julian Brandt, was vermissen Sie gerade am meisten? Einfach mal rauszugehen und mich mit Freunden in ein Café zu setzen. Ein bisschen frei zu sein. Aber da geht es mir wohl wie den meisten Menschen. Aber die Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie hat Ihnen offenbar gutgetan. Beim 4:0 gegen Schalke waren Sie an allen vier Toren beteiligt. Auf die Pause hätte ich trotzdem liebend gern verzichtet. Es ist doch so: Mal braucht man nur ein paar Tage, um irgendwo anzukommen, mal dauert es einige Monate. Wichtig ist, dass ich mich wohl fühle in einer Stadt, im Verein, mit meinen Mitspielern. Ich bin ein Wohlfühlfußballer. Wie war es zu Beginn beim BVB? Es war jedenfalls kein Feuerwerk ab Spieltag eins. Aber ehrlich, ich hatte schon damit gerechnet, dass ich etwas Zeit brauche. Nach fünfeinhalb Jahren bei Bayer…

8 Min.
vom feeling her ein ungutes gefühl

Am 8. März 2000 bestritt Lothar Matthäus sein letztes Spiel in Deutschland, bevor er in die USA wechselte, um dort seine Karriere ausklingen zu lassen. Der FC Bayern traf damals in der Champions League auf das große Real Madrid mit Roberto Carlos und Raul. Doch es war ein 41-jähriger Mann aus Gladbeck, der an jenem Abend allen Stars die Show stahl. Niemand weiß heute mehr, bei welchem Spielstand Matthäus um 22.37 Uhr ausgewechselt wurde. Aber jeder weiß, mit welchen unsterblichen Worten Reporter Jörg Dahlmann diesen historischen Abgang begleitete: „Da geht er. Ein großer Spieler. Ein Mann wie Steffi Graf.“ Keine Sammlung von Fußballsprüchen, die etwas auf sich hält, kommt ohne diese Stilblüte aus. (Auch wenn manche Autoren sie fälschlicherweise auf das Abschiedsspiel von Matthäus im Mai datieren, das von Gerd Rubenbauer…