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art Magazinart Magazin

art Magazin 01/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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vom mahnenden charakter des vakuums

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, ich bitte um Entschuldigung, dass sich diese Seite langsam zur Berlin-Kolumne entwickelt. Dahinter steht gar kein Plan, es ist die schiere Wucht der surrealen Geschichten, die diese Stadt produziert. Eben noch hat man konsterniert die Verdoppelung der Baukosten beim PERGAMONMUSEUM zur Kenntnis genommen, da wabern schon die Gerüchte über erneuten Sanierungsbedarf am erst vor wenigen Jahren fertiggestellten NEUEN MUSEUM (siehe Bericht auf Seite 134). War man eben noch froh, dass der alberne Entwurf einer Bürgerwippe vor dem neu errichteten Hohenzollernschloss als »Freiheits- und Einheitsdenkmal« auf Eis gelegt wird, offiziell weil die Kosten von zehn auf 15 Millionen Euro gestiegen waren, werden vom Haushaltsausschuss des Bundestages prompt 18,5 Millionen Euro genehmigt. Allerdings nicht für das neue Denkmal, sondern für ein altes, bei dem – jetzt kommt die Berliner…

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betreff: art

Wie schreibt man eine lebendige Geschichte über einen toten Künstler? Zumal, wenn er zu Lebzeiten so schweigsam war wie Cy Twombly, von dem es kaum Interviews gibt? Am besten besucht man Zeitzeugen und befragt sie. In München leben gleich zwei, die früh Zugang zu dem scheuen Künstler gefunden hatten – und bis heute mit dessen Werk leben und arbeiten. Achim Hochdörfer kam als Student in Twomblys Atelier, um für seine Magisterarbeit zu recherchieren. Heute ist er Direktor des museums brandhorst, in dem unter anderem der fantastische Lepanto-Zyklus zu bewundern ist. Auch Verleger Lothar Schirmer pilgerte als junger Mann zu Cy – heute betreut er dessen Catalogue raisonné. Lesen Sie Tanja Beuthiens Geschichte ab Seite 22.Alle Kunst-Termine im Blick: ART- Redakteurin Raluca Pora Was läuft gerade in Aarhus? Welche Ausstellungen plant das…

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bilder + themen des monats

Was für ein Frevel! Nein, Entwarnung für alle Porsche-Aficionados. Hier wurden nicht wirklich zwölf Traumwagen im Swimmingpool versenkt, um etwa ein laues Statement zum Klimawandel abzuliefern. Der britische Grafiker Chris Labrooy, als Wunderknabe des 3-D-Designs sonst für die Erschaffung von Werbewelten am Computer zuständig, hat im Eigenauftrag eine ganze Serie rein fiktiver Kunstwerke auf 911er-Basis geschaffen. Falls Sie schon immer mal ein bis zwölf Porsches besitzen wollten: Man kann die Werke auf seiner Website kaufen, ab125 Pfund.»Ready to stand up« Am 8. November 2016 wurde der Immobilienmagnat Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Die Reaktionen auf diese Nachricht gerade in liberalen Städten wie New York erinnerten an den Schock des 11. Septembers. In einer U-Bahn-Station von Manhattan etwa bot der Street-Art-Künstler Matthew Chavez eine »Subway-Therapie« an: Passanten sollten ihre…

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kunst für eine bessere welt

Kaum etwas ist so reich an düngenden Nährstoffen wie ausgerechnet die Exkremente von Millionen von Seevögeln, die auf den einsamen Inseln vor der peruanischen Pazifikküste nisten. Dieser Umstand verleiht dem Kot, der als Düngemittel namens Guano in die ganze Welt verkauft wird, einen hohen materiellen Wert.Da man Guano nicht künstlich herstellen kann, muss der Kot – wie seit Jahrhunderten – auch heute noch mühsam von Hand mit Schaufeln abgetragen und in Säcke gefüllt werden. Schweres Gerät kann nicht eingesetzt werden, da es die wertvolle Guanoschicht beschädigen würde. Die Arbeiter kommen meist aus bitterarmen, entlegenen Andenregionen und leben dann über Monate in Zelten auf den ansonsten unbewohnten Inseln ohne jede Infrastruktur. Dafür bekommen sie etwa 300 Euro im Monat – ein Vermögen in Peru, wo der monatliche Durchschnittslohn auf dem Land…

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kunst aus dem off

Serios-Polaroids aus diversen »Sessions« der Jahre 1964/65, von oben: zwei Personen, Serios selbst (Fehlversuch), Petersplatz RomMuss die Geschichte der Fotografie nicht korrigiert werden? Hat man ihn nicht allzu schnell als Spinner abgetan, den ehemaligen Hotelpagen Ted Serios aus Chicago, der in den sechziger Jahren seine inneren Bilder direkt auf Polaroidfilm bannte, ohne den Umweg über eine sichtbare Realität? Schaut man heute den Film an, den ein deutsches Fernsehteam damals drehte, dann kommt einem Psychokinese wie Schwerstarbeit vor: Ted Serios raucht und trinkt während der stundenlangen Sessions, er stöhnt und flucht ob der vielen Fehlversuche, und irgendwann zieht er sein Hemd aus und steht mit nacktem Oberkörper vor der Kamera wie ein Straßenarbeiter, der in gleißender Sonne den Boden teeren muss. Falls man sich »Gedankenfotografie« als etwas Leichtes, Elegantes vorgestellt hat,…

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aktuell überschätzt

Eigentlich ist es ja total lobenswert, wenn sich Künstler mit großen gesellschaftlichen Themen beschäftigen: Armut, Krankheit, Klimawandel. Das zeigt politisches Bewusstsein und schafft Aufmerksamkeit und Anerkennung in Zeiten, wo Nachhaltigkeit der neue Luxus ist. So gesehen hat Ólafur Elíasson alles richtig gemacht, als er letztes Jahr zur Weltklimakonferenz in Paris zwölf Eisberge aus Grönland an die Place du Panthéon schleppen ließ und dort zu einem kreisförmigen Ice Watch-Mahnmal aufstellte. Das arktische Eis als schmelzende Uhr sollte uns Kultur- und Wohlstandsmenschen daran erinnern, dass wir mit unserem hemmungslosen CO2-Ausstoß für die steigende Erderwärmung und das Abschmelzen der Pole mitverantwortlich sind. Tatsächlich war die Installation ein erfolgreiches Medienereignis, perfekt getimt und kameragerecht präsentiert. Tausende kamen, um die Eisblöcke zu sehen, zu streicheln, Selfies zu schießen und Bilder der Aktion auf Instagram zu posten. Wie viele…

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