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art Magazinart Magazin

art Magazin 03/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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auch im atelier macht die betrachtung die kunst

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, Wolfgang Tillmans ist ein Phänomen. Fotografen, das ist meine Erfahrung, sind in der Regel die prätentiösesten Künstler. Ich vermute, es liegt daran, dass sie ihre Kunst aus etwas machen, das heute eigentlich jeder ein bisschen kann. Das wäre auch die Erklärung dafür, dass Fotografien in Galerien immer größer und die Rahmen immer schwerer werden. Und auch dafür, dass viele Fotografen ihr Konzept oft über Jahrzehnte beibehalten, um nur ja erkennbar zu bleiben. Alles, um den Kunstwert ganz dick zu unterstreichen. Ganz anders Wolfgang Tillmans: Seit Mitte der neunziger Jahre ist er mit größten Wandlungen immer präsent geblieben. Hat sich von einem Reporter der eigenen Jugendkultur zu einem Künstler entwickelt, der ein großer Romantiker und politischer Aktivist zugleich ist. Seine Ausstellungen haben die Leichtigkeit des Anfangs bewahrt. Fast…

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betreff: art

Es war so ein Atelierbesuch, wie er für Amsterdam typisch ist: Mitten im Grachtengürtel gibt es einen schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern, man gelangt in einen durch Umbauarbeiten total verbarrikadierten Hinterhof und erklimmt schließlich am besten ganz vorsichtig eine steile Treppe, die eigentlich die Bezeichnung Leiter verdient. Sind wir hier wirklich an der richtigen Adresse angelangt? Wer es wagt, hochzukraxeln, steht auf einmal in einem lichtdurchfluteten Raum mit einem Panoramablick über die Amsterdamer Dachlandschaft mit ihren vielen verschiedenen Giebeln. Das ist das Reich von Viviane Sassen. Wie viel Zeit die niederländische Fotokünstlerin hier oben verbringt, beweist die Hängematte, die sie von einem Suriname-Besuch mitgebracht hat. Und die große Spielecke für ihr Söhnchen, das dort unzählige Legosteine und die Einzelteile einer zerlegten Ritterburg hinterlassen hat. Das Porträt von Viviane Sassen beginnt…

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bilder+themen des monats

Im Angesicht der Unterdrückung Es gibt nicht viele Künstlerinnen in Saudi-Arabien. Nach einem Bericht des Weltwirtschaftsforums über Geschlechtergerechtigkeit von 2016 rangiert die absolute Monarchie, in der die Rechtsprechung der Scharia gilt, auf Platz 141 von 144 Ländern. Frauen dürfen praktisch nichts ohne die Zustimmung ihres männlichen Vormunds (Vater, Bruder, Onkel, Ehemann), nicht mal Auto fahren. Vor diesem Hintergrund wirkt die Arbeit Land of Dreams der erst 25 Jahre alten saudischen Künstlerin Ahaad Alamoudi äußerst mutig. Dabei stellte sie nur das unverschleierte, geschminkte, zum Teil lasziv blickende Antlitz der Sängerin Ahlam Alshamsi auf Pappaufstellern am Strand von Dschidda in der Provinz Mekka auf. Alamoudi weiß, wie frei das Leben von Frauen sein kann, sie lebt in London und studiert dort am royal college of art. Brutaler Spielplatz Verletzungsgefahr scheint keine Rolle bei der Konzeption…

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aktuell überschätzt

Vantablack ist die dunkelste bekannte Farbe der Welt. Dieses Schwarz besteht aus einem Netz von Kohlenstoffnanoröhrchen, die 99,9 Prozent des Lichts verschlucken, das auf sie fällt. Das macht es für das Gehirn unmöglich, Oberflächen, die mit Vantablack bestrichen sind, zu erfassen, sie verlieren ihre Konturen, wirken wie tiefe schwarze Löcher. Mit dieser faszinierenden Farbe könnten Künstler alles Mögliche machen, aber Vantablack darf weltweit nur von einem Einzigen benutzt werden: Anish Kapoor. Der britisch-indische Bildhauer will mit dem Ultraschwarz philosophische Fragen über Zeit, Raum und Identität stellen – ganz große Themen also. Kapoor, 63 Jahre alt und einer der reichsten Künstler der Gegenwart, hat sich die Exklusivnutzungsrechte von Vantablack gekauft. Wie viel er Surrey NanoSystems, einer britischen Firma aus der Rüstungsindustrie und Weltraumforschung, dafür bezahlt hat, ist nicht bekannt. Natürlich brach unter…

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kunst für eine bessere welt

Je schlechter die Lebensbedingungen für Bienen werden, desto häufiger tauchen sie in der Kunst auf. Pierre Huyghe legte für die DOCUMENTA 13 in Kassel einen Garten für sie an. Auch auf dem Dach der BUNDESKUNSTHALLE in Bonn summen Bundesbienenvölker für ein wissenschaftlich-künstlerisches Projekt. Eine, die sich schon für die Honigsammler interessierte, bevor das Bienensterben Schlagzeilen machte, ist die bei Stuttgart lebende Konzeptkünstlerin Jeanette Zippel. Sie möchte leisten, was die Natur nicht mehr vermag: Ausgehend von einer antiken Darstellung der Artemis mit Bienenhinterleib hat Zippel abstrakte Skulpturen entwickelt, die sie im Freien aufstellt, um Bienen damit jenen Nistraum anzubieten, der ihnen zunehmend abhandenkommt. Oft sind die Skulpturen Teil von Renaturierungsmaßnahmen, mitunter macht Zippel sogar Betonwüsten wie Parkplätze zu Biotopen für Wild- und Honigbienen. Jeanette Zippel, die in München Malerei studiert hat, tauscht…

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kunst aus dem off

Ein lässig hingefläzter älterer Herr mit Turban und Trainingsjacke hält eine bunte Tasse vor seinen Bauch. Ein kleines Mädchen mit knallroten Strümpfen steht mit einem aufgespannten Schirm auf einem floral gemusterten Teppich. Es ist die Tochter von Maganbhai Patel, dem Fotografen. 1951 kam er aus Indien ins englische Coventry. Schnell sprach sich herum, dass der Mann, der in seiner Heimat als Schulleiter gearbeitet hatte und jetzt sein Geld in einem Elektrizitätswerk verdiente, gute Fotos machte. Zunächst waren es vor allem Aufnahmen von Verwandten und Bekannten, er fotografierte sie mit seiner billigen Brownie-Kamera auf Hochzeiten, Feiern oder in seinem eigenen Wohnzimmer. Doch schon bald standen südasiatische Immigranten bei ihm Schlange. 1969 eröffnete »Masterji«, wie er respektvoll genannt wird, ein Fotostudio, über dem er mit seiner Familie wohnte. Den Hintergrund bildeten oft Landschaftsgemälde…

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