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art Magazinart Magazin

art Magazin 03/2018

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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museen brauchen kein reinheitsgebot

  TIM SOMMER, CHEFREDAKTEUR chefredaktion@art-magazin.de  LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,sieben barbusige Nymphen mit wallendem Haar locken den Schönling Hylas in ihren Seerosenteich: Man muss schon recht empfindlich sein, um sich heute noch von dem schwülen präraffaelitischen Traum provozieren zu lassen, den John William Waterhouse 1896 in Öl auf Leinwand bannte. In der MANCHESTER ART GALLERY hat man das Bild auf Anregung der Künstlerin Sonia Boyce zwischenzeitlich abgehängt und an seiner Stelle die Besucher per Klebezettel das viktorianische Frauenbild des Publikumslieblings diskutieren lassen. Das ist die alberne und kindische Spitze der wichtigen und berechtigten #MeToo-Debatte über Sexismus und Machtmissbrauch, die gerade die Museen erfasst. Sie schlagen sich dabei sehr unterschiedlich: Die Hamburger DEICHTORHALLEN haben eine Retrospektive des Modefotografen Bruce Weber wegen unbewiesener Anschuldigungen, er habe Models belästigt, auf unbestimmte Zeit verschoben. In Washington steht der…

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betreff: art

Oliver Kase und Tanja Beuthien beim Gespräch über Klees »Abenteurerschiff«  Das Geheimnis der Bilder von Paul Klee beschäftigt Oliver Kase schon lange: Zeichen, Buchstaben, Pfeile, Kritzeleien versucht der Kurator der großen Klee-Ausstellung in der Münchner PINAKOTHEK DER MODERNE zu entschlüsseln. Werke wie das Abenteurerschiff (siehe oben) geben viele Rätsel auf: Was bedeuten die Fahnen in Grundformen und -farben? Wofür stehen die Buchstaben, die keine Worte ergeben? Warum sieht der Steuermann aus wie ein Röntgenbild? »Auch als Mensch bekommt man Klee nur schwer zu fassen«, erzählte Kase unserer Korrespondentin Tanja Beuthien, die genau dies aber für ART trotzdem wagte im großen Klee-Stück, das Sie ab Seite 46 lesen. Dresden, 1971: ART-Korrespondentin Susanne Altmann (links) mit Schwester (rechts) und Großcousin (Mitte) beim Bummel über die Prager Straße  Die Eltern von ART-Korrespondentin Susanne Altmann…

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bilder + themen des monats

 Auf der PirschUnter den Marotten der französischen Konzeptkünstlerin Sophie Calle sind hier zwei hervorzuheben: ihre Vorliebe für ausgestopfte Tiere und ihr Hang zur Jagd. Erstere sammelt sie, Letzteren nutzt sie als künstlerisches Mittel, etwa wenn sie Wildfremde beschattet oder einen Detektiv auf sich selbst ansetzt. Ihre Ausstellung »Beau doublé, Monsieur le marquis« im Pariser Jagdmuseum MUSÉE DE LA CHASSE ET DE LA NATURE verband jüngst beides. Calle füllte das Haus mit ihren Werken, darunter eine Auswahl von Jagdmagazin-Kontaktanzeigen, zerschossene Porträtfotos von Verurteilten und eine Soundinstallation, in der sie Jägerlatein rezitiert. Die Kritiker waren voll des Lobes – was vielleicht auch an dem von Calle kostümierten Hirsch liegen mag, dem sein rotes Ballkleid ganz hervorragend steht. »Was, zur Hölle, ist Minimalismus?« Rusty Wiles lebt in Fort Pierce, Florida, ist verheiratet, hat zwei Kinder…

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kunst für eine bessere welt

 Sie rücken in den frühen Morgenstunden an, wenn die Stadt noch in Dunkelheit gehüllt ist. Die Truppe fährt in einem Kleinlaster voller bunter, duftender Blumen vor. Blumen, die – obwohl noch nicht welk – Müll sind, weil das Fest, das sie schmückten, vorbei ist. Doch diesem Schicksal entreißt sie der New Yorker Florist Lewis Miller, indem er ihnen in seinen Guerilla­Aktionen auf Kreuzungen, Gehwegen, in Parks und in Mülltonnen neues Leben schenkt.Bei einer besonders spektakulären Aktion arrangierte Miller 2000 Dahlien an John Lennons Gedenkstätte Strawberry Fields im Central Park. Sie umrahmten das »Imagine«­ Mosaik, das Yoko Ono nach Lennons Tod gestiftet hatte, mit einem Dahlienkranz in leuchtendem Gelb, Orange, Pink und Violett. Als die Parkwächter später am Morgen aufliefen, hielt Lewis für kurze Zeit die Luft an. Doch den Ordnungshütern…

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als wir noch surrealisten waren: standbilder aus der welt der kunst

  Frank Nikol lässt sich für seinen ART-Cartoon von Filmstills inspirieren, die er verfremdet und ihres ursprünglichen Sinns entledigt, sodass ein vollkommen neuer Kontext entsteht. Der preisgekrönte Illustrator lebt in Hamburg und zeichnet unter anderem für »Stern«, »Zeit«, »konkret«. Mehr auf www.exsurrealist.blogspot.de ■…

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aktuell überschätzt

Acht Prototypen für Trumps Mauer zu Mexiko – demnächst ein Nationaldenkmal? Kann man den US-amerikanischen Präsidenten noch immer als »mächtigsten Mann der Welt« bezeichnen? Das ist fraglich geworden. Die USA sind dabei, sich zu isolieren, und verlieren dadurch zwangsläufig an Einfluss. Den Titel des »lautesten Manns der Welt« kann man Donald Trump hingegen nicht absprechen. Er erzeugt ein politisches Getöse, das im 21. Jahrhundert seinesgleichen sucht. Aufmerksamkeit zu generieren ist seine wahre Kunst, und wer immer es schafft, dass sein Name in den Medien mit dem von Donald Trump verbunden wird, bekommt von dieser anscheinend unendlichen Ressource etwas ab. Das ist das große Problem der Anti-Trump-Kunst, wie sie seit dem Beginn seiner Kampagne 2015 vor allem in den USA blüht: Sie hat oft etwas Trittbrettfahrerhaftes, Unsouveränes. Sie greift den Präsidenten…

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