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art Magazinart Magazin

art Magazin 04/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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dorthin gehen, wo es wehtut: nach dresden und athen

TIM SOMMER, CHEFREDAKTEUR chefredaktion@art-magazin.de LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, am 6. Februar ließ Manaf Halbouni drei ausrangierte Linienbusse vor der Dresdner Frauenkirche aufrichten. Seit Hans Haackes Arbeit Der Bevölkerung (2000) für den Deutschen Bundestag und Peter Eisenmans Denkmal für die ermordeten Juden Europas (2005) hat es hierzulande kein Kunstwerk mehr gegeben, dass politische Wirksamkeit nicht nur behauptet hat, sondern tatsächlich so zum Politikum wurde.Was macht diese Arbeit so stark? Der richtige Ort, der richtige Zeitpunkt, ihre streitbare Symbolkraft. Vor allem aber Halbounis seltener Mut zur plakativen und verstörenden Geste jenseits der tausendprozentigen politischen Korrektheit.Brückenschlag von Aleppo nach Dresden: Manaf Halbounis »Monument« steht noch bis zum 3. April vor der Frauenkirche Im belagerten Aleppo hatten drei aufrecht stehende Busse in einer Straße als Schutz vor Scharfschützen gedient, wobei im Grunde egal ist, welche Kriegspartei oder…

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betreff: art

Leben im multikulturellen Paris: Heinz Peter Schwerfel bei Lucien Castaing-Taylor und Véréna ParavelDie Franzosen lieben Japan, weshalb sie Tokio flächendeckend mit Boutiquen, Stehcafés und Bäckereien überziehen. Über die japanische Retourkutsche wird jedoch häufig geflucht. In der Nähe des Schneideraums des Künstlerduos Castaing-Taylor/Paravel haben Japaner eine Backstube nur für Baguette und Croissants à la française eröffnet. »Not so bad«, urteilte der in den USA lebende Brite Lucien Castaing-Taylor kauend auf Englisch, und der Exil-Pariser und ART-Korrespondent pflichtete bei. Nur Véréna Paravel, einzige Anwesende mit französischem Pass, enthielt sich – Auftakt zu einer langen Diskussion über das multikulturelle Paris. Was Castaing-Taylor/Paravel auf der DOCUMENTA planen, erfahren Sie ab Seite 42.ART-Autorin Sandra Danicke auf Roller-Tour mit Vinzenz Brinkmann in Athen Wer braucht bitte einen Helm, wenn er auf dem Motorroller durch Athen cruist? Zum…

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bilder+themen des monats

Spieglein, Spieglein in der WüsteFast sieht es aus, als blickte man durch eine Glasscheibe in die Weite des südkalifornischen Coachella Valley. Doch die irritierende Fassade besteht aus Spiegelscheiben, mit denen der US-amerikanische Künstler Doug Aitken seine Arbeit Mirage verkleidet hat. Sie ist sein Beitrag zur ersten desert-xbiennale, bei der Künstler sich mit der kargen Wüstenlandschaft auseinandersetzen müssen. Aitken wählte die Silhouette eines Ranch-Style-Hauses, das in seiner einstöckigen Einfachheit die amerikanischen Vorstädte prägt. Durch die Reflexion lässt Aitken das Haus als Sinnbild der Zivilisation optisch mit der Natur verschmelzen und legt damit irgendwie nahe, dass der Mensch – egal, was er erfindet, erbaut oder zerstört – nur ein Kapitel der Evolution ist. Die desert-x-biennale läuft bis zum 30. April, Aitkens Arbeit ist bis zum 31. Oktober zu sehen, genaue Koordinaten gibt…

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kunst für eine bessere welt

Die Musikszene im Iran ist total lebendig«, erzählt Nahid Siamdoust, 40, die in Teheran geboren wurde, in New York lebt und in Oxford promoviert hat. »Allerdings ist sie – egal, ob Pop, Rock, Rap oder Heavy Metal – ausschließlich männlich.« Seit der Islamischen Revolution 1979 ist es Frauen verboten zu singen, außer im Chor, zu Hause oder vor rein weiblichem Publikum – eine Karriere als Sängerin ist undenkbar. »Die weibliche Stimme gilt als zu verführerisch«, erklärt Siamdoust, deren Buch, basierend auf ihrer Dissertation, Soundtrack of the Revolution: The Politics of Music in Iran gerade bei Stanford University Press erschienen ist. Darin geht es um die Bedeutung von Musik als politisches Instrument der Unterdrückung und des Aufbegehrens. Im Iran ist offiziell lediglich seichter Pop erlaubt, der alles Irdische ausblendet. Seit der…

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aktuell überschätzt

Eine Prise Picasso, eine Spur Matisse – so schwer ist das nichtEs war einmal ein Jüngling, der hatte blondes Haar und rote Backen. Er hieß Leon Löwentraut und lebte – so wurde er nicht müde zu beteuern – seinen Traum: Er malte große bunte Bilder mit Gesichtern drauf und machte damit Menschen froh. Mit 18 Jahren saß Leon Löwen-traut bereits in Talkshows, gab wichtigen Fernsehsendern und Magazinen Interviews. »Ich lebe meinen Traum«, wiederholte er dann und erzählte, wie alles kam: Bereits als Siebenjähriger schwang er den Pinsel so kühn wie keiner, denn Löwentraut ist »als Künstler geboren«. Als er zwölf war, fand er, es könne nun endlich mal losgehen mit dem Ruhm. Also klapperte der Jüngling die Galerien ab, fragte überall, ob man ihn ausstellen wolle, doch die finsteren Hüter…

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als wir noch surrealisten waren: standbilder aus der welt der kunst

Frank Nikol lässt sich für seinen ART-Cartoon von Filmstills inspirieren, die er verfremdet und ihres ursprünglichen Sinns entledigt, sodass ein vollkommen neuer Kontext entsteht. Der preisgekrönte Illustrator lebt in Hamburg und zeichnet unter anderem für »Stern«, »Zeit«, »konkret«. Mehr auf www.exsurrealist.blogspot.de ■…

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