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art Magazinart Magazin

art Magazin 04/2018

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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was uns mit dem tier verbindet (und mit dem neandertaler)

       LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,wann haben Sie zuletzt ohne Ironie vom Menschen als der »Krone der Schöpfung« reden hören? Das muss tief im 20. Jahrhundert gewesen sein. Die stolze Selbstgewissheit des Homo sapiens als höchste Veredlungsstufe auf Erden ist zusehends zerbröselt. Moralisch sowieso (siehe Kriege, Umweltzerstörung, Massentierhaltung …), aber auch die harten Fakten sprechen gegen uns. Im Grunde sind wir doch auch nur Trockennasenprimaten, gerade 1,37 Prozent unseres Erbguts unterscheiden uns vom Gemeinen Schimpansen als nächsten Verwandten. Und der, so sagen die Forscher, ist genetisch vom gemeinsamen Vorfahren sogar weiter fortentwickelt als wir. Und je tiefer die Wissenschaft in das Geistes- und Seelenleben unserer tierischen Mitbewohner aller Art eindringt, desto ähnlicher werden sie uns im Fühlen, Planen, Kommunizieren. Blieben immerhin Kunst und Kultur als Alleinstellungsmerkmal. Und dann das: Der Neandertaler, eben…

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betreff: art

ART-Redakteurin Ute Thon mit ihren Hundefreunden Togu und Tobi in Andalusien  Dass Tiere äußerst empfindsam, eigenwillig und mitunter auch ziemlich intelligent sind, weiß ART-Redakteurin Ute Thon schon lange. Sie wuchs in der nordhessischen Provinz mit Hunden, Pferden, Meerschweinchen und einem Graupapagei auf und wollte eigentlich immer Tierärztin werden. Das Aufschneiden toter, formaldehydgetränkter Hundekadaver im Anatomieunterricht hatte dann aber so abschreckende Wirkung, dass sie kurzerhand auf Journalismus umsattelte. Die Verbindung zu Tieren ist geblieben, auch wenn das Zusammenleben mit nicht menschlichen Artgenossen im großstädtischen Alltag längst nicht mehr so eng wie früher ist. Für ihre Titelgeschichte über Tiere in der Kunst führte Ute Thon Zwiegespräche mit Künstlern und Kuratoren und auch mit ihren tierischen Begleitern. »Wer einmal eine freundliche feuchte Hundeschnauze auf dem Knie gespürt hat oder das puckernde Herz einer…

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bilder + themen des monats

 Tempel des Lichts30 Jahre lang stand der Entwurf in Ellsworth Kellys Atelier herum. Der US-amerikanische Meister des Minimalismus hatte das kuppelförmige Gebäude mit den Regenbogenfenstern eigentlich für einen kalifornischen Sammler entworfen. Doch das Projekt zerschlug sich, und das Modell setzte Staub an. 2012 wurde die Direktorin des BLANTON MUSEUM OF ART in Austin, Texas, auf die einzigartige Bauskulptur aufmerksam. Sie startete eine Spendenkampagne und brachte 23 Millionen Dollar zusammen, um Kellys Tempel des Lichts zu errichten. 2015, kurz vor Kellys Tod, wurde begonnen, jetzt ist das meditative Bauwerk fertig. Neben farbigen Lichtschlitzen – das Glas stammt von der Mayer’schen Hofkunstanstalt in München – lockt das Gebäude im Innern mit 14 abstrakten Bildern aus weißem und schwarzem Marmor und einer eleganten Stele aus Rosenholz. Eine besinnliche Pilgerstätte, über die Kelly, der…

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kunst aus dem off

Nah, authentisch, ungestellt: Straßenfotos von Carl Størmer FRÄULEIN COLLET, DIE SPÄTERE FRAU VON PROFESSOR THUE. IM HINTERGRUND STADTHAUS UND REPARATURWERKSTÄTTEN    Carl Størmer hatte es perfektioniert, durch Oslos Innenstadt zu schlendern, beiläufig zu grüßen und dabei Leute abzuschießen – mit einer versteckten Kamera. Eigentlich entstanden Fotografien Mitte der 1890er Jahre noch in langwierigen Stillhalte-Sitzungen. Fotoapparate waren in der Regel große Geräte auf Gestellen, hinter denen jemand mühsam unter einem Überwurf verschwand. Niemand konnte damit rechnen, dass ein junger Mathematikstudent auf offener Straße unter seiner Kleidung einen Fotoapparat versteckt hatte: einen runden Kanister mit einem winzigen Objektiv, das durchs Knopfloch ragte, und einem Auslöser, der als Leine in der Hosentasche steckte. Sobald Størmer eine Person interessant fand, grüßte er, und genau in dem Moment, in dem sein Gruß erwidert wurde, zog…

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als wir noch surrealisten waren: standbilder aus der welt der kunst

  Frank Nikol lässt sich für seinen ART-Cartoon von Filmstills inspirieren, die er verfremdet und ihres ursprünglichen Sinns entledigt, sodass ein vollkommen neuer Kontext entsteht. Der preisgekrönte Illustrator lebt in Hamburg und zeichnet unter anderem für »Stern«, »Zeit«, »konkret«. Mehr auf www.exsurrealist.blogspot.de ■…

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aktuell überschätzt

Wie ein attraktiver älterer Herr aus einer Uhrenwerbung KEHINDE WILEY: BARACK OBAMA, 2018, 213 X 144 CM Man denkt im ersten Moment an einen Gag. Unwillkürlich fragt man sich, wer diesen armen Kerl bloß mitten in die Hecke gesetzt hat? Dass der Abgebildete sich nicht wohlfühlt, ist ja kaum zu übersehen. Schließlich sitzt er ziemlich ungemütlich auf der vorderen Stuhlkante. Außerdem ist sein linker Fuß so linkisch nach oben gedreht. Ob er Angst hat, auf die afrikanische Schmucklilie zu treten, die der Künstler ausgerechnet unter seiner Schuhsohle platziert hat? Natürlich erkennt man sofort, dass es sich bei dem Mann mit dem düsteren Blick um den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama handelt. Und es ist ja auch irgendwie sympathisch, dass sein Porträt alles andere als staatstragend geraten ist. Trotzdem wird man den…

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