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art Magazinart Magazin

art Magazin 06/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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keine sommerpause für das »parlament der körper«

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, in eine seltsame Lage hat Adam Szymczyk uns Kunstjournalisten gebracht. Normalerweise trennen wir sauber zwischen neutralem Vorbericht und kritisieren erst, wenn wir eine Ausstellung auch gesehen haben. Aber hier, so zwischen Vernissage und Vernissage? In Athen (Bericht ab Seite 68) haben wir schließlich erst die halbe DOCUMENTa gesehen – und wir fühlen uns wie Theaterkritiker, die schon in der Pause die Rezension durchgeben sollen, unsicher, wie sich Stück, Besetzung und Inszenierung in Kassel am Ende fügen werden. Zwischen Posse und Tragödie ist noch alles möglich, übrigens auch ein veritabler Flop. Wenn man Adam Szymczyks düsteres Vorwort zum D14-Reader als Programmheft liest, kann man mit ihm an der schieren Unmöglichkeit verzweifeln, heute noch eine DOCUMENTA zu machen. In seiner apokalyptischen Weltsicht sind wir alle in die Fänge einer neoliberalen,…

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betreff: art

Die Hauptstädte dieses Kunstmonats heißen Kassel und Münster. Damit ART-Leserinnen und -Leser sich optimal auf die DOCUMENTA 14 und die SKULPTUR-PROJEKTE vorbereiten können, sind unsere Redakteure und Autoren weit gereist. So flog Manuel Meyer, ART- Korrespondent in Madrid, nach Buenos Aires. Im Zentrum der Stadt unterhält die 74-jährige Konzeptkünstlerin Marta Minujín ein riesiges labyrinthisches Atelier, durch das sie den Gast in einem Affentempo führte, bevor sie sich auf dem Atelier-Sofa zum Interview niederließ (siehe Seite 20). Ein nicht ganz so hohes Tempo legte der israelische Künstler Roee Roosen vor, den ART-Redakteur Raphael Dillhof in dessen Atelier in Tel Aviv besuchte: In seinem selbst entworfenen Haus gab der Künstler ruhig und konzentriert Auskunft (siehe Seite 50). Die Tour nach Münster war dagegen nicht weit für ART-Redakteurin Barbara Hein, dafür umso lohnender,…

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bilder+themen des monats

Augenschmaus Vor einer atemberaubenden New Yorker Skyline tafelt eine surreale Festgemeinschaft: Eine vermummte Figur und körperlose Hände halten Teller, zwei schwarz glänzende Gestalten sind in einer Rangelei erstarrt, und von links nähert sich ein unheimlicher Kapuzenmann. Das schwarzweiße Skulpturen-Bankett befindet sich noch bis zum 29. Oktober auf dem Dach des METROPOLITAN MUSEUM OF ART in New York und ist eine Auftragsarbeit des argentinischen Künstlers Adrián Villar Rojas für den Dachgarten des Museums am Central Park. Die verschiedenen Figuren und Objekte der Arbeit sind Repliken von Stücken der Museumssammlung, die Villar Rojas in seiner Arbeit The Theater of Disappearance zu einem ganz neuen, eigenen Werk vereint. Der zweite Platz Wie der letzte trunkene Gast eines rauschenden Balls liegt dieser Lüster am Boden – etwas derangiert, aber trotzdem funkelnd und leise klirrend. 20 Bimetallschalter steuern…

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kunst aus dem off

Sich selbst beschreibt der 1949 in Los Angeles geborene Fotograf und Konzeptkünstler John Divola gern als eine Art Geist auf seinen Bildern. In den siebziger Jahren wurde er mit Fotos von Abrisshäusern in seiner Heimatstadt bekannt. Er setzte abstrakte Zeichen oder Graffiti auf die Wände und vereinte so in den verfallenen Neuzeit-Ruinen Kunst und Leben in Bildern. Der junge Divola war am Beginn seiner Karriere von Minimalismus, Konzeptkunst und Land Art beeinflusst. Und weil die Arbeiten seiner Kollegen oftmals auf Fotos festgehalten wurden, zog er für sich die Schlussfolgerung, dass die Fotografie die Hauptarena der zeitgenössischen Kunst darstellt. Also entwickelte er seine eigene Kombination aus Performance, Installationskunst, Bildhauerei und Malerei mit Fotografie als Kernstück. Für das Projekt Zuma beschäftigte er sich Ende der siebziger Jahre mit einem leer stehenden Strandhaus, das zu…

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kunst für eine bessere welt

Dass fast alles Material noch einmal zu gebrauchen ist, zeigen die seit 1999 kollektiv agierenden Berliner Architekten von raumlabor, die bis Mitte Oktober im Auftrag der Berliner Stadtreinigung mit Sammlers Traum eine begehbare Müllskulptur auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Plattenbaubezirk Marzahn präsentieren. Der Besuch des teils mit Trümmern und Aushub der umliegenden Siedlungen aufgeschütteten Kienbergs lohnt sich: Die schlichte Holzkonstruktion an seinem Fuß beweist mit ihren drei spitzwinkligen Dächern, dass Fahrradreifen, Tetrapaks oder Konservendosen eigentlich Dachziegel im Wartestand sind und dass manch sperrmüllreife Schranktür nur darauf lauert, als Rückenlehne einer Holzbank erneut vermöbelt zu werden. Aus Pflanzenanzuchtpaletten, wie sie bei den Vorbereitungen der IGA anfielen, wurden die Wände einer Bar, und auch an das Sammeln von Regenwasser hat raumlabor gedacht. Doch in dem Werk steckt mehr als der Verweis auf…

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aktuell überschätzt

Klar, man hat immer viel zu tun: die Arbeit, die Kinder – und dann noch der ganze Freizeitstress. Da freut man sich aufs Wochenende zu Hause, aufs Ausspannen, Kochen/Grillen, Serien-gucken. In den allermeisten Fällen ist das vollkommen okay, aber diesen Sommer nicht! Denn dieser Sommer bietet ein ganz seltenes Phänomen, das so nur alle zehn Jahre zu beobachten ist: Die drei Supersonnen im Kunstkosmos – DOCUMENTA, BIENNALE und SKULPTUR-PROJEKTE – überschneiden sich in ihren elliptischen Umlaufbahnen und bieten den Menschen auf der Erde ein Spektakel, das leuchtender kaum sein könnte. Der Stern der DOCUMENTA wurde diesmal schon im April in Athen geboren, denn dort hat die normalerweise in Kassel verortete Ausstellung zwei Monate früher eröffnet als am gewohnten Spielort Kassel. Die deutsche Eröffnung findet am 10. Juni statt. Nach Kassel kommt man…

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