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art Magazinart Magazin

art Magazin 07/2018

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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hello world! goodbye, kanon?

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, da schlendert man schon die fünfte Stunde durch die Hallen des HAMBURGER BAHNHOFS, um sich die »Revision einer Sammlung« anzusehen. Die Berliner NATIONALGALERIE erforscht hier im Rahmen des Bundeskulturstiftungsprogramms »Museum Global«, wie man den Blick, der sich über das 20. Jahrhundert hinweg vom Nationalen zum Europäischen und dann zum Atlantischen geweitet hat, nun gänzlich offen macht für die gesamte Welt, tauglich für das 21. Jahrhundert eben. 13 Ausstellungskapitel von verschiedenen Kuratorinnen und Kuratoren sind daraus geworden, die ohne roten Faden nebeneinander stehen. Man hat sich über Vitrinen gebeugt, in Videokabinen gelümmelt, Saaltexte dechiffriert. War in Mexiko, Japan, auf dem Balkan und auf Bali. War in der Vorzeit, in der Neuzeit, war im Gestern und im Heute. Hat Grandioses, Interessantes und Banales gesehen, gut, mittelmäßig und schlecht…

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betreff: art

Laure Prouvost wurde mit einem Foto bekannt, das sie mit einem Fisch auf dem Kopf zeigt. Die Turner-Preisträgerin präsentiert sich eben nicht nur in ihren Filmen und Rauminstallationen als träumerische Exzentrikerin. Auch beim Interview mit ART-Korrespondentin Sandra Danicke demonstrierte die Französin immer wieder, dass sie ein Faible für Surreales und Blödeleien hat. So servierte sie Tee und Beeren aus krude getöpfertem Geschirr, das angeblich von ihrer Großmutter handgeformt wurde. Anschließend posierte sie mit Pappmaché-Brüsten und Steingut-Hintern sowie seltsamem Getier aus Muranoglas. Ab und zu kam es vor, dass die Korrespondentin auf dem Schlauch stand und angesichts einer abenteuerlichen Behauptung mit großen Augen »echt?!« fragte. Dann zwinkerte die Künstlerin nachsichtig mit dem rechten Auge. Danickes Porträt der Künstlerin, die Frankreich im kommenden Jahr auf der VENEDIG-BIENNALE vertreten wird, beginnt auf Seite…

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bilder+themen des monats

Rot, rot, rot ist alles, was ich habe Intensivstes Rot und Magenta umfängt die Besucher der BRÜGGE-TRIENNALE, wenn sie den Pavillon von José Selgas und Lucía Cano betreten. Das spanische Architektenduo, das unter dem Namen »Selgascano« arbeitet, hat seinen weithin leuchtenden Pavillon mitten auf einem Kanal platziert. Der Holzboden schwimmt wie ein Ponton auf dem Wasser und trägt die leichte, auf Metallbögen gezogene Kunststoffhaut. Die Triennale steht unter dem Motto »Liquid City« und zeigt noch bis 16. September 14 weitere Kunst- und Architektur-Installationen im Stadtraum. Bei Selgascano können Besucher sogar schwimmen gehen, wenn es die Wasserqualität erlaubt. Tribal Pop Art Es gibt ja wahnsinnig viele bunte Häuserfassaden, über die man jeden Monat berichten könnte. Aber diese Fassade sticht in ihrer leuchtenden, simplen, brutal repetitiven Geometrie absolut heraus. Das ehemalige Lagerhaus in Brooklyn wurde…

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kunst für eine bessere welt

Nur 90 Kilometer von New York City entfernt befinden sich Natur und Kunst im Einklang. Im Skulpturenpark STORM KING ART CENTER, ein 200 Hektar großes Areal in Upstate New York, fügen sich bildhauerische Werke von Alexander Calder, Richard Serra oder Louise Nevelson friedlich in die Landschaft ein. Doch die aktuelle Ausstellung »Indicators: Artists on Climate Change« (bis 11. November) beschäftigt sich nun mit der unbequemen Tatsache, dass der Klimawandel eine Bedrohung für Natur und Menschheit ist. Die Brooklyner Künstlerin Mary Mattingly hat Bäume, vor allem Palmen, die sonst in tropischen Regionen heimisch sind, in den Park verpflanzt. Ihre Chicagoer Kollegin Jenny Kendler geht das Problem der Erderwärmung weniger subtil an. Ihre Installation zeigt extrem vergrößerte Vogelaugen, die heimischen Arten gehören, die als Folge der Klimaveränderung vom Aussterben bedroht sind. David Brooks…

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themen des monats aktuell überschätzt

Carsten Höller hat es schon wieder getan, und das gleich zweifach: Nachdem der deutsche Künstler in den letzten Jahrzehnten schon landauf und landab Spielplatzrutschen in Kunstinstitutionen, Shoppingmalls und an Aussichtstürme bauen ließ, so hat er in diesem Jahr gleich zwei seiner Spielplatzattraktionen entworfen. Garantierte Kassenschlager für die BUNDESKUNSTHALLE in Bonn und den PALAZZO STROZZI in Florenz, welche künftig berutscht werden können – denn das Konzept von Höllers Slides ist so simpel, dass es jedes Kind versteht: Oben geht’s rein, unten kommt man anschließend, leicht derangiert und im besten Fall endorphinberauscht wieder heraus. Wer aber glaubt, er könne mit den Installationen einfach Spaß haben und den leichten Zug in der Magengrube genießen, der irrt gewaltig. Denn zu Höllers Werken liefert man im stets auf intellektuellen Gehalt und gesellschaftspolitische Relevanz bedachten Kunstbetrieb natürlich…

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kunst aus dem off

Wenn die richtigen Leute eine Sache in die Hand nehmen, kann auch aus einer üblen Erfahrung etwas Anregendes entstehen. Zumindest haben Philipp Anz, Jules Spinatsch und Viola Zimmermann ein goldenes Händchen bewiesen, als sie in die Keller der Zürcher Stadtpolizei stiegen. Dort fanden die drei im Archiv der Ordnungshüter die Kartei »Schmieren/Kleben«. Unter dieser Headline hatte das Kriminalkommissariat III, der Zürcher Staatsschutz, ab 1976 politische Parolen, gesprayte Slogans, Wandmalereien und sonstige Kunstaktionen abgelegt, die der bürgerlichen Weltsicht als Sachbeschädigung galten. Harald Naegeli ist auch darunter zu finden. Der Sprayer von Zürich, der in der Schweiz verurteilt wurde, erlangte mit seinen Strichmännchen bald Weltgeltung und Dozenturen an deutschen Kunstakademien. Damals war die Jugendbewegung bis in die Schweiz geschwappt. Das Bürgertum roch in der Not einer von überkommenen Konventionen eingeschnürten Generation schon den…

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