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art Magazinart Magazin

art Magazin 08/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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kunst soll ja fragen stellen, sagt man doch …

TIM SOMMER, CHEFREDAKTEUR chefredaktion@art-magazin.deLIEBE LESERIN, LIEBER LESER,waren Sie schon auf der DOCUMENTA 14? Mir sind diesmal hundert Fragen in den Sinn gekommen. Hier sind einige davon: Wie wäre es, Bilder deshalb auszustellen, weil sie gut sind, nicht weil das Richtige drauf ist? (Am besten natürlich beides.) Sollten nicht eigentlich hundert Künstler für hundert Tage reichen? (Oder zumindest alle auch im Katalog vorkommen?) Ist das Beschwören indigener Rechte nicht doch nur ein wohlfeiler Kolonialismus des guten Gewissens? (Oder ist es bei Kurden, Berbern und Kaschmiri zu kompliziert, deren Probleme zu thematisieren?) Ist es nicht auch eine Form von Rassismus, wenn immer die Weißen böse und die Schwarzen gut sind? (Vielleicht einfach weniger Schwarz-Weiß-Malerei.) Warum nicht einfach wieder die Welt nach Kassel holen, statt die DOCUMENTA in die Welt hinaus zu schicken? (War schon immer absurd, hat aber ziemlich lange perfekt funktioniert.) Sollten…

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betreff: art

Ein lustiger Kerl, aber auch ein Profi: Philippe Starck mit ART-Korrespondent Manuel MeyerPhilippe Starck blödelt im Gespräch gerne herum, schneidet Grimassen. Sein Redeschwall ist kaum zu stoppen. Er ist nahbar, ein witziger Typ, der sagt, nicht besonders witzig zu sein, und dann doch mit ART-Korrespondent Manuel Meyer auf sein Snow-Bike steigt, um lustige Fotos zu machen. Er versucht stets, die Star-Aura, die ihn umgibt, loszuwerden. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Hinter seiner natürlichen Art, seinem amüsanten Auftreten steckt auch ein hohes Maß an Koketterie, Strategie, Show und Professionalität, um sich und seine Botschaften zu verkaufen. Er ist ein netter Bursche, aber auch hoch professionell. Bei jeder Fotosession wird auf die kleinsten Details geachtet – auch wenn Starck das durch seine sympathische Art immer wieder vergessen macht. Er…

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bilder+themen des monats

Geometrie für die OberstufeDie bunten Dreiecke und Linien scheinen im Kirchenschiff der KUNSTHALLE OSNA-BRÜCK zu schweben wie Erscheinungen aus einer geometrischen Parallelwelt. Nur von einem Blickpunkt aus ist dieser Formentanz in seiner Gänze zu erfassen. Verlässt man den Idealpunkt, zerfallen die Formen in Fragmente. Der Schweizer Künstler Felice Varini, 65, ist ein Meister zeitgenössischer Illusionskunst. Er wählt für seine in Grundfarben gehaltenen Kompositionen prägnante Innenraum- oder Außenraum-fluchten, in denen er die geometrischen Muster mit Klebefolien appliziert. In der Stadt sind auch die Marienkirche und Teile der Marktstraße »varinisiert« worden (noch bis Januar 2018) – und Osnabrück ist total begeistert, wie uns Leserzuschriften berichten!SpitzentanzWas passt weniger zusammen als Kampfmontur und Spitzenschuhe? Halil Altındere, 46, türkischer Videokünstler mit kurdischen Wurzeln, zeigt in seiner neuen Arbeit Ballerinas and Police (2017), wie Tänzerinnen, die…

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kunst für eine bessere welt

Es gibt Menschen, die nicht wissen, was ein Selfie-Stick ist. Zum Beispiel jene, die sehr alt sind. Sie haben kein Smartphone und keinen Twitter-Account. Sind sie deshalb unglücklich? Wohl kaum. In ihrer Filmcollage Progress vs Regress untersucht Melanie Bonajo, 38, inwiefern die technischen Erfindungen der letzten 100 Jahre Einfluss auf soziale Beziehungen nehmen. Bei den Social Media fehle die Körpersprache, die mehr als 1000 Worte sage, findet ein älterer Herr, dem man Recht geben muss. Im FRANKFURTER KUNSTVEREIN, wo die niederländische Künstlerin noch bis zum 27. August ihre erste große institutionelle Einzelausstellung (»Single Mother Songs from the End of Nature«) in Deutschland hat, kann man den Film vom Rollstuhl aus betrachten.Einige Filme, mit denen Bonajo einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt und die Fortschrittseuphorie wirft, sind als Installationen in den…

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kunst aus dem off

Vineta, Rungholt, Rethra: Wie magische Formeln regen verschwundene Orte noch heute unsere Fantasie an. Sie existieren in Sagen, Legenden und Aktionen von Hobbyarchäologen fort. Was aber, wenn sich 2015 ein Künstlerpaar aufmacht, um ausgelöschte Dörfer des 20. Jahrhunderts zu entdecken? Dann wird die Sage ganz schnell zu einem bitteren zeitgeschichtlichen Symptom. Anne Heinlein und Göran Gnaudschun haben sich mitten in Deutschland auf den Weg zu solchen »Wüstungen« gemacht, die durch Zwangsumsiedlungen der DDR-Führung entstanden.Menschen wurden zwangsumgesiedelt, Häuser abgerissen (PRIVATFOTO, NEUMÜHLE, 1978)Um vermeintlich regimekritische Bewohner aus dem deutsch-deutschen Grenzgebiet zu entfernen, war dem ostdeutschen Machtapparat kein Aufwand zu groß. Die gnadenlosen Vertreibungen von Haus und Hof begannen bereits um 1952, sie trugen zynische Namen wie »Aktion Ungeziefer« oder »Aktion Frische Luft«. Bald standen die leer gezogenen Siedlungen auch den Überwachungsanlagen des…

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aktuell überschätzt

Busreklame für einen Erlebnispark (TOURISME #001, 2016)Frei nach dem Motto »Ich bin ein Star, stellt mich hier aus!« scheint es leider mitunter im Kunstbetrieb zu funktionieren, wenn man – egal für was – berühmt ist. Zu beobachten ist dieses Phänomen derzeit an dem 1998 als Autor des Buchs Elementarteilchen bekannt gewordenen Franzosen Michel Houellebecq, der seit Kurzem versucht, als bildender Künstler Karriere zu machen. Und er ist hartnäckig! Obwohl seine Röntgenbilder auf der MANIFESTA 2016 keinen Durchbruch brachten, scheint er es nun durch die Hintertür der Fotografie zu versuchen.Himmel, Bäume, Asphalt, Schilder (FRANCE #023, 2016)Im Juni stellte die New Yorker Galerie VENUS OVER MANHATTAN ein Konvolut von Fotos aus, das an Banalität kaum zu überbieten ist: Es handelt sich um Schnappschüsse von Linienbus-Reklame, Vorstädten, Gleisanlagen, Parkplätzen, Hotels und dem einen oder anderen…

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