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art Magazinart Magazin

art Magazin 09/2016

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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berlin ist normal – und das ist auch gut so!

TIM SOMMER, CHEFREDAKTEUR chefredaktion@art-magazin.de LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, schon wieder? Und warum gerade jetzt? Berlin-Spezials haben bei ART eine Tradition, seit in West-Berlin die »Jungen Wilden« tobten. Im Rückblick zeigen die Hefte die komplette Metamorphose vom subventionierten Aussteigerparadies hinter der Mauer über die schrankenlosen Jahre der Wiedervereinigung bis hin zum »Atelier der Welt«, zu dem sich Berlin im letzten Jahrzehnt entwickelt hatte.Wer begreifen will, wie die Kunststadt Berlin jetzt und heute tickt, dem empfehle ich zwei Texte aus diesem Heft als Einstiegslektüre: Peter-Matthias Gaedes hoch amüsante Reportage zum Gallery Weekend, bei dem sich Society und Szene trifft, und Kolja Reichardts kluge Analyse über das erstaunliche Zeitphänomen des »fitten Künstlers«, der seinen Körper ebenso trainiert wie seine Marktperformance.Sie werden lernen: Berlin hat viel von seinem Charme des Bohemehaft-Unperfekten eingebüßt. Das liebe Klischee…

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betreff: art

Fotografen unter sich: Wolfgang Stahr und Luzia Simons im Berliner Studio der KünstlerinEin aktuelles Blumenbild von Luzia SimonsDie brasilianische Fotografin Luzia Simons hat sich für art viel Zeit genommen und bei ihrem Lieblingsblumenhändler einen Großeinkauf gemacht: Ingwerblüten, Pfingstrosen und Riesendisteln standen in ihrem Studio am Prenzlauer Berg in großen Vasen. Die Fotografin arbeitet mit Blumen, die sie auf einem Flachbettscanner zu leuchtenden Stillleben arrangiert. art-Fotograf Wolfgang Stahr wiederum musste beim Shooting mit wenig Licht auskommen, da die Scans mit möglichst wenig Umgebungslicht angefertigt werden. Er besuchte für diese Ausgabe neun Berliner Künstler in ihren Ateliers und brachte wunderbare Einblicke mit (ab Seite 18). Sandra Danicke (links) besuchte die Künstlerin Jorinde Voigt in Berlin Der Künstlerin Jorinde Voigt eilte der Ruf voraus, eine spröde Rhetorik zu pflegen. Es heißt, sie spreche…

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bilder+themen des monats

Woher kommen wir? Ragnar Kjartansson, gefeierter isländischer Performancekünstler, wurde angeblich während eines Filmdrehs gezeugt, bei dem sich zwischen seiner Mutter (in der Rolle einer gelangweilten Hausfrau) und seinem Vater (in der Rolle des Klempners) ein Hausfrauenfantasiedialog entspann, der in der doch folgenschweren Aufforderung »Nimm mich hier beim Geschirrspüler« gipfelte. In Kjartanssons Performance-Installation »Take Me Here by the Dishwasher. Memorial for a Marriage« (2011/14) sinnen nun vier Jahrzehnte später zehn zeitgenössische Troubadoure täglich acht Stunden lang mit Bier, Gesang und Gitarre diesem Zeugungsmythos nach (noch bis 4. September, Barbican Art Gallery, London). Blaues Wunder »Ultramarin« bedeutet »über das Meer«, denn den Lapislazuli, aus dem das Ultramarinblau ursprünglich gewonnen wurde, hat man über das Meer aus Asien nach Europa transportiert. In der Malerei war das kostbare Pigment den Mänteln der Madonnen vorbehalten;…

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kunst für eine bessere welt:

»Vielfalt ist unsere Stärke«, sagt Samira. In ihrem Glauben finden die jungen Muslime in Europa und Kanada Frieden, Halt und schöpfen spirituelle Kraft. Über das Fotoprojekt haben viele zum ersten Mal Kontakt zu Gleichgesinnten auf der ganzen Welt bekommen und Netzwerke gebildet. Zusammen erheben sie ihre Stimme für einen offenen und toleranten Islam - nach innen wie nach außen (PORTRÄTS: SAMRA HABIB)Mit 13 begann Samra Habib auf Wunsch ihrer Eltern einen Hidschab zu tragen. Mit 18 zog sie das Kopftuch wieder aus und hat es seither nicht mehr angelegt. Trotzdem, sagt sie, fühle sie sich heute mehr als Muslima als je zuvor. Dem durch Terror getrübten Bild eines gewalttätigen, intoleranten Islam stellt die Kanadierin mit pakistanischen Wurzeln einen anderen Blick entgegen. In ihrem Internet-Blog »Just Me and Allah« porträtiert die…

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aktuell überschätzt:

Ein Richter, nicht der Künstler selbst, entscheidet, ob diese Wüstenlandschaft von Peter Doig istSobald ein Künstler mit Markterfolg gesegnet ist, setzt eine sagenhafte Wertsteigerung ein. Tendenziell ist alles teuer, was er herstellt oder hergestellt hat. Der Streit um ein vermeintliches oder echtes Frühwerk des Maler-Stars Peter Doig zeigt, dass es beim großen Geldverdienen jetzt nur noch einen Spielverderber geben kann: den Künstler selbst.Robert Fletcher, ein 62-jähriger Rentner und ehemaliger Strafvollzugsbeamter aus Kanada, behauptet, 1975 ein Gemälde mit einer Wüstenlandschaft von einem jungen Mann namens »Pete Doige« gekauft zu haben. Bewährungshelfer Fletcher hatte den damals 16-oder 17-Jährigen, der wegen Besitz von LSD eine Strafe absaß, in einem Gefängnis in der Provinz Ontario kennengelernt. Fletcher meint nun, in dem Knastkünstler, der schottische Wurzeln hatte und an einer kanadischen Kunstschule studierte, Peter Doig…

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kunst aus dem off:

Die gigantische Geruchsorgel »Smeller 2.0« will Filme, Lesungen und Musikperformances mit Düften ergänzenHeißer Asphalt, oder? Pfeifentabak? Ach nein, so rochen doch die Sitze in Opas Opel. Aber was ist denn das jetzt? Das ist ja grauenvoll! »Lass die Schuhe an«, ruft einer von hinten. Wir sitzen in einem weißen Zelt beim »Osmodrama«, einem »Festival für Geruchskunst« in Berlin (noch bis 18. September). Vor uns der Smeller 2.0 – ein gigantisches Gerät, das man hinter einer halb transparenten Wand erahnt. Es handelt sich um eine vom österreichischen Multimediakünstler Wolfgang Georgsdorf erfundene elektronische Geruchsorgel. Mehr als 60 zum Kreis gebündelte Kunststoffrohre ragen in den Zuschauerraum und verströmen ein Potpourri an Gerüchen, die Georgsdorf mit dem Parfümeur Geza Schön gemischt und anschließend wie Musikstücke zu einer »Synosmie« komponiert hat: Wiesenduft, Brackwasser, gebratener Reis…

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