ENTDECKENBIBLIOTHEK
searchclose
shopping_cart_outlined
exit_to_app
category_outlined / Kunst & Architektur
art Magazinart Magazin

art Magazin 09/2016

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Mehr lesenkeyboard_arrow_down
ABONNIEREN
CHF 72.23
12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

access_time2 Min.
berlin ist normal – und das ist auch gut so!

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, schon wieder? Und warum gerade jetzt? Berlin-Spezials haben bei ART eine Tradition, seit in West-Berlin die »Jungen Wilden« tobten. Im Rückblick zeigen die Hefte die komplette Metamorphose vom subventionierten Aussteigerparadies hinter der Mauer über die schrankenlosen Jahre der Wiedervereinigung bis hin zum »Atelier der Welt«, zu dem sich Berlin im letzten Jahrzehnt entwickelt hatte. Wer begreifen will, wie die Kunststadt Berlin jetzt und heute tickt, dem empfehle ich zwei Texte aus diesem Heft als Einstiegslektüre: Peter-Matthias Gaedes hoch amüsante Reportage zum Gallery Weekend, bei dem sich Society und Szene trifft, und Kolja Reichardts kluge Analyse über das erstaunliche Zeitphänomen des »fitten Künstlers«, der seinen Körper ebenso trainiert wie seine Marktperformance. Sie werden lernen: Berlin hat viel von seinem Charme des Bohemehaft-Unperfekten eingebüßt. Das liebe Klischee vom ewigen Abenteuerspielplatz,…

access_time4 Min.
betreff: art

Die brasilianische Fotografin Luzia Simons hat sich für art viel Zeit genommen und bei ihrem Lieblingsblumenhändler einen Großeinkauf gemacht: Ingwerblüten, Pfingstrosen und Riesendisteln standen in ihrem Studio am Prenzlauer Berg in großen Vasen. Die Fotografin arbeitet mit Blumen, die sie auf einem Flachbettscanner zu leuchtenden Stillleben arrangiert. art-Fotograf Wolfgang Stahr wiederum musste beim Shooting mit wenig Licht auskommen, da die Scans mit möglichst wenig Umgebungslicht angefertigt werden. Er besuchte für diese Ausgabe neun Berliner Künstler in ihren Ateliers und brachte wunderbare Einblicke mit (ab Seite 18). Der Künstlerin Jorinde Voigt eilte der Ruf voraus, eine spröde Rhetorik zu pflegen. Es heißt, sie spreche vor allem in Schachtelsätzen voller Fremdwörter. Umso überraschter war unsere Korrespondentin Sandra Danicke, als sie Voigt in ihrem Berliner Atelier besuchte: Die Künstlerin war alles andere als abgehoben…

access_time1 Min.
bilder+themen des monats

Woher kommen wir? Ragnar Kjartansson, gefeierter isländischer Performancekünstler, wurde angeblich während eines Filmdrehs gezeugt, bei dem sich zwischen seiner Mutter (in der Rolle einer gelangweilten Hausfrau) und seinem Vater (in der Rolle des Klempners) ein Hausfrauenfantasiedialog entspann, der in der doch folgenschweren Aufforderung »Nimm mich hier beim Geschirrspüler« gipfelte. In Kjartanssons Performance-Installation »Take Me Here by the Dishwasher. Memorial for a Marriage« (2011/14) sinnen nun vier Jahrzehnte später zehn zeitgenössische Troubadoure täglich acht Stunden lang mit Bier, Gesang und Gitarre diesem Zeugungsmythos nach (noch bis 4. September, Barbican Art Gallery, London). Blaues Wunder »Ultramarin« bedeutet »über das Meer«, denn den Lapislazuli, aus dem das Ultramarinblau ursprünglich gewonnen wurde, hat man über das Meer aus Asien nach Europa transportiert. In der Malerei war das kostbare Pigment den Mänteln der Madonnen vorbehalten; bei der Herstellung…

access_time2 Min.
kunst für eine bessere welt:

Mit 13 begann Samra Habib auf Wunsch ihrer Eltern einen Hidschab zu tragen. Mit 18 zog sie das Kopftuch wieder aus und hat es seither nicht mehr angelegt. Trotzdem, sagt sie, fühle sie sich heute mehr als Muslima als je zuvor. Dem durch Terror getrübten Bild eines gewalttätigen, intoleranten Islam stellt die Kanadierin mit pakistanischen Wurzeln einen anderen Blick entgegen. In ihrem Internet-Blog »Just Me and Allah« porträtiert die Journalistin, die auch für die britische Tageszeitung »The Guardian« schreibt, queere Muslime. »Queer«, einst Schimpfwort für all jene, die sich nicht in das heterosexuelle Raster einordnen ließen wie Lesben, Schwule, Trans-, Bi- oder Asexuelle, ist längst zu einer stolzen Selbstbezeichnung umgemünzt worden. »Wir waren schon immer da, die Welt war nur noch nicht bereit für uns«, sagt Dali, eine transsexuelle Frau,…

access_time2 Min.
aktuell überschätzt:

Sobald ein Künstler mit Markterfolg gesegnet ist, setzt eine sagenhafte Wertsteigerung ein. Tendenziell ist alles teuer, was er herstellt oder hergestellt hat. Der Streit um ein vermeintliches oder echtes Frühwerk des Maler-Stars Peter Doig zeigt, dass es beim großen Geldverdienen jetzt nur noch einen Spielverderber geben kann: den Künstler selbst. Robert Fletcher, ein 62-jähriger Rentner und ehemaliger Strafvollzugsbeamter aus Kanada, behauptet, 1975 ein Gemälde mit einer Wüstenlandschaft von einem jungen Mann namens »Pete Doige« gekauft zu haben. Bewährungshelfer Fletcher hatte den damals 16-oder 17-Jährigen, der wegen Besitz von LSD eine Strafe absaß, in einem Gefängnis in der Provinz Ontario kennengelernt. Fletcher meint nun, in dem Knastkünstler, der schottische Wurzeln hatte und an einer kanadischen Kunstschule studierte, Peter Doig wiederzuerkennen. Vor einigen Jahren klärte ein Freund Fletcher über den potenziellen Wert des…

access_time2 Min.
kunst aus dem off:

Heißer Asphalt, oder? Pfeifentabak? Ach nein, so rochen doch die Sitze in Opas Opel. Aber was ist denn das jetzt? Das ist ja grauenvoll! »Lass die Schuhe an«, ruft einer von hinten. Wir sitzen in einem weißen Zelt beim »Osmodrama«, einem »Festival für Geruchskunst« in Berlin (noch bis 18. September). Vor uns der Smeller 2.0 – ein gigantisches Gerät, das man hinter einer halb transparenten Wand erahnt. Es handelt sich um eine vom österreichischen Multimediakünstler Wolfgang Georgsdorf erfundene elektronische Geruchsorgel. Mehr als 60 zum Kreis gebündelte Kunststoffrohre ragen in den Zuschauerraum und verströmen ein Potpourri an Gerüchen, die Georgsdorf mit dem Parfümeur Geza Schön gemischt und anschließend wie Musikstücke zu einer »Synosmie« komponiert hat: Wiesenduft, Brackwasser, gebratener Reis oder Wein erzählen eine Geschichte. Das klingt harmlos, ist es aber nicht. Denn…

help