ENTDECKENBIBLIOTHEK
searchclose
shopping_cart_outlined
exit_to_app
category_outlined / Kunst & Architektur
art Magazinart Magazin

art Magazin 09/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Mehr lesenkeyboard_arrow_down
ABONNIEREN
CHF 73.23
12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

access_time2 Min.
das schicksal der kalenderkünstler

  LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, die letzte große Geschichte über Marc Chagall brachte ART: im Januar 1982. 35 Jahre Pause für einen der großen Meister der Klassischen Moderne in unserem Magazin – wie kann das sein? Marc Chagall ist wohl ein Opfer seines Erfolgs geworden. Wenn Künstlern erst mal die Liebe der Massen mit solcher Macht entgegenschlägt, verwandelt sich ihr Werk ganz unversehens in eine spezielle Art von Kitsch, und die Fachwelt verliert irgendwann aus Langeweile das Interesse. Joan Miró, Emil Nolde, Friedensreich Hundertwasser, Salvador Dalí – ganz unschuldig sind die Publikumslieblinge nicht daran, dass ihnen irgendwann der Stachel abhandengekommen ist: Sie produzierten in einem langen Leben viel vom Gleichen.1982, noch zu Lebzeiten des Meisters, erschien die Titelgeschichte in ARTMeist ist eine große Ausstellung mit einigem Forschungsaufwand und einem frischen Blickwinkel…

access_time3 Min.
betreff: art

Christoph Irrgang und Barbara Hein beim Reproduzieren der Hansen-ZeichnungenFast ein Jahr hat die Recherche zur Geschichte über den Bahnbeamten Herbert Hansen gedauert, der im Geheimen ein faszinierendes OEuvre der Outsider Art geschaffen hat. Die Familie entdeckte nach seinem Tod Hunderte von sexuell abgründigen Zeichnungen und Fotos, die ein Doppelleben offenbarten, von dem niemand etwas geahnt hat. Die Enkelin stellte den Kontakt zu ART her, aber das Vertrauen musste erst wachsen, bevor die Familie sich dazu durchringen konnte, an die Öffentlichkeit zu gehen. Da die Arbeiten nie zuvor gezeigt wurden, engagierten wir den auf Reproduktionen spezialisierten Fotografen Christoph Irrgang, der mit seiner Ausrüstung bei der Enkelin anrückte und gemeinsam mit ART-Redakteurin Barbara Hein die Fotos für die Geschichte machte, die auf Seite 56 beginnt.Teestunde: Anke Scharrahs (links) und Susanne Altmann im…

access_time2 Min.
bilder+themen des monats

Der Picasso-StierEigentlich passen Picasso und Stierkampf gut zusammen – war der Künstler doch ein Fan der umstrittenen Disziplin. Im Fall dieser Werbetafel der spanischen Spirituosenmarke Osborne wird das zur Streitfrage. Seit der Graffiti-Künstler Sam3 den Werbe-Stier im spanischen Santa Pola über Nacht mit Motiven aus Picassos berühmtem Anti-Kriegs-Bild Guernica bemalt hat, debattiert fast ganz Spanien, ob der Guerilla-Akt Kunst ist oder Müll. Tierschützer halten die Aktion für eine Kritik am Stierkampf, Kritiker für Vandalismus. Der Künstler sagt, er wolle den Schrecken des Krieges thematisieren, genauso wie Picasso es 1937 mit seinem Werk tat. Am Ende entscheidet Osborne darüber, ob die eigenwillige Picasso-Hommage übermalt wird. Das Fremdenverkehrsamt von Santa Pola hofft indes, dass sich Osborne kunstsinnig geben möge, denn Sam3s Guerilla-Aktion hat aus der alten schwarzen Werbetafel an Kilometer 84 der…

access_time2 Min.
kunst für eine bessere welt

Als eine BBC-Reporterin in einer britischen Fußgängerzone Leuten das Foto eines gut aussehenden, nachdenklich blickenden jungen Mannes zeigte und fragte, von wann das Bild wohl sei, waren sich alle sicher, dass es höchstens ein paar Jahre alt sein könne. Umso größer war das Staunen, als sie die Wahrheit erfuhren. Das Bild stammt nämlich von 1865 – also aus den Anfangstagen der Fotografie. Zu sehen ist der 21-jährige Lincoln-Verschwörer Lewis Powell kurz vor seiner Hinrichtung.Seine faszinierende Gegenwärtigkeit verdankt das152 Jahre alte Foto dem Können Marina Amarals. Die erst 22-jährige Brasilianerin Amaral koloriert historisch bedeutsame Schwarzweißfotos mit Akribie und Sachverstand: »Jedes vollendete Foto ist das Resultat eines tief greifenden Forschungsprozesses. Ich ziehe Experten zu Rat, um Farbnuancen – zum Beispiel von Uniformen – genau zu treffen«, beschreibt sie ihre Arbeit. »Ich bin…

access_time2 Min.
kunst aus dem off

Die Bitte um einen Regenbogen wurde mit einer Zeichnung von Frank Stella beantwortet. Die Sehnsucht nach »good vibes« mit dem Foto eines Stücks Kuchen mit bunten Zuckerstreuseln von Martin Parr bedient. Auf das Schlagwort »Liebe« folgte ein Foto von Walker Evans, auf dem man erst nach genauem Hingucken ein Poster entdeckt, mit dem der Film Love Before Breakfast beworben wurde.Wie so viele andere Museen auch hat das SAN FRANCISCO MUSEUM OF MODERN ART, kurz SFMOMA, ein Problem. Die Sammlung ist dermaßen ausgeufert, dass ein Großteil im Archiv lagert. In der Regel werden nur etwa 5 Prozent der 34 678 Werke ausgestellt, rechnet Jay Mollica vor, der Kreativtechnologe des Museums. Würde man die komplette Sammlung präsentieren, müsste man weitere 17 Museen in der Größe des derzeitigen SFMOMA bauen – und das, obwohl die…

access_time2 Min.
aktuell überschätzt

Laien-Kuratoren während eines Workshops für »Open Access« in der Hamburger KunsthalleDas Museum als Elfenbeinturm, die Kuratoren als unantastbare Hohepriester der Kunst – es ist ein Bild, das sich nicht erst in den vergangenen Jahren durchaus berechtigter Kritik ausgesetzt sieht. Kunst sei nur noch Hobby der Eliten, Museen seien von der Lebensrealität der »normalen Menschen« abgehoben, Vermittlungsarbeit passiere wenn, dann nur von oben herab. Wie aber löst man dieses Imageproblem? Wie gibt man sich möglichst offen – und lockt gleichzeitig neue Besuchergruppen ins Museum?Die HAMBURGER KUNSTHALLE dreht derzeit den kuratorischen Spieß um und probiert, die Aufgabe mit einem Ansatz zu lösen, den sie »Open Access« nennt, was »offener Zugang« heißt. Ausgewählte – und neu in Hamburg zugewanderte – Laien kuratierten gemeinsam eine Ausstellung, suchten im Depot selbstständig Werke aus und begründeten…

help