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art Magazinart Magazin

art Magazin 10/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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wenn denkmale ihren normalzustand verlieren

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, heute Morgen war ich auf einem historischen Schlachtfeld mitten in Hamburg, um mich über einen Streit zu informieren, der gerade in den USA tobt. In Charlottesville, Virginia, bekämpfen die extremen Rechten die vom Stadtrat beschlossene Entfernung eines Denkmals für den Südstaatengeneral Robert E. Lee. Am 12. August gipfelte die Auseinandersetzung in einem Attentat, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Präsident Donald Trump verweigerte die Distanzierung von dem Nazimob, was den Streit erst recht eskalieren ließ. Eine ähnliche Debatte, wenn auch unblutig, gab es in den achtziger Jahren in Hamburg um das »76er Kriegerdenkmal«, einen Memorialklotz für ein Infanterieregiment, errichtet im Nazijahr 1936. Nach langen Querelen für und wider den Muschelkalkquader mit den marschierenden Knobelbechern entschied man sich, ein »Gegendenkmal« von Alfred Hrdlicka danebenzustellen, das aus Kostengründen unvollendet…

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betreff: art

Nicht oft sieht man seinen eigenen Namen auf Werbebannern in der ganzen Stadt verteilt – in jedem Winkel Oxfords allerdings lockten diesen Sommer große »Raphael«-Schriftzüge die Einwohner und Besucher der Stadt ins ASHMOLEAN MUSEUM OF ART AND ARCHAEO-LOGY. Dorthin begab sich auch unser Autor Raphael Dillhof, um sich in die faszinierenden Zeichnungen des Renaissancemeisters zu vertiefen und mit der Kuratorin der Blockbuster-Ausstellung, Catherine Whistler, zu sprechen. In diesem Monat locken auch in Dillhofs Heimatstadt Wien große Plakate das Publikum in die ALBERTINA – dort allerdings, der italienischen und deutschen Schreibweise des Namens nach, leider mit Doppel-F. Dass Los Angeles seit 50 Jahren die Partnerstadt von Berlin ist, davon hat Kito Nedo, freier Journalist, ART-Hauptstadtkorrespondent und Holbrooke-Stipendiat der Internationalen Journalisten-Programme (IJP), vor Antritt seiner Recherchereise nach Südkalifornien gar nichts gewusst. Nedo besuchte…

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radar

Blumen im Weltall »Pflanzliches Leben in Umgebungen zu bringen, in denen die Natur ihnen nicht erlaubt zu existieren« ist das Ziel des japanischen Künstlers Azuma Makoto. Dem wird er gerecht, wie dieses atemberaubende Foto zeigt. Knapp 30 000 Meter über der Erde schwebt ein perfekt arrangiertes Bouquet in der Stratosphäre. Makoto, der gelernter Florist ist, ließ in der Wüste Nevadas drei leuchtend bunte Sträuße an heliumgefüllten Ballons aufsteigen. Kameras begleiteten die Reise, um Auswirkungen von Lichtveränderung und Temperaturabfall (minus 43,9 Grad Celsius) zu dokumentieren. Exobiotanica2 ist der vierte Teil der Serie In Bloom, für die Makoto bereits eine Blumenskulptur ins Meer pflanzte und einen 50 Jahre alten Bonsai-Baum ins All beförderte. Fast zu viel Diese Seite ist zu klein, um die mehrere Räume füllende Kreation des afroamerikanischen Installations-, Performance- und Soundkünstlers Nick Cave…

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kunst aus dem off:

Vor einigen Jahren fand Sarah Craske bei einem Trödler im englischen Margate eine uralte Ausgabe der »Metamorphosen« des römischen Dichters Ovid. Sie kostete drei Pfund. Wert war sie fünfhundertmal so viel, doch Craske entschloss sich, die Seiten herauszutrennen. Die Künstlerin, deren Werk sich zwischen den Disziplinen Kunst, Wissenschaft und Technik bewegt, wollte wissen, ob ein jahrhundertealtes Buch womöglich noch mehr Informationen zu bieten hat als reinen Text. Welchen Mehrwert bietet ein Buch im Vergleich zu seiner digitalisierten Version? Craske untersuchte, welche Spuren die Menschen, die das 1735 gedruckte Werk in den Händen hatten, darauf hinterlassen haben. Mehr als man glaubt: Mithilfe ihres eigenen Blutes als Nährflüssigkeit und einer Methode, die sie selbst mit dem Molekularbiologen Simon Park entwickelt und auf den 29 Seiten von Buch III der »Metamorphosen« angewendet hat, machte…

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kunst für eine bessere welt:

Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Dose. Wenn man Sie geleert hat, dann landen Sie mit etwas Glück auf einem Schrottplatz. Mit viel Glück werden Sie recycelt und wieder zu einer Dose. Wenn Sie ganz viel Glück haben, findet Sie aber ein Designer und macht aus Ihnen eine schwungvolle, traditionelle Deckenlampe. Und während Sie nun herumhängen, fragen Sie sich: Bin ich jetzt eine schwungvolle, traditionelle Lampe, oder bleibe ich für immer eine alte Dose? Ab wann wird aus einem verwerteten Altstoff eigentlich ein neues Produkt? Wann vielleicht sogar Kunst? Diesen Fragen geht die Ausstellung »Pure Gold – Upcycled! Upgraded!« im MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE HAMBURG nach. Der Titel lässt es bereits anklingen: Das Recycling ausgedienter Materialien ist zumindest in Zentraleuropa kein neues Phänomen, die Ausstellung in Hamburg hat aber…

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aktuell überschätzt:

Wer mit den Beinen Probleme hat, greift dankbar auf Gehhilfen zurück. Aber Türzargen mit Gehilfen? Krücken für Räume? Nairy Baghramian hat eine unkonventionelle Vorstellung von Skulptur. Ihr Formenrepertoire besteht aus Stelen, Gerüsten und Haken, aus Stoffsäcken, Füllmaterial und Hohlformen. Hier hängen Gummiplatten über Metallgestellen, dort sind Schwingtüren in Türrahmen montiert. Das hat die 1971 geborene Iranerin, die in Berlin lebt, bekannt gemacht. Sie hat allerhand Preise gewonnen und fehlt inzwischen auf kaum einem großen Kunstevent – auch auf der DOCUMENTA 14 ist The Iron Table von 2002 zu sehen, ein Ensemble, das mit Wellen, Mast und Fähnchen an ein Segelschiff erinnert – und eine Hommage an die Schriftstellerin Jane Bowles sein soll. Nairy Baghramian bedient sich bei ihren Formfindungen gern bei Booten oder formt Halterungen an Kränen nach. Sie legt gebrochene…

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