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art Magazinart Magazin

art Magazin 10/2018

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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kunst als readymade im politischen diskurs

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, das Readymade war wohl die folgenreichste Idee der Kunst im 20. Jahrhundert: Man nehme ein Stück Realität und verpflanze es in den Kunstkontext, wo man Zumutungen gewohnt ist – und schon entzündet sich das Deutungsfeuer, so, als wäre da ein ganz herkömmliches Werk aus Meisterhand zu sehen. Mit Marcel Duchamps Flaschentrockner (1914) und seinem Pissoir namens Fountain (1917) wurde dieses Verfahren zur Verkunstung von Alltagsgegenständen eingeführt, heute ist es gang und gäbe, wie jede Biennale beweist. Eine neue Erfindung kehrt nun diesen Prozess gewissermaßen um, und ich bin mir nicht sicher, ob mir das ebenso gefällt. Das geht so: Man entnehme oder kopiere ein Werk aus dem Kunstkontext und transferiere es an einen besonders neuralgischen Punkt in die Realität, wo es plötzlich eine ungeahnte Schärfe gewinnt, piekst, schneidet,…

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betreff: art

So nah kommen auch Profis der Kunst ganz selten. ART-Autorin Tanja Beuthien durfte für ihre Reportage über die Alte Pinakothek in München hinter die Kulissen schauen. Andreas Schumacher, Sammlungsleiter und Kurator der großen Schau über Renaissancemalerei aus Florenz, zeigte ihr, welche Geheimnisse die Restaurierungsarbeiten bei den Alten Meistern ans Licht gebracht haben. Denn nicht nur die Museumsräume erstrahlen nach Renovierung jetzt im neuen Glanz. Auch die Bilder von Botticelli, Lippi und Fra Bartolommeo wurden aufpoliert. »Jemandem auf Augenhöhe begegnen« – das sagt sich so leicht. Im Fall von Florian Henckel von Donnersmarck gab es da für ART-Fotografin Sima Dehgani ein kleines Problem. Der Regisseur, dessen neuer Spielfilm Werk ohne Autor über eine an Gerhard Richter angelehnte Künstlerfigur im Oktober in die Kinos kommt, ist über zwei Meter groß. Die 1,58 Meter…

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bilder+themen des monats

Rollentausch Kartoffelchips, Kaffee, Knäckebrot – bei der diesjährigen wiesbaden-biennale konnte das Publikum gleich im Staatstheater den Wocheneinkauf erledigen. Außerdem funktionierten Intendant Uwe Eric Laufenberg und biennale- Kuratoren Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer das Bühnenhaus zu Parkplatz und Autokino um. Im hoch- und profankulturellen Gegenzug wurde eine seit Jahren leer stehende Einkaufspassage in der Innenstadt zum neuen Kunstort auserkoren und bespielt. Insgesamt nahmen 25 internationale Künstler teil, aber am meisten Furore machte die goldene Erdog˘an-Statue eines anonymen Kunstprovokateurs, die wegen ihres Konfliktpotenzials bereits nach 24 Stunden wieder abgebaut werden musste (siehe Seite 5). Alle künstlerischen Interventionen sollten ein Gefühl von Krise erzeugen – ganz im Sinn des biennale-Mottos »Bad News«. Sicher im Trockenen Andächtig steht der Mann mitten im Regenguss – und wird nicht nass, sein Kandora-Gewand und sein Kufiya-Schal sind vollkommen trocken.…

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kunst aus dem off

Ein japanischer Garten ist kein Ort, an dem man Würstchen grillt, Fußball spielt oder im Sand buddelt. Ein japanischer Garten ist eine eigene, transzendente Welt, in der es um Ruhe, Rückzug und Meditation geht. Dafür müssen wichtige Elemente wie Steine, Kies, Moos und Pflanzen eine harmonische Wirkung beim Betrachter erzeugen. Erst durch das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente entsteht ein Bild voller Einklang und Symbolik. Wer hätte gedacht, dass dabei auch LKWs eine Rolle spielen? Die vielen fantastischen Gärten in Japan werden von professionellen Landschaftsgärtnern gepflegt, die 1973 die »Japan Federation of Landscape Contractors« (JFLC) gegründet haben, in der heute etwa 5000 Landschaftsgärtner organisiert sind. Einmal im Jahr veranstaltet die JFLC einen eigentümlichen Wettbewerb, den »Kei Truck Garden Contest«. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, auf der Ladefläche eines »Kei Trucks« einen japanischen…

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aktuell überschätzt

Ginge es um Waschmittel – man würde sofort zuschlagen. Ein echtes Schnäppchen! Für nur sechs Euro Eintritt bietet »Kunst in Bewegung. 100 Meisterwerke« (bis 10. Februar 2019) mit und durch Medien im ZKM KARLSRUHE Material, mit dem man gut und gerne drei bis vier Ausstellungen hätte bestücken können. Denn ZKM-Leiter Peter Weibel meint es wie immer gut. Allerdings verliert man bei dieser multimedialen Materialschlacht jede Orientierung. Historisches trifft Zeitgenössisches, es werden kuriose Konstruktionen präsentiert: Nullstrahler, Intonarumori, Trautonium, Piano optophonique. Dabei lernt man vor allem eines: Breites Wissen macht noch keinen guten Kurator aus. Es ist nicht die erste hoffnungslos überfrachtete ZKM-Ausstellung, die sich nicht darum schert, wie Rezeption funktioniert und sich Inhalte vermitteln lassen. Doch bei dieser kraftmeierischen Leistungsschau wird allzu deutlich, dass sich die Kuratoren vor allem an der…

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kunst für eine bessere welt

Was ist das für eine verkehrte Welt, in der christlich gesinnte Politiker Menschen in Not absichtlich ertrinken lassen, in der tapfere Retter, die den Ertrinkenden zu Hilfe eilen, festgesetzt und bestraft werden und nicht Staatsanwälte die wahren Todesursachen der ertrunkenen Flüchtlinge ermitteln, sondern Künstlerkollektive? Genau das tut Forensic Oceanography, ein Zusammenschluss von engagierten Künstlern und Wissenschaftlern an der Londoner Universität GOLDSMITHS, die die Umstände untersuchen, unter denen Migranten auf ihrer Flucht übers Mittelmeer zu Tode gekommen sind. Dazu werten sie Daten der Seenotüberwachung aus, Satellitenbilder, Strömungsmessungen, sie vergleichen die offiziellen Berichte der Marinekommandos mit Zeugenaussagen Überlebender. Anhand der gesammelten Daten erstellt die Gruppe minutiöse Dossiers und rekonstruiert die Vorkommnisse auf den Hauptfluchtrouten im Mittelmeer zwischen Nordafrika und den Küsten Europas, zwischen Libyen und Lampedusa, Marokko und Tarifa. Ausgangspunkt ihrer Arbeit war…

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