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art Magazinart Magazin

art Magazin 11/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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kunst in weimarer verhältnissen

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, spätestens seit dem Wahltag liegt der Vergleich mit den zwanziger Jahren ja groß im Trend der aktuellen Zeitanalyse. Und tatsächlich sind (bei allen Unterschieden) die Parallelen zur Zeit der Weimarer Republik offensichtlich: Sie reichen von Lifestyle-Phänomenen wie Ernährungswahn und Fitnesskult bis zur politischen Großwetterlage mit Populismus, Nationalismus und Radikalisierung. Aber wie soll die Kunst reagieren, wenn der gesellschaftliche Konsens zu zerbrechen droht? Die Diskussion um die DOCUMENTA 14 hat das Dilemma aufgezeigt: Einerseits fordern wir, dass die Kunst Stellung bezieht. Andererseits wünschen wir uns Werke, die unser Denken anregen, nicht fernsteuern. Ab Seite 92 lesen Sie das Interview mit Kuratorin Ingrid Pfeiffer, die für die Frankfurter SCHIRN ein faszinierendes Panorama zur Kunst der Weimarer Republik zusammengestellt hat. Sie arbeitet dabei gezielt die »veristische« Seite der Neuen Sachlichkeit…

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betreff: art

Es war für die Beteiligten, wie einen Schatz zu heben, die von Gabriele Münter zum Teil noch selbst verpackten Gemälde auszuwickeln, berichtet ART-Korrespondentin Tanja Beuthien über die Atmosphäre im Münchner LENBACH-HAUS, das ab 31. Oktober eine große Münter-Ausstellung zeigt. Das Werk der Malerin ist weitestgehend unbekannt, wurde sie doch immer als die depressive Ex-Freundin Wassily Kandinskys wahrgenommen. Dass Münter in Wahrheit aber eine lebenslustige, mutige und hochtalentierte Frau war, hat Beuthien in Gesprächen mit Kuratorin Isabelle Jansen und LENBACHHAUS-Direktor Matthias Mühling recherchiert. Übrigens: Das Wohnhaus (Foto oben), in dem Münter und Kandinsky lebten, ist heute ein Museum. Es befindet sich in Murnau und ist ein tolles Ausflugsziel, wie Beuthien findet. Ihr Münter-Porträt beginnt auf Seite 20. ART wollte wissen, wie polnische Künstler auf die ultrakonservative, europafeindliche Politik ihrer Regierungspartei PiS reagieren.…

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radar

Buchstaben-Bombardement »Du. Du bist hier, ...«, prangt auf Englisch in riesigen Lettern an der Wand. Es wirkt, als würde der kleine Mensch von den vielen Worten in Schwarz und Weiß erschlagen werden. Die US-amerikanische Konzeptkünstlerin Barbara Kruger hat im für sie typischen Stil Wände und Boden der Berliner Dependance der Galerie SPRÜTH MAGERS mit plakativen Statements über Vergänglichkeit, Sinn, Wahrheit, Macht und Glaube betextet. Mit »You« spricht sie den Besucher direkt an: »Du«! Dem Sog dieser faszinierenden Installation kann man sich kaum entziehen. Wer »Forever« live erleben will, hat bis zum 22. Dezember die Gelegenheit. Ein kleiner Träumer Wer greift denn da über die Grenze zwischen den USA und Mexiko? In Tecate etwa 70 Kilometer südlich von San Diego ragt das Foto eines kleinen Jungen über den Metallzaun. Auf eine Plakatwand gezogen und…

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kunst für eine bessere welt

Das ist es! Das wussten wir sofort«, erzählt Ole Barslund Nielsen darüber, wie er 2003 mit seinem Freund und Kollegen Christian Jensen die Firma MONSTRUM gegründet hat. Nielsen und Jensen arbeiteten damals am Königlichen Theater in Kopenhagen als Bühnenbildner und Kulissenbauer. Nielsen hatte gerade sein Kunststudium beendet und träumte davon, als Bildhauer oder Fotograf erfolgreich zu sein. »Aber dann habe ich mit anderen Eltern den Spielplatz der Kita meines Sohnes renoviert und wusste plötzlich, was ich machen wollte: richtig gute Spielplätze bauen!« Heute, 14 Jahre später, ist MONSTRUM eine Firma, die 31 Leute beschäftigt – Designer, Architekten, Tischler, Schreiner – und überall auf der Welt Kinder glücklich macht mit fantastischen Unterwasserwelten, riesigen Insekten, pastellfarbenen Traumschlössern oder intergalaktischen Raketenplaneten. Außer in Westeuropa baut MONSTRUM gerade auch in Hongkong, Russland und Nordamerika. »Wir haben…

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kunst aus dem off

Ein Telefonat müssen wir planen«, schreibt Jill Bliss per E-Mail, »ich muss erst mal einen Funkmast finden.« Bliss hat das getan, wovon viele träumen: Sie ist ausgestiegen aus dem Großstadtleben. »Ich hatte genug von dem Stress, der Rushhour, den Deadlines«, erzählt sie, während ihre Stimme wegen der schlechten Verbindung immer wieder abreißt. Sie befindet sich etwa 8000 Kilometer von Deutschland entfernt in der Wildnis und Abgeschiedenheit der Salish Sea, einem von vielen kleinen Inseln und Wasserstraßen durchzogenen Gebiet zwischen Kanada und den USA. 2012 brauchte Bliss eine Pause von ihrem Job als Design-Professorin in Portland/Oregon, da war sie 42 Jahre alt. Vorher hatte sie lange in San Francisco und New York gelebt. Was als Sabbatical begann, wurde zum neuen Lebensabschnitt. Sie kündigte ihren Job, verkaufte Haus und Auto und ließ sich…

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aktuell überschätzt

Es riecht. Nach Popcorn zum Beispiel. Nach heiß geriebenen Autoreifen. Nach vergorenem Obst. Geruch ist ein starker Eindruck; bei Ausstellungen von Michael Sailstorfer fehlt er nur selten. Die Gerüche erweitern seine Skulpturen in den Raum. Sie erreichen das Bewusstsein, noch bevor die Augen Objekte erkennen, man kann sich dem nicht entziehen. Kurz wähnt man sich dann auf dem Rummelplatz. Oder auf dem Nürburgring. Dann sieht man, was los ist: eine Popcornmaschine bei der Arbeit. Ein Autoreifen, der sich – angetrieben von einem Motor – an der Ausstellungswand dünn reibt. Oder Melonen, die an Metallhaken vor sich hin gammeln. Da denkt man kurz: »Na, so was!« Und dann? Geht man höchstwahrscheinlich weiter. In anderen Fällen setzt der Künstler auf das Begehren. Lässt Menschen gierig nach Gold graben, dass er an der südenglischen…

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