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art Magazinart Magazin

art Magazin 11/2018

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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ein fiktiver rundgang durch das reale berliner labyrinth

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, stellen Sie sich vor, Sie seien ein, sagen wir, japanischer Kunstliebhaber und planen eine Europareise. Sie scannen zu einem beliebigen Zeitpunkt das Ausstellungsprogramm in den großen Museen von London, Paris, Berlin. Jede Wette: Sie würden sich nie für Berlin entscheiden. Stellen Sie sich vor, Sie wären wegen der wunderbaren Sammlungen doch nach Berlin gefahren, zum allerersten Mal. Und dann stünden Sie im Lustgarten mit Blick auf lauter alte Museen. Eines heißt auch ALTES MUSEUM und eines ALTE NATIONALGALERIE, eines aber NEUES MUSEUM. Und das ist erst der Beginn der Verwirrung. Wo würden Sie wohl die Nofretete suchen? Im PERGAMONMUSEUM, das so schön nach Altertum heißt, im BODEMUSEUM, das die Skulpturensammlung beherbergt, im ALTEN MUSEUM bei der Antikensammlung oder im NEUEN MUSEUM (hier ist sie), wo aber weite Säle…

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betreff: art

In Künstlerateliers findet man naturgemäß oft die seltsamsten Dekorationen zur Inspiration. Aber ausgerechnet Grünpflanzen? Unsere Autorin Sandra Danicke fragte Julian Charrière, was es damit auf sich habe. Sie stammen aus seiner kurz zuvor abgebauten Ausstellung in der KUNSTHALLE MAINZ, erklärte Charrière, und dass er auch zu Hause »voll viele« Topfpflanzen habe. Allerdings sei es natürlich schwierig mit dem Gießen, weil er für seine Kunst so viel unterwegs sei. Mehr über den Expeditionskünstler mit Vorliebe für Ficus benjamina ab Seite 66. Wer das Geflecht der STIFTUNG PREUßISCHER KULTURBESITZ in Berlin entwirren will, muss Geduld und manchmal auch einen Schutzhelm mitbringen. Das erlebten ART-Reporter Ute Thon und Kito Nedo bei ihrer Recherche über Bauboom und Reformstau bei den Staatlichen Museen, die seit der Wiedervereinigung einen beispiellosen Transformationsprozess durchlaufen. Egal, ob Museumsinsel, NEUE NATIONALGALERIE…

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bilder+themen des monats

Street-Art-Phantom schlägt wieder zu SOTHEBY’S, London, 5. Oktober 2018. Allen stockt der Atem, wie dieses Still aus einem Handyvideo zeigt. Wenige Sekunden nachdem für Girl with Balloon des britischen Street-Art-Stars Banksy bei 1,2 Millionen Euro der Hammer gefallen war, rutscht das Bild wie von Geisterhand aus dem Rahmen und schreddert sich zur Hälfte selbst. Die Nachrichten überschlagen sich sofort. Angeblich habe Banksy, der seine Identität nicht preisgibt, selbst im Saal gesessen und per Fernsteuerung eine Edition seines wohl berühmtesten Motivs vernichtet, um der elitären Kunstwelt den Narrenspiegel vorzuhalten. Wer wann wie die Schreddermaschine im Rahmen versteckte, ob SOTHEBY’S etwas ahnte und wer den Mechanismus auslöste, ist eigentlich unerheblich – der Wert des Bildes hat sich sofort vervielfacht. Der anonyme Käufer darf sich nach dem Schock über ein echtes Schnäppchen freuen. Dunkelheit und…

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kunst aus dem off

Die Auswahl an Damenmode war atemberaubend, als um die Jahrhundertwende ein neuer Kleidungsstil aus den USA und England nach Deutschland schwappte. Es gab Schößchen, Krägelchen, Paspeln und aufwendige Stickereien – die Auswahl an schimmernden Stoffen ließ keine Wünsche offen. Mit der Individualität ihrer Trägerin hatte die Kleidung der Zeit indes so gut wie gar nichts zu tun. Man trug, was angesagt war, und das war nicht gerade gesundheitsfördernd. Korsetts pressten Speck in Organe und ließen kaum Luft zum Atmen. Die Unterwäsche bestand aus unzähligen Lagen und wog mehrere Kilo. Im Zuge der sogenannten Lebensreform, in der sich emanzipatorische und gesundheitsbewusste Strömungen bündelten, hatte man etwas Unerhörtes erfunden: Damenkleidung, die frei am Körper hing, ohne ihn zu modellieren. Klamotten also, in denen man Sport treiben, Arbeiten gehen und sich überall frei bewegen…

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kunst für eine bessere welt

Bekannt ist der Hamburger Künstler Boran Burchhardt vor allem für seine Projekte im öffentlichen Raum. 2009 malte er die 20 Meter hohen Minarette der Centrum-Moschee im Hamburger Stadtteil St. Georg mit weißen und grünen Sechsecken an, letztes Jahr vergoldete er die Fassade einer Mietskaserne mit echtem Blattgold. In beiden Fällen ging es Burchhardt darum, vernachlässigte Problemstadtteile zu verschönern und durch den künstlerischen Eingriff einmal ganz anders sichtbar werden zu lassen. Allerdings blieben solche Impulse stets »in der Kunst und deren Diskursen stecken«, sagt Burchhardt. »Ich wollte immer etwas machen, das in die Gesellschaft hinein wirkt und bleibt.« Das scheint ihm nun mit dem medizinischen Projekt aidminutes tatsächlich zu gelingen. aidminutes ist eine interaktive Software, die in bislang zwölf Sprachen und mithilfe leicht verständlicher Schaubilder die Krankengeschichte von Patienten erfragt und aus…

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aktuell überschätzt

Das darf doch nicht wahr sein, denkt man, da wird das arme Sünderlein jetzt ganz klassisch heimgeführt! Wolfgang Beltracchi, für die einen ein Genie, das den Kunstmarkt vorführte, für die anderen ein schlichter Betrüger, der auf Bildern Unterschriften fälschte und damit Millionen umsetzte, soll in einer katholischen Kirche im Zürcher Hinterland ein Fresko malen. Nach der Verbüßung der weltlichen Haftstrafe in einer Justizvollzugsanstalt folgt die geistige Läuterung im Kerzenschein des ewigen Lichts und vis-à-vis dem Tabernakel. Wie es dazu kam? Markus Dettling, der Pfarrer von Wädenswil, suchte einen Künstler, der seiner Kirche etwas »human touch« gibt, zu dem die Gläubigen eine Beziehung finden. 1972 hat man in der neoromanischen Kirche bei einer Restaurierung ein Fresko im Nazarenerstil überputzt. Das karge Weiß des Kirchenraums entsprach dem Minimalismus jener Jahre, aber wohlfühlen wollten…

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