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art Magazinart Magazin

art Magazin 12/2017

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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ausstellungen unter volldampf – und im normalbetrieb

  TIM SOMMER, CHEFREDAKTEUR  chefredaktion@art-magazin.de    LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,als Journalist bekommt man eine seltsam aufgeladene Perspektive auf die Dinge, fast eine »Déformation professionnelle« ist diese Wichtignehmerei. Das liegt daran, dass wir Großausstellungen in der Regel an sogenannten Preview-Tagen sehen. So brechend voll ist es später selten. Das ganze Brummen und Zischen dieser Volldampf-Veranstaltungen lädt jedes Detail mit Bedeutung auf – und (gefühlt) auch uns Betrachter. Von Maria Hassabis documenta-Performance »Staging« sahen die Normalbesucher in der Regel nur die TeppichunterlageIch habe mir angewöhnt, sooft es geht, Ausstellungen ein zweites Mal anzusehen – dann im Normalbetrieb. Bei Museumsschauen in Deutschland kann das ziemlich ernüchternd sein, wenn man sich an einem Donnerstagvormittag die Säle mit einer Handvoll Senioren teilt und sich fragt, warum man keine Schulklassen mehr herbringt, wie in Italien oder Frankreich noch durchweg üblich.…

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betreff: art

Im Jardin Majorelle: Ute Thon, Fotografin Delphine Warin  Als ART-Redakteurin Ute Thon hörte, dass in Marokko ein Yves-Saint-Laurent-Museum eröffnet wird, war klar: Da muss ich hin! Nicht nur, weil sie die Kleider des berühmten Pariser Modedesigners über alles schätzt. Das Thema erinnerte sie auch an ihre Zeit als »Vogue«- Reporterin in New York, wo sie bei der Fashion Week ab und zu in der ersten Reihe saß. Auch Fotografin Delphine Warin war für den Auftrag bestens gerüstet. Die Französin, die seit zehn Jahren in Marrakesch lebt, startete ihre Karriere als Assistentin der Modefotografin Sarah Moon. Trotzdem wäre sie zum Fototermin fast zu spät gekommen. Ein Shooting in Paris hatte sie aufgehalten – und das Verkehrschaos in Marrakesch. Als sie mit ihrem zitronengelben R4 endlich vor dem Museum stoppte, gab es…

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radar

 Verklickte WeltDie Landschaft Neuseelands gilt als wild, wunderschön und nahezu unberührt. An besonders malerischen Stellen stehen momentan große Plakatwände und stören den besten Blick aufs Naturspektakel mit jeweils drei Fotos ähnlich aussehender Orte. Mit der Aktion Signs of the Times thematisieren die Londoner Werber/ Künstler Scott Kelly und Ben Polkinghorne, dass wir im Internet ständig Alternativen angeboten bekommen mit den Worten »Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch …«. Software-Algorithmen erfassen unser Verhalten, quantifizieren die Interessen, um genau die Objekte vorherzusagen, für die der Einzelne sich interessiert. Diese Totalerfassung ist unheimlich und allgegenwärtig. Wer im Netz einkauft, liest, Reisen bucht, kann sich ihr kaum entziehen. Vom Kriegsschiff zur Korallenkrake Nicht viele Schiffe haben den Angriff Japans auf die Pazifikflotte der USA am 7. Dezember 1941 überstanden – unter ihnen die »Kodiak…

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kunst aus dem off

Die Dolchstichtaube heißt so wegen des blutroten Brustflecks. Goldene Tupfen auf schwarzem Federkleid, ein flauschiges Diadem in keckem Rot-Orange, ein Schnabel in Schattierungen von Lila und Blicke, die wütend, charmant oder skeptisch sind. Man ist irritiert: Sind das wirklich lebendige Tiere? Diese surreal anmutenden Wesen mit oftmals völlig abgedrehten Federfarben, extrovertiertem Kopfschmuck und bohrenden Blicken sind tatsächlich ganz normale Vögel – zumindest in einigen Teilen der Erde. Es ist natürlich nicht so, dass man von ihrer Existenz gar nichts gewusst hätte. Bunte Papageien und Sittiche mit Irokesenkamm kennt man aus der Tierhandlung oder dem Zoo. Doch hat man sie so, wie sie die australische Fotografin Leila Jeffreys zeigt, bisher noch nie gesehen. Bei den Anwärtern für die tollsten Hauben sind der schwarze PalmkadaduJeffreys hat die Tiere aus ihrem Kontext genommen,…

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aktuell überschätzt

Große Dinge werfen ihre Schatten zurück Wann war das eigentlich, als große nationale Kunstausstellungen in Mode waren? Die sechziger, siebziger oder achtziger Jahre? Das geistlose Ausstellungsgenre hatte sich nicht zuletzt deshalb erledigt, weil Künstlerinnen und Künstler sich irgendwann einfach weigerten, unter dem Label »Türkei«, »Deutschland« oder »Frankreich« ausgestellt zu werden. Anscheinend haben sich die Zeiten wieder geändert. Mindestens 55 der wichtigen, einflussreichen und respektablen hiesigen Künstlerinnen und Künstler, darunter Georg Baselitz, Thomas Demand, Andreas Gursky, Anselm Kiefer, Thomas Ruff, Rosemarie Trockel, Andreas Slominski, Daniel Richter, Hito Steyerl, Albert Oehlen oder Alicja Kwade haben offensichtlich kein Problem damit, unter dem simplen Titel »Deutschland 8 – Deutsche Kunst in China« ihre Werke in diesem Herbst in Peking ausstellen zu lassen. Unter dem wolkigen Deckmantel der Kulturdiplomatie dienten sie in der chinesischen Hauptstadt…

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als wir noch surrealisten waren: standbilder aus der welt der kunst

  Frank Nikol lässt sich für seinen ART-Cartoon von Filmstills inspirieren, die er verfremdet und ihres ursprünglichen Sinns entledigt, sodass ein vollkommen neuer Kontext entsteht. Der preisgekrönte Illustrator lebt in Hamburg und zeichnet unter anderem für »Stern«, »Zeit«, »konkret«. Mehr auf www.exsurrealist.blogspot.de ■…

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