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art Magazinart Magazin

art Magazin 02/2019

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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CHF 73.46
12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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künstlerstatistiken und ein genie, das alle sprengt

chefredaktion@art-magazin.de LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, manchmal lese auch ich dieses Magazin mit verwundertem Erstaunen. Unsere New Yorker Korrespondentin Claudia Bodin berichtet auf Seite 124 von einer statistischen Erhebung der Northwestern University in Illinois, die ergeben hat, dass sagenhafte 90 Prozent aller Künstler in ihrem Leben eine Phase des Erfolgs oder der Aufmerksamkeit erfahren. Dem kann, das sagt mir meine Lebenserfahrung, eigentlich nur ein extrem großzügig ausgelegter Erfolgsbegriff zugrunde liegen – oder eine extrem enge Künstlerdefinition, die nur diejenigen erfasst, die überhaupt jemals den Kreis des überregionalen Ausstellungswesens betreten. Viel plausibler scheint mir die zweite Erkenntnis der Studie: Für die meisten Künstler bleibt der Erfolg nur eine kurze Episode. Ein biografisches Strohfeuer, an dessen Asche sie sich den Rest des Lebens wärmen – oder in die sie den Rest des Lebens frierend…

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betreff: art

Peter Haimerl ist das Gegenteil des typischen Architekten mit Eulenbrille. Ist man mit ihm im Auto unterwegs, steigt man in ein altes E-Werk ein, das sich doch ideal in ein Konzerthaus umbauen ließe, hört Geschichten von Bubenstreichen, vom Fahren ohne Führerschein und bekommt Tipps, wie man die Polizei behumst. Und ständig wird gebremst, um irgendein Kulturjuwel anzusehen oder über Münchner Neubaugebiete zu schimpfen. Mehr dazu von Till Briegleb auf Seite 48. In keiner Stadt gibt es so viele im International Style gebaute Häuser wie in Tel Aviv. Und in sogenannter BAUHAUS-Architektur haben dort sowohl Mirja Rosenau als auch Jonas Opperskalski schon einmal kurz gewohnt. Die ART-Redakteurin stieg vor zehn Jahren für eine Reportage im »Hotel Cinema« am damals noch etwas düsteren Dizengoff-Platz ab, dessen umliegende Fassaden Genia Awerbuch 1934 im BAUHAUS-Stil…

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bilder+themen des monats

Sahnehäubchen Traumstrand und Dschungelexotik reichen nicht mehr als Touristenattraktion. Der südamerikanische Unternehmer Eduardo Neira, der sich »Roth« nennt, hat neben seinem Luxusresort in Tulum in Yucatán/ Mexiko ein Kunstzentrum eröffnet. Das AZULIK UH MAY, ein luftiger Kuppelbau aus schlängelnden Betonbändern und organischem Flechtwerk – natürlich voll nachhaltig und »mindful of the carbon footprint« errichtet – soll Kunst und Handwerk der lokalen Bevölkerung fördern, internationale Künstler, Studenten und Wissenschaftler zusammenbringen und sogar uralte Heilmethoden der Mayas anbieten. Dafür verlässt man doch gern die Aztekenvilla mit Meerblick (DZ ab 875 Dollar). Zur Eröffnung Ende November gab es heilende Kunst von Ernesto Neto, Paulo Nazareth und Oskar Metsavaht zu entdecken. Ende gut, alles gut? In Berlin jedenfalls feierte man, dass die JAMES-SIMON-GALERIE, das neue zentrale Empfangsgebäude der Museumsinsel, fünf Jahre später als geplant jetzt fast eröffnet…

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kunst aus dem off

Regentropfen, Rauch, Nebelschwaden, herabfallende Blüten – und ja, Feuerwerk. Solche Phänomene stehen nie still, sie verändern unablässig Form und Farbe. In der Kultur Japans existiert traditionell Begeisterung für derlei atmosphärische Gestaltwandler und ihre wechselnden Aggregatzustände. In der Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts, in den gleichsam vibrierenden Stadt- und Naturdarstellungen, spielt »Ukiyo-e«, das Bild des fließenden Lebens, seit jeher eine Hauptrolle. Farbholzschneider feierten die Flüchtigkeit des Daseins, und auch im Kunsthandwerk galt der Wandel als geradezu philosophische Größe. Insofern ist es kein Wunder, dass auch die alte, ephemere Kunstform des Feuerwerks in Japan bis heute in hohem Rang steht und dass einige der bekanntesten Hersteller ihre Genealogie stolz Jahrhunderte zurückverfolgen. Das Er- und Verblühen ihrer Himmelsdekorationen erfordert neben handwerklichem Können auch die Kenntnis von Rezepturen, das Wissen um Klangeffekte bestimmter Mixturen…

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kunst für eine bessere welt

Kunst gehört im kanadischen Montreal seit Neuestem zum medizinischen Behandlungsrepertoire. Die Ärztevereinigung Médecins francophones du Canada (MdFC) und das MONTREAL MUSEUM OF FINE ARTS haben eine Kooperation gestartet, bei der Patienten mit Beschwerden wie Diabetes, Depressionen oder Herzleiden mit kostenlosen Museumsbesuchen geholfen werden soll. Als Ergänzung zur traditionellen Behandlung wird Medizin in Form von Auguste Renoir, Edgar Degas, Rembrandt oder El Greco verabreicht. Das Programm befindet sich für ein Jahr in der Testphase, 2000 Ärzte nehmen teil. Es gebe immer mehr wissenschaftliche Belege für den Nutzen von Kunsttherapie, sagt MdFC-Vizepräsidentin Hélène Boyer. Die Werte des Stresshormons Cortisol wurden bei Testpatienten nach einem nur 45-minütigen Museumsbesuch gesenkt. In manchen Fällen hilft Kunst, Schmerzen zu lindern, den Herzschlag zu regulieren oder die Mobilität von Patienten zu verbessern. Wie der Genuss von dunkler Schokolade…

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aktuell überschätzt

Es war einmal ein Street-Art-Künstler, der sprühte Bilder von Polizisten, Ratten und kleinen Mädchen an die Mauern der Großstädte. Und weil das Bemalen von Wänden im öffentlichen Raum verboten ist, entstanden seine Bilder heimlich, im Schutz der Nacht. Die Bilder waren originell. Sie bezogen ihr Umfeld auf verblüffende Weise ein. Sie hatten einen eigenen Stil und waren – wie es sich für Graffiti gehört – gegen die Obrigkeit und das Kapital gerichtet. Der Sprayer nannte sich »Banksy«, blieb aber anonym. Er wollte berühmt sein, ohne für etwas geradestehen zu müssen. Die Menschen liebten ihn, weil er dem Staat und den Bonzen ein Schnippchen schlug. Banksy war wie Batman oder Robin Hood: eine Figur, die moralisch über den Dingen stand. Doch irgendwann reichten Banksy diese Zuneigung und das Rätselraten um seine Identität nicht…

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