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art Magazinart Magazin

art Magazin 07/2019

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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CHF 72.06
12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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liberal statt neoliberal lautet der neue kurs

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, deutet sich da ein Paradigmenwechsel an? Seit Jahrzehnten beten die Kulturdezernenten das neoliberale Mantra von der »Kultur als Standortfaktor« herunter: Die Ausgaben für Theater, Konzerthäuser, Museen und die Szene werden damit begründet, dass sie a) den lokalen Unternehmen zum Wohlfühlklima verhelfen, das Talente lockt und bindet und b) gewaltige Touristenströme in die Stadt leiten, die dort für Umsatz sorgen. Hamburg hat sich unter den Vorzeichen dieser sogenannten »Umwegrentabilität« der Kulturausgaben von der Museums- zur Musical-Metropole umgeschminkt, und auch die Kostenexplosion der Elbphilharmonie lässt sich so im Nachhinein zum goldrichtigen Investment umrechnen. Als wir den Hamburger Kultursenator Carsten Brosda, seit zwei Jahren im Amt, zum Interview trafen (siehe Seite 124) fanden wir ein neues Bewusstsein vor: »Wir müssen Kunst um ihrer selbst willen fördern«, schreibt der eloquente SPD-Politiker…

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betreff: art

Sie gehört zu den Superstars am internationalen Architekturhimmel, aber Starallüren, so stellte ART-Korrespondentin Kerstin Schweighöfer beim Interview mit Francine Houben (siehe Seite 58) fest, sind der Kreativdirektorin vom Delfter Architekturbüro MECANOO völlig fremd: Über ihre Arbeit sprach sie leidenschaftlich-engagiert, aber ansonsten gab sie sich sachlich, bodenständig und völlig uneitel – die Verkörperung des Lebensmottos der Niederländer: »Doe gewoon, dan doe je al gek genoeg« – benimm dich normal, das ist schon verrückt genug! Das Büro residiert übrigens nicht in einem futuristischen MECANOO-Gebäude, sondern in einem historischen Patrizierhaus aus Backstein mit knarrenden Treppenstufen. Francine Houben empfing unsere Autorin unter dem Gewölbe der alten Hauskapelle, wo die Modelle zu ihren Entwürfen aufbewahrt werden. Wollmützen und mehrlagige, wasserabweisende Kleidung waren beim Besuch von Ragnar Kjartansson Pflicht. Als ART-Redakteurin Ute Thon und Fotograf Jörg Gläscher…

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bilder+themen des monats

Venedig in Öl Stellen Sie sich vor, Sie spazierten über den Markusplatz – vorbei an all den Ständen mit Taschen, Brillen, Andenkenkitsch. Um sie herum Stimmen, Menschen, Tauben und märchenhafte Architektur. Würde Ihnen dieser Stand auffallen? Würden Sie anhalten vor dem Riesendampfer, der sich so breitmacht, dass er kaum auf neun Bilder passt? Oder würden Sie vorbeigehen an Banksys neuestem Coup?! Das britische Street-Art-Phantom hat die Eröffnung der BIENNALE genutzt, um die umweltverschmutzende Kreuzfahrtindustrie anzuprangern, die auch eine Gefahr für die Lagunenstadt ist. Zeitgleich tauchte auf einer Hauswand das Schablonenbild eines Flüchtlingskindes auf. Nachdem Banksy es autorisiert hatte, vervielfachte sich der Preis des leer stehenden Gemäuers – zur Freude von Makler und Eigentümer. Künstliche Knorpelmasse In roter Nährlösung wachsen Ohren, Nasen, Knochen zu implantierbaren Körperteilen heran – so könnte die Prothetik der Zukunft…

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kunst aus dem off

Backsteinöde in Grau, Braun, Rot. El Alto ist architektonisch wirklich kein Hingucker. Erst in den fünfziger Jahren entstand die einstige Armensiedlung vor den Toren der bolivianischen Hauptstadt La Paz. Vor allem die indigene Landbevölkerung der Aymara zog es in die ehemalige Favela-Siedlung. Mittlerweile ist aus El Alto eine eigenständige Stadt geworden, mit 850 000 Einwohnern die zweitgrößte des Landes und ein Wirtschaftsmotor. Nicht wenige der Aymara sind zur Mittelschicht aufgestiegen, bauen sich eigene Häuser – und die stammen immer häufiger von Freddy Mamani Silvestre. An die 100 Gebäude hat der Autodidakt Freddy Mamani Silvestre, der selbst zum Volk der Aymara gehört, seit 2005 bereits im »neoandinen Stil« in El Alto gebaut - und immer mehr Anfragen kommen auch aus anderen Regionen Boliviens. Seine Bauwerke heben sich als farbenfrohe, verspielte Kleckse vom…

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kunst für eine bessere welt

Gern werden öffentliche Bauten mit Kunst ausgestattet – das gilt auch in Göteborg, wo bald eine neue U-Bahn-Linie den Hauptbahnhof mit der Innenstadt verbinden soll. An der geplanten Station Korsvägen (Kreuzung) sind aber nicht etwa Mosaike, Reliefs oder Skulpturen vorgesehen, sondern eine simple Stechuhr. Hinter diesem Relikt aus vergangenen Arbeitstagen stecken die beiden Künstler Jakob Goldin und Simon Senneby, die sich mit ihrem Projekt Eternal Employment bei einem Ideenwettbewerb aus zahlreichen Einsendungen durchsetzen konnten. Zur Stechuhr wird nämlich eigens eine Stelle geschaffen, deren Beschreibung verblüfft – sie kommt ohne festen Arbeitsplatz aus, ohne vorformulierte Aufgaben oder irgendeine Form von Verantwortung: »Qualifikation nicht notwendig« steht in der Ausschreibung, die gerade veröffentlicht wurde. Für lebenslang 2046 Euro im Monat darf sich der oder die Festangestellte die Arbeit selbst definieren. Es ist alles erlaubt:…

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aktuell überschätzt

Sie sind noch nicht fertig, die »Hudson Yards«, noch wird gebaut an New Yorks jüngstem Stadtviertel. Es ist mit Kosten von 25 Milliarden Dollar das größte private Bauprojekt in der US-Geschichte. Aber zumindest ein Glanzstück wurde schon eröffnet: Vessel, eine knapp 50 Meter hohe begehbare Skulptur des englischen Architekten Thomas Heatherwick. Der Turm besteht aus 2500 Treppenstufen, die sich über 16 Stockwerke spiralförmig nach oben drehen. Ein interaktives Kunstwerk zum Erkunden, von dem aus man New York aus einer ganz neuen Perspektive sehen könne, so wurde der Turm, den man mit seiner goldspiegelnden Hochglanz-Optik weniger am Hudson River, sondern eher am Persischen Golf verorten würde, im Vorfeld angekündigt. Tatsächlich aber stieß das Treppenhaus gleich auf Anhieb auf nur wenig Gegenliebe unter den New Yorkern. »Papierkorb«, »Alien-Raumschiff« oder »Bienenstock« sind nur einige…

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