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 / Kunst & Architektur
BaumeisterBaumeister

Baumeister

12/19

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

2 Min.
editorial

Was genau ist eigentlich Obdachlosigkeit? Diese Frage mag Ihnen banal vorkommen, ist sie aber nicht. Denn von unserer Interpretation des Phänomens Obdachlosigkeit hängt es ab, wie wir sozialpolitisch und letztlich auch räumlich mit ihm umgehen. Ist Obdachlosigkeit ein gesellschaftliches Randphänomen, eines, das im Grunde nicht vorkommen kann und das, wenn es denn doch vorkommt, nur als schnell zu überwindendes Hindernis zu betrachten wäre, dann bräuchte man sich mit ihm architektonisch nicht weiter zu befassen. Ziel wäre es dann wohl, die Wohnungslosigkeit als urbanen Störfaktor möglichst weitgehend visuell verschwinden zu lassen. Das aber erscheint nicht nur brutal. Es erscheint auch unrealistisch. Man wird sich eingestehen müssen: In kapitalistischen, in komplexen, in wettbewerbsorientierten Gesellschaften wie den unseren kann es geschehen, dass Menschen „durchs Rost“ fallen. Obdachlosigkeit ist, aus dieser Perspektive betrachtet, zwar immer…

1 Min.
ein bild

Es ist nicht gerade ein himmlischer Ort, wo diese nachdenklichen goldenen Engel so anmutig im Wind schaukeln. Es sind die Abgaswolken auf einer Verkehrsinsel nahe St Paul’s Cathedral in London. Die Installation stammt von den Architekten KHBT, gebaut im Rahmen des London Festival of Architecture. Nahe der U-Bahn-Station St Paul’s fanden sie auf dem Fahrbahnteiler ein wuchtiges, verzinktes Stahlgerüst einer vorhergehenden Kunstinstallation vor und ersannen „Lunchbreak“ als Ort für eine geruhsame Mittagspause für die Angestellten im Bankenviertel rundum. Die 40 charmanten Schutzengel, die hoch über den Köpfen der Passanten schweben, sind eine Schöpfung des Künstlers Ottmar Hörl. Die Statiker des Büros Arup haben berechnet, dass sie mit 8,5 Kilogramm pro Engel auch bei Windstärke acht nicht von der Schaukel fallen. Und lässt man den tosenden Verkehr und die banalen Bürohochhäuser ringsum einmal…

5 Min.
eine englische kasbah

In einem kleinen Laden an einer der Zufahrtsstraßen zum Londoner Bahnhof King‘s Cross befindet sich das Büro von Peter Barber Architects. Das Erdgeschoss ist vollgestopft mit weißen Pappmodellen, der alte Fußboden knarzt, von oben dringen die Stimmen der Architekten durch die Decke. Während des Interviews, das ich mit dem Büroinhaber führe, schaut ein junger Spanier herein und fragt, ob das hier ein Buchladen sei. „Alle möglichen Leute klopfen hier an“, schmunzelt der Chef, „manchmal kommen mehrere Leute herein und sehen sich um, weil sie denken, das sei eine Galerie. Und irgendwie passt das zu uns – an der Straße teilzuhaben –, da wir uns so viel mit Straßen beschäftigen.“ In seiner gut abgetragenen Lederjacke wirkt Peter Barber ernsthaft und engagiert und ist – ganz typisch englisch – auch immer wieder…

4 Min.
soziales labor

In den letzten Jahren hat das Interesse an gesellschaftlichen Themen im Architekturdiskurs zugenommen. Eine Folge davon ist das wachsende Engagement von Stiftungen im Bereich sozial orientierter Gestaltung. Die Hans-Sauer-Stiftung ist eine solche gemeinnützige Institution. In München ansässig, tritt sie als Förderer von Wissenschaft und Forschung sowie als operativer Partner im Rahmen sozialer Design- und Bauprojekte auf. Geleitet wird die Stiftung durch Vorstand Ralph Boch und ein Kuratorium, dem auch Ursula Sauer, die Tochter des Gründers, angehört. BAUMEISTER: Herr Boch, wie sind Sie zur Stiftung gekommen? RALPH BOCH : Über meine Tätigkeit im Kuratorium. 2006 bin ich ins operative Geschäft gewechselt, Ende 2011 hat man den Gründungsort Deisenhofen verlassen und in München programmatisch neu angefangen. Bei diesem „Relaunch“ wurde das Thema „Gestaltung“ immer mehr in den Mittelpunkt gestellt. Wir glauben, dass eine gestalterische…

6 Min.
integration im treppenhaus

Wer zu Hause einfach nur seine Ruhe haben will, sollte hier nicht einziehen. Bei den „Hoffnungshäusern“ wird Nachbarschaft großgeschrieben; die Hausgemeinschaft spielt eine wichtige Rolle, wie man bei einem Besuch vor Ort schnell merkt. Ich stehe in Esslingen vor dem Hoffnungshaus im Rohrackerweg und warte auf Herrn Lukas – jedes Haus hat eine professionelle Leitung, die das Zusammenleben koordiniert. Schon nach wenigen Minuten tritt ein Mann auf den Balkon und fragt mich, ob er mir helfen könne. Meine Frage, ob er Herr Lukas sei, verneint er, um im gleichen Atemzug anzubieten, einmal „beim Joachim“ an der Wohnungstür zu klopfen. Doch der kommt genau in diesem Augenblick um die Ecke, und die verabredete Führung durchs Haus kann beginnen. Informelles Miteinander Die Idee hinter dem Projekt ist, Menschen mit und ohne Fluchterfahrung unter demselben…

3 Min.
... khushnu panthaki-hoof

BAUMEISTER: Balkrishna Doshi ist einer der einflussreichsten Architekten der Moderne in Indien und wurde im vergangenen Jahr mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet. Wie präsentieren Sie seine Entwurfshaltung? KHUSHNU PANTHAKI-HOOF: Nicht nur Architektur an sich ist die Thematik dieser Ausstellung, sondern vor allem Lebensweise, Klima und Festivitäten als architekturdefinierende Faktoren. Doshis partizipative und offene Herangehensweise verleiht seinen Arbeiten eine zeitlose Qualität. Architektur wird nicht als Produkt, sondern als lebendiger, sich entwickelnder Organismus begriffen, der sich anpassen und wachsen kann. Zudem liegt der Schwerpunkt bei seinen Arbeiten darauf, den Dialog und Austausch zwischen den Bewohnern zu fördern, soziale Schranken abzubauen und die Menschen mit einem Zusammengehörigkeitsgefühl zu beflügeln. Die persönliche Suche nach einem geeigneten Architekturvokabular, bei dem menschliche Verhaltensmuster und Lebensweisen eine zentrale Rolle spielen, ist kennzeichnend für seine Arbeitsweise. B : Wie wird…