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National Geographic (D)

SCHWEFEL IN DER NASE

„WENN DU IN DIESER MINE BIST, IST DER HIMMEL VERDECKT VOM GAS. DU KANNST DEN TAG NICHT MEHR VON DER NACHT UNTERSCHEIDEN.“
Andrea Frazzetta

SECHS MONATE VOR DEM ABSTIEG

EIN TRAUM VON EINEM VULKAN

Ich wollte schon lange dokumentieren, wie Menschen unter extremen Bedingungen leben und arbeiten – vielleicht lernen wir durch sie, wie wir uns an einen sich verändernden Planeten anpassen können. Der Ijen in Ostjava (Indonesien) ist ein aktiver Vulkan mit einem Säuresee und einer Schwefelmine. Tief im Krater, wo die Luft schwer ist von giftigen Gasen, hauen die Minenarbeiter Brocken gelben Schwefels aus dem Fels. Sie schleppen Ladungen von 70 bis 90 Kilo hoch zum Kraterrand und dann den Berg hinunter, um sie an Fabriken zu verkaufen. Die nutzen Schwefel für die Herstellung vieler Produkte wie etwa Kosmetik.

DREI TAGE VOR DEM ABSTIEG

DIE PACKLISTE

Wir sind auf Java gelandet und brauchen drei Tage mit dem Auto, um am Ijen anzukommen. Das schweflige Gas im Krater kann so dicht sein, dass man weder sehen noch atmen kann. Dann gerät man möglichst nicht in Panik, sondern wartet, bis der Wind das Gas vertrieben hat. Ich brauche unter anderem:

• eine Schutzbrille,
• Wasser und Energieriegel,
• eine dicke Jacke für Nachttemperaturen,
• eine Stirnlampe.

EINE STUNDE VOR DEM ABSTIEG

BEREIT FÜR DIE TIEFE

Am Fuß des Vulkans leihe ich mir eine Gasmaske. Von dort geht es hoch zum Vulkanrücken, wo Gruppen von Touristen abends im Dunkeln blaue Flammen beobachten: explodierendes Gas aus dem Erdinnern. Auch die Minenarbeiter kommen nachts, um ihre zermürbende Arbeit im Krater zu verrichten, denn dann ist es kühler. Auch ich will dorthin. Also folge ich ihnen um zwei Uhr morgens, um mit ihnen tief unten im Vulkan die Nacht zu verbringen.

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