ENTDECKENBIBLIOTHEK
searchclose
shopping_cart_outlined
exit_to_app
Vogue (D)

ITALIENISCHE MOMENTE

OBSTGARTEN Mandarinen, wie sie an der italienischen Amalfiküste wachsen, sind Hauptingredienz des neuen Parfums.
Die Düfte der „Les Infusions de Prada“-Kollektion. Vorn in der Mitte: „Mandarine“. Je 100 ml EdP 120 €.
(Foto: Angelika Röder/Studio Condé Nast)

Zart, leicht, fast durchscheinend, aber immer mit einem ganz besonderen Akzent – so duftet die „Les Infusions de Prada“- Kollektion, die Daniela Andrier in Zusammenarbeit mit Miuccia Prada kreiert hat. Alle Parfums gehen von derselben Grundnote aus, einer Art Signatur, ähnlich den grünen Wänden in den Prada-Stores. Ihre individuelle Prägung erhalten die Düfte erst durch die Hauptingredienz. „Diese gemeinsame Basis ist wie Wasser, das genau die richtige Temperatur hat und mit dem ich dann die weiteren Zutaten aufgieße“, erklärt die Parfumeurin. Als ob man einen Tee zubereiten würde. Wörtlich übersetzt aus dem Französischen bedeutet Infusion genau das: Aufguss. Hier eher im übertragenen Sinne zu verstehen. Doch Wasser, das von Blüten- oder Fruchtaromen durchzogen ist, verbildlicht die Kompositionen ganz treffend.

Als ersten kreierte Daniela Andrier vor gut zehn Jahren „Infusion d’Iris“, heute der Klassiker und nach wie vor Bestseller der exklusiven Linie. Danach kam mit „Iris Cèdre“, „Fleur d’Oranger“, „Amande“, „Oeillet“, „Vétiver“, „Mimosa“ und „Rose“ eine ganze Kollektion hinzu. Der namengebende Hauptinhaltsstoff wird jeweils in verschiedenen Variationen eingesetzt und auf ganz besondere Art hervorgehoben. Deshalb ist Iris nicht nur Iris und Rose nicht einfach Rose. Zedernholz und Weihrauch unterstreichen die Iris. Die Rose wird durch Orangenblütenöl und Galbanum akzentuiert. „Die Parfums wirken sehr simpel und unkompliziert“, meint Andrier, „aber das ist ähnlich, wie wenn man einer Ballerina beim Tanzen zusieht: Ihre Bewegungen sehen so einfach und schwerelos aus, dass man denkt, man könnte das auch. Versucht man es dann aber selbst, wirkt es alles andere als anmutig.“ Die Schlichtheit ist also nur vordergründig, die Düfte sind ganz im Gegenteil ziemlich komplex und haften lange auf der Haut.

Jetzt erscheint mit „Mandarine“ der erste Zitrusduft und das nunmehr neunte Eau de Parfum der Kollektion. Hier wird die Basiskomposition, die sowieso schon reichlich Mandarine enthält, noch durch Mandarine als Hauptaroma ergänzt und ist damit sozusagen die ultimative Infusion. Außerdem kamen ganz neue Rohstoffe zum Einsatz, für die das bekannte Mandarinenaroma in seine Bestandteile aufgespalten wird. Einmal wurden nur die grün-duftenden Anteile verwendet, ein anderer Teil hat eher den Geruch, der entsteht, wenn man die Frucht gerade schält. Als weitere Komponenten sind Orangenblüte, Neroli und Opoponax enthalten. Dieses Harz der Süßen Myrrhe duftet würzig-warm und sorgt dafür, dass das Parfum nicht so schnell verfliegt.

Daniela Andrier: „Ich bin ,Infusion d’Iris‘ immer sehr treu gewesen. Ich habe sogar eine Tochter, die Iris heißt. Aber ,Infusion de Mandarine‘ ist der erste Duft dieser Kollektion, den ich nicht nur gern rieche, sondern auch selbst trage.“ NICOLA VIDIC

DIE SCHLICHTHEIT IST NUR VORDERGRÜNDIG. DIE DÜFTE SIND KOMPLEX UND LANGANHALTEND
help