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GEO Epoche EditionGEO Epoche Edition

GEO Epoche Edition

20/2019

"GEO EPOCHE EDITION präsentiert jeweils eine Ära der Kunstgeschichte monothematisch und bildgetrieben. Bei GEO EPOCHE EDITION geht es darum, die jeweilige Ära so sinnlich und anschaulich wie möglich wieder aufleben zu lassen, um zu verstehen, was die Auftraggeber der Kunstwerke bewegte. Unter welchem Druck die Künstler standen. Woran sie glaubten. Worum es bei der Symbolik bestimmter Kunstwerke ging. "

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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2 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

access_time3 Min.
editorial

Liebe Leserin, lieber Leser Das Jahr 2019 ist ein Gedenkjahr für gleich zwei der bedeutendsten Künstler der Geschichte. Daher widmet sich auch GEOEPOCHE EDITION – nach der Ausgabe anlässlich des 500. Todestags von Leonardo da Vinci – nun zum zweiten Mal in unmittelbarer Folge einem Malerfürsten: Rembrandt Harmenszoon van Rijn, der vor 350 Jahren am 4. Oktober 1669 verstorben ist. Während das sprunghafte italienische Universalgenie Leonardo kaum mehr als ein Dutzend Gemälde vollendete, hinterließ Rembrandt Hunderte Ölbilder, zudem Tausende Zeichnungen sowie etwa 300 Radierungen. Und dieses riesige Gesamtwerk wuchs nach dem Tod des Künstlers sogar noch weiter an: Da dessen vermeintliche Urheberschaft den Wert eines Bildes vervielfachte, war es lukrativ, auch Gemälde mit fragwürdiger Herkunft für echt zu erklären. Um den Wildwuchs zu lichten, begannen 1968 die Forscher des „Rembrandt Research Projects“ mit…

access_time6 Min.
die leinwand als bühne

access_time35 Min.
virtuose des hell und dunkel

Alle Teile der Sammlung müssen raus: die Muscheln, Schwämme und Korallen, der ausgestopfte Paradiesvogel aus Neuguinea, die Indio-Kostüme aus Südamerika, die javanischen Schattenspielpuppen, die afrikanischen Kalebassen und der japanische Helm, die Nautilusmuscheln und Löwenfelle, die Turbane und Nasenflöten. Die Originale und Gipsabgüsse antiker Skulpturen. Die Porträtbüsten von Sokrates, Platon und Aristoteles, von Homer und acht römischen Kaisern. Die Gemälde und Zeichnungen von Raffael, die wertvollen Drucke nach Rubens, die Stiche und Holzschnitte von Cranach, die Kunstbücher mit Werken von Tizian und Michelangelo. Am 4. Dezember 1657 kommen die Schätze unter den Hammer. Rembrandt Harmenszoon van Rijn ist bankrott. Die Raten für das Haus in Amsterdam konnte er schon lange nicht mehr aufbringen; und so stand der Notar mit der Mahnung in der Tür. Planlos hat sich der Maler Geld zusammengeliehen, wo er es…

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im blick des meisters

access_time10 Min.
»die anatomie des doktor tulp«

Es muss nach Verwesung riechen, aber Nicolaes Tulp lässt sich nichts anmerken. Er ist kein Metzger wie manche Kollegen, sondern studierter Mediziner. Ein Profi. Wenn er sein Skalpell in Räumen der Amsterdamer Chirurgengilde an eine Leiche ansetzt, dann aus Erkenntnisinteresse: Er will wissen, wie der Mensch gemacht ist, und er will dieses Wissen weitergeben. Der Doktor trägt einen schwarzen Hut mit breiter Krempe, als stünde er draußen an einer Gracht. Sein weißer Spitzenkragen sitzt akkurat und passt zu den weißen Manschetten, an denen kein Blutstropfen klebt. So sieht es jedenfalls Rembrandt, als er Tulp 1632 beim Sezieren des Armes eines Toten malt. Sachte hebt der Chirurg auf der mannshohen Leinwand einen Muskelstrang mit der Zange an, führt ihn seinen Kollegen vor. Die stehen wissbegierig im Halbrund hinter der Leiche. Einige vergleichen die…

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wunder aus was ser und stein

Sind sie endlich da, erheben sich ihre Segel endlich über den Horizont? Jeden Sommer die gleiche bange Frage in den Köpfen der Hafenarbeiter und Großkaufleute, der Börsenmakler und Kneipiers, der Tuchspinner und Huren – ganz Amsterdam kreist um diese Aufregung: Wann läuft die retourvloot ein, die Flotte der rückkehrenden Handelsschiffe aus dem fernen Asien? Wann erhält die Stadt ihren nächsten Reichtumsschub? Schiffstrompeten und Salutschüsse kündigen den Verband schließlich an, meist zwei Handvoll Schiffe, die tief und ächzend im Wasser liegen, beladen mit ausgezehrten, elenden Seeleuten, aber vor allem: mit Asiens Schätzen, mit Amsterdams Macht. Der Monsun hat die Rückkehrerflotte aus Ostindien hergeweht, länger als sieben Monate ist sie unterwegs gewesen, von Batavia, dem heutigen Jakarta, bis an die Amstel, den Fluss, der Amsterdam seinen Namen gibt. Nun löschen Tagelöhner in langer Plackerei…

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