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GEO EPOCHEGEO EPOCHE

GEO EPOCHE

99/2019

GEO EPOCHE ist das Geschichtsmagazin von GEO. Jede Ausgabe ist einem historischen Thema gewidmet - Epochen wie dem Mittelalter, Staaten wie Preußen, Weltreligionen wie dem Judentum. Geschichte schillernd und packend ohne Staub, Fußnoten und Zahlenkolonnen. Erzählt werden Geschichten über bedeutende Personen und dramatische Ereignisse, über Alltag und Kultur, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In genauen historischen Rekonstruktionen sowie opulenten Bildessays und Experteninterviews, mit Karten und Infokästen wird die jeweilige Epoche zum Leben erweckt und vor allem deren Alltag sinnlich nacherzählt. „Wir nehmen die Leser mit auf eine Zeitreise“, so lautet das Credo von Chefredakteur Michael Schaper.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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IN DIESER AUSGABE

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editorial

Liebe Leserin, lieber Leser Dunkle Materie: So nennen Physiker jenen Stoff, ohne den das Funktionieren des Universums nicht erklärt werden kann – über den die Forscher aber kaum etwas wissen. In dieser Ausgabe behandeln wir ein Thema, das man als eine Art historischer Dunkler Materie bezeichnen könnte: das alte Persien. Eine uralte Kulturnation zwischen Orient und Okzident. Eine Abfolge von Reichen von bis dahin nicht gekannter Ausdehnung und Machtfülle, die sich zeitweilig über drei Kontinente erstreckten, Asien, Afrika und Europa, und in ihrer Gesamtheit länger als das Imperium Romanum existierten. Trotz dieser außerordentlichen Geschichte verfügen Historiker nur über verhältnismäßig spärliche Informationen zu Persien. Dabei beeinflussten seine Könige den Verlauf der Geschichte mehr als ein Jahrtausend lang auch weit über ihren Herrschaftsbereich hinaus. Etwa im Konflikt mit Griechenland: Die Strafexpeditionen, die Persiens Herrscher ab 490…

access_time5 Min.
reich der vielen reiche

Die Geschichte des alten Persien zwischen 550 v. Chr. und 1722 n. Chr. verläuft einfach – und zugleich kompliziert. Simpel ist, dass es sich dabei den größten Teil dieser Zeit über um ein gewaltiges Imperium handelt. Persien wächst schon früh zu einem Weltreich heran, einem der ersten überhaupt, und wird diese Dimension sehr lange behalten. Ebenfalls einfach zu verstehen ist seine geographische Lage in Vorderasien: Von dem „Persis“ genannten Herzland nördlich des Persischen Golfs aus erstreckt sich der Machtbereich über die Jahrhunderte meist weit Richtung Norden, vor allem aber gen Osten und Westen und verbindet so die Kontinente Europa und Asien. Alles andere ist kompliziert. Denn Persiens Geschichte ist nicht die eines Staates, einer Kultur, einer Dynastie, sondern ist die Chronik mehrerer Imperien, die getragen sind von unterschiedlichen Herrscherfamilien mit unterschiedlicher…

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einer weltmacht spuren

Begründer eines WELTREICHS Der persische Kleinkönig Kyros überfällt um 550 v. Chr. etliche benachbarte Regionen und schmiedet aus den eroberten Territorien nach und nach ein Großreich, das sich unter seinen Nachfolgern aus dem Geschlecht der Achaimeniden bald vom Mittelmeer bis zum Hindukusch erstreckt. Späteren Generationen gilt er deshalb als Urvater persischer Stärke Die höchsten aller HERRSCHER »Könige der Könige« lassen sich die Monarchen der Achaimeniden-Dynastie titulieren – im stolzen Bewusstsein, ein Weltreich zu regieren und allen anderen Fürsten übergeordnet zu sein. Auf den beispiellosen Ruhm jenes Herrscherhauses, das das persische Imperium erobert hat, werden sich ihre Nachfolger noch Jahrhunderte später berufen Die Kraft der TRADITION Immer wieder erlangen neue Dynastien die Herrschaft über das Großreich, bereichern es um fremde Einflüsse. Doch zugleich bewahren sie Elemente der persischen Kultur, achten das Erbe ihrer Vorgänger – und…

access_time21 Min.
ich, kyros

Dies ist die Geschichte eines überaus rätselhaften Mannes. Sie handelt von einem Herrscher, der in nur zwei Jahrzehnten ein Weltreich erobert, so gigantisch, wie es zuvor noch nie existiert hat – und dem auch später nur wenige Imperien an Größe und Macht gleichkommen. Von Ost nach West erstreckt sich dieses Riesenreich über mehr als 4000, von Nord nach Süd über 2000 Kilometer. Es dehnt sich von den Ausläufern des Himalaya bis an die Küste der Ägäis, reicht vom Schwarzen Meer bis zum Industal, vom heutigen Kasachstan bis hinab an den Persischen Golf. Es umschließt schroffe Gebirgsketten, fruchtbare Talsenken, Salzwüsten und große Seen, menschenleere Ebenen und dicht bevölkerte Metropolen. Und es vereint in seinen Grenzen nahezu alle bekannten Zivilisationen des Nahen und Mittleren Ostens, zahllose Völker und Sprachen. Und doch ist von dem…

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der bote gottes

Am Anfang sind Licht und Freude. Ein helles Leuchten kündigt die Geburt des Propheten an, und kaum hat er den Leib seiner Mutter verlassen, lacht Zarathustra, denn ein guter Geist ist in ihn gefahren. 30 Jahre später spricht der Gott Ahura Mazda zu ihm, und Zarathustra beginnt, dessen Wahrheit zu verkünden. So berichtet es die Legende. Der Religionsstifter selbst hinterlässt nichts – und alles: Er überbringt die Worte Ahura Mazdas, des Schöpfers von Licht und Leben. Seine Lehre, der Zoroastrismus, wird im Perserreich über viele Jahrhunderte der wichtigste Glaube sein. Hinweise auf seine Person finden sich allein im „Avesta“, einer Sammlung aus Gebeten, Ritualbeschreibungen und Mythen, aufgezeichnet viele Jahrhunderte nach dem Tod Zarathustras. Der älteste Abschnitt dieser Texte aber soll noch auf ihn selbst zurückgehen. Darin tritt er als der Verkünder der…

access_time23 Min.
der mythos der 300

Thermopylen-Engpass, knapp 150 Kilometer nordwestlich von Athen, Sommer 480 v. Chr. Angespannt verfolgt Xerxes, Großkönig von Persien, Herr über ein Weltreich, auf einem eigens errichteten Thron das Geschehen: Seit Stunden versuchen seine Kämpfer, auf dem schmalen Weg vorzudringen – und werden jedes Mal zurückgeschlagen von griechischen Kriegern, die zahlenmäßig unterlegen sind, jedoch schwer gepanzert, geschützt hinter großen Schilden. Und die mit langen Lanzen die persischen Soldaten niederstechen. Der Kampfplatz, ein natürliches Nadelöhr, ist von den Verteidigern geschickt gewählt. Ganz nah rückt die See hier an das Gebirge heran und verengt die weite Ebene, in der das persische Heer aufmarschiert ist – bis nur noch ein schmaler, ansteigender Streifen Fels weiterführt. Auf der (von den Persern gesehen) rechten Seite begrenzen ihn die schroff emporragenden Berge, auf der linken fällt er steil ab…

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