Liebe Leserin, lieber Leser,
ANNE ZUBER, Chefredakteurin
ES GIBT SCHON seit einiger Zeit eine Reihe von Hotelunternehmen, die, obwohl sie Ketten sind, sich gerade dadurch auszeichnen, dass sie nicht jedes Haus gleich gestalten, sondern individuell, mit klarem Ortsbezug. Sie wählen dabei deutlich originellere Mittel als den aufgestellten Seestern und das „Gone to the Beach“-Schild im Frühstücksraum mit Blick aufs Meer (beides unverwüstliche Klassiker der Lokal-Deko). Manchmal finden sich in den Zimmern dieser Hotels Gegenstände, die offensichtlich vom Flohmarkt oder von Ebay stammen, wohldosiert eingesetzt, damit es nicht rumpelkammerartig wird. Der Wille ist klar erkennbar: Es geht darum, dem Raum etwas einzuhauchen, was eine standardisierte Ausstattung chronisch vermissen lässt, man könnte es Seele nennen, oder Charakter. Das ist nett gedacht, aber letztlich komplett aussichtslos, genauso wie der Versuch, Einzigartigkeit am Fließband…
